Von Robert Thiel, 01.02.2019

Mieterhöhung Wann Vermieter die Miete erhöhen dürfen

Jedes Jahr verschicken Vermieter in Deutschland etwa zwei Millionen Mieterhöhungen. Mieter sind den Preisaufschlägen aber nicht schutzlos ausgeliefert.
Mieterhöhung Wann Vermieter die Miete erhöhen dürfen

Viele Mieter bekommen einen Schreck, wenn ihnen eine Mieterhöhung ins Haus flattert. Doch nicht immer ist diese gerechtfertigt.

Mehr als ein Drittel der Mieterhöhungen sind nach Angaben des Deutschen Mieterbunds (DMB) „unzulässig, fehlerhaft oder einfach zu hoch“. Das sollten Mieter und Vermieter wissen.

Keine Mieterhöhung vor der Ein-Jahres-Frist

Der Vermieter darf die Miete nach dem Einzug beziehungsweise der letzten Mieterhöhung ein Jahr lang nicht erhöhen. Ausgenommen von der Ein-Jahres-Frist sind nur Erhöhungen, die der Vermieter mit einer Modernisierung begründen kann oder wegen gestiegener Betriebskosten.

Vermieter muss Mieterhöhung begründen

Wollen Vermieter mehr Geld, müssen sie die Mieterhöhung vorher ankündigen, ausreichend begründen und dabei auf die sogenannte ortsübliche Vergleichsmiete verweisen, also die Miete, die vor Ort im Durchschnitt für vergleichbare Wohnungen gezahlt wird. Liegt die bisherige Miete darunter, gibt es Spielraum für eine Mieterhöhung. Zugleich ist die ortsübliche Vergleichsmiete aber auch die Obergrenze für die Mieterhöhung. Diese wird aber erst mit Zustimmung des Mieters wirksam. Mieter können die Mieterhöhung auch akzeptieren, indem sie einfach die höhere Miete zahlen.

Ortsübliche Vergleichsmiete

Als bestes Mittel, eine Erhöhung zu begründen, gilt der Mietspiegel. Das ist eine Übersicht über die durchschnittlichen Mieten in einer Kommune, abhängig von Größe, Lage, Ausstattung und Alter der Wohnung. Liegt kein Mietspiegel vor, kann der Vermieter auch die Mieten von drei vergleichbaren Wohnungen nennen, notfalls auch aus der Nachbargemeinde oder aus dem eigenen Bestand.

Bei der Nennung von Vergleichswohnungen sei aber für Mieter „besondere Vorsicht geboten“, heißt es beim Mieterbund. „Denn die Miete von drei Vergleichswohnungen stellt nur selten wirklich die ortsübliche Vergleichsmiete dar. Erfahrungsgemäß suchen sich Vermieter nach Möglichkeit solche Vergleichswohnungen heraus, die besonders teuer sind.“

Rechtsschutzversicherung-Vergleich

  Anbieter Tarif Beitrag  
1 CIF-PRO-classic 188,45 Euro weiter  
2 DMB Securo 198,29 Euro weiter  
3 Ratio 229,00 Euro weiter  
4 JurPrivat 235,00 Euro weiter  
5 Compact Familie 236,93 Euro weiter  
RS Privat/ Verkehr/ Beruf/ Wohnen, Laufzeit 1 Jahr, Antragsteller 30 J., nur Top-Familientarife.
Hier Ihren persönlichen Tarif zur Rechtsschutzversicherung berechnen

Kappungsgrenzen

Ein weiterer Kontrollwert sind die sogenannten Kappungsgrenzen. Demnach darf die Kaltmiete innerhalb von drei Jahren um höchsten 20 Prozent steigen. Ist diese neue Miete geringer als die ortsübliche Vergleichsmiete, dürfen Vermieter laut dem Eigentümerverband Haus & Grund „die Miete nur bis zur Kappungsgrenze erhöhen. Liegt die Kappungsgrenze über dem Wert der ortsüblichen Vergleichsmiete, ist eine Mieterhöhung maximal bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete zulässig“. In Städten wie München, in denen die Versorgung der Bevölkerung mit Wohnraum gefährdet ist, liegt diese Kappungsgrenze bei 15 Prozent.

Verschärfte Mietpreisbremse

Die Regeln für die Mietpreisbremse wurden Anfang des Jahres verschärft. Grundsätzlich galt schon bisher: In den Kommunen, in denen die Preisbremse gilt, darf bei Neuvermietungen von Bestandswohnungen die ortsübliche Vergleichsmiete um nicht mehr als zehn Prozent überschritten werden. Ausnahmen von dieser Regel gelten nur, wenn der Vormieter schon mehr als ortsüblich gezahlt hat, es sich um einen Neubau handelt, das heißt um Wohnungen, die erstmals seit dem 1. Oktober 2014 genutzt und vermietet wurden, oder der Eigentümer die Immobilie modernisiert hat und danach neu vermietet.

Neu geregelt hat die Bundesregierung das Auskunftsrecht: Vermieter müssen nun seit Anfang des Jahres ohne Aufforderung vom Mieter und vor Abschluss des Mietvertrags von sich aus mitteilen, wenn sie eine der Ausnahmen der Mietpreisbremse nutzen und eine Miete über dieser Obergrenze kassieren wollen. Zugleich müssen die Vermieter den Grund, etwa die hohe Vormiete, angeben.

Sonderfall Modernisierung

Bei einer Modernisierung gelten Extravorschriften. Vermieter dürfen seit Anfang des Jahres acht Prozent der Kosten für eine Modernisierung auf die jährliche Miete umlegen. Darüber hinaus wurde eine Kappungsgrenze eingeführt: So darf die Miete nach einer Modernisierung um höchstens drei Euro pro Quadratmeter in sechs Jahren steigen. Liegt die Miete unterhalb von sieben Euro pro Quadratmeter, darf sie wegen einer Modernisierung nur um höchstens zwei Euro innerhalb von sechs Jahren steigen.

Tipp: Lesen Sie hier, welche Fristen für Mieter und Vermieter bei der Nebenkostenabrechnung gelten.

Mieten-oder-kaufen-Vergleich

Was ist günstiger: Mieten oder kaufen?
 
Jetzt zum Geldsparen Newsletter anmelden!

Liebe Leserinnen und Leser,

mein Name ist Robert Thiel.

Suchen Sie ein bestimmtes Thema?

Artikel Suchen

Oder schreiben Sie mir einfach, wenn Sie eine Frage haben.

Mail

Ich freue mich auf eine Mail von Ihnen

» Autoren von geldsparen.de

Leserkommentare

noch keine Kommentare vorhanden

Kommentar schreiben

Name*

Email*

Überschrift*

Kommentar

Ziffernfolge
hier eingeben:
neu laden


*Pflichtfelder

 

Foto: fizkes/Shutterstock.com ID:7120

Der Geldsparen-Newsletter

Schon abonniert?

Unser Newsletter versorgt Sie regelmäßig mit aktuellen Themen zu:

Geld
Geld
  Gesundheit
Vorsorge
Wohnen
Wohnen
  Beruf
Beruf/Ausbildung
Internet & Telefon
Internet & Telefon
  Unterwegs
Unterwegs

Anrede

Vorname

Nachname

eMail*

Newsletter (wöchentlich)

Spartipp des Tages (täglich)

Ich erkläre mich mit der Nutzung meiner Daten laut Nutzungsbedingungen einverstanden. Unsere Datenschutzerklärung finden Sie hier

 

*Pflichtfelder

 
Bereich: Wohnen Pagename: mieterhoehung(7120)