Von Peter Rensch, 16.03.2018 (Aktualisiert 11.07.2018)

Auslandsimmobilien Ein eigenes Häuschen auf Mallorca

Wer hat im Urlaub nicht schon mal davon geträumt, sich ein Ferienhaus vor Ort zu kaufen? Beim Immobilienkauf im Ausland gelten aber oft ganz andere Regeln als hierzulande.
Auslandsimmobilien Ein eigenes Häuschen auf Mallorca

Viele Reisende träumen von einer eigenen Immobilie am Urlaubsort.

Möchten Sie eine Immobilie im Ausland kaufen, sollten Sie sich nicht nur das Objekt genau ansehen. Auch über die vor Ort gültigen rechtlichen Rahmenbedingungen sollten sich Käufer gründlich informieren. Idealerweise unterstützt Sie ein unabhängiger Experte vor Ort. Beherrschen Sie die Landessprache nicht ausreichend, sollte ein Dolmetscher bei den Vertragsverhandlungen dabei sein.

Generell wichtig: Vor der Vertragsunterschrift sollten Sie den Grundbucheintrag prüfen. Nur so können Sie sicher sein, dass der Eigentümer stimmt und das Haus schuldenfrei ist.

Finanzierung einer Immobilie im Ausland

Auch bei der Baufinanzierung einer Auslandsimmobilie gibt es Unterschiede im Vergleich zu einer hiesigen Immobilie. Ingo Buchholzer, Leiter Newsroom beim Kreditvermittler Interhyp, sagt: "Der Immobilienerwerb im Ausland unterliegt vielfach ganz anderen Regeln als hierzulande. Dementsprechend ist es wichtig, einen unabhängigen Spezialisten – am besten vor Ort – an der Seite zu haben. Wir bei Interhyp begleiten eine solche Finanzierung in aller Regel nur, wenn der Kunde über eine lastenfreie Immobilie in Deutschland verfügt, die er entsprechend beleihen kann."

Beliebte Länder bei ausländischen Immobilienkäufern sind zum Beispiel Spanien und die Türkei:

Beispiel 1: Immobilie in Spanien kaufen

Als EU-Bürger haben Sie in Spanien die gleichen Möglichkeiten, eine Immobilie zu kaufen, wie Einheimische. Besonders gefragt sind bei Immobilienkäufern Mallorca und die Costa del Sol.

In Spanien liegen die Kosten für Notar und Grundbucheintragungen bei etwa vier Prozent des Kaufpreises, die Grunderwerbsteuer beträgt bis zu zehn Prozent. Weitere zehn Prozent Mehrwertsteuer müssen Käufer nur dann zahlen, wenn der Verkäufer eine juristische Person ist und es sich um einen Neubau handelt.
Gesamten Vergleich anzeigenBaugeld Betrag: 200.000 €, Laufzeit: 5 Jahre
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Datenstand: 16.11.2018
Sämtliche Angaben ohne Gewähr
Wichtig zu wissen: In Spanien erlangen auch Verträge Gültigkeit, wenn diese mündlich oder per Handschlag vereinbart wurden. Überlegen Sie sich deshalb genau, wie Sie mit dem Verkäufer verbleiben.

Weitere wichtige Punkte:
  • Informieren Sie sich im Grundbuch, ob der Verkäufer alleine die Wirksamkeit des Vertrags geltend machen darf.
  • Erst wenn ein notarieller Kaufvertrag abgeschlossen ist, sollten Sie Vorauszahlungen leisten.
  • Alle Zusagen des Verkäufers sollten Sie sich schriftlich geben lassen. Und achten Sie darauf, dass im Kaufvertrag alle Vereinbarungen aufgenommen wurden.
Die Immobilie ist an den Käufer übertragen, sobald die Unterschriften unter der notariellen Kaufurkunde stehen. Eine Auflassung wie in Deutschland gibt es nicht. Der Kaufpreis wird unverzüglich fällig. Sie können Ihn auf ein treuhänderisches Konto des Notars vorauszahlen oder mit einem spanischen Bankscheck begleichen.

Beispiel 2: Immobilie in der Türkei kaufen

Das sogenannte Gegenseitigkeitsabkommen ermöglicht es EU-Bürgern, eine Immobilie in der Türkei zu kaufen. Als Ausländer haben Sie aber nur die Möglichkeit, eine Immobilie in Regionen zu erwerben, für die ein städtischer Bebauungsplan vorliegt. Liegt eine Immobilie in einem militärischen Sperrbezirk, dürfen Ausländer sie nicht erwerben.

Anders als in Deutschland wird das Eigentum aber nicht bei einem Notar, sondern ausschließlich beim Grundbuchamt übertragen. Schließen Käufer und Verkäufer bei einem Notar einen Vorvertrag ab, ist dies lediglich ein Verkaufsversprechen.

In der Türkei müssen drei Prozent des Kaufpreises an das Grundbuchamt bezahlt werden. In der Regel wird die Summe zwischen Käufer und Verkäufer je zur Hälfte aufgeteilt. Hinzu kommen 0,3 Prozent Grunderwerbsteuer, eine Verwaltungsgebühr im mittleren zweistelligen Bereich und Kosten für den Dolmetscher. Haben Sie das Objekt über einen Makler erworben, zahlen Sie zehn Prozent Gebühr, die sich Verkäufer und Käufer teilen.

Weitere wichtige Punkte:
  • Leisten Sie vor der Eigentumsübertragung auf dem Grundbuchamt keine finanziellen Vorauszahlungen, sonst drohen Ihnen Verluste. Denn Verkäufer ist selbst bei einer Vormerkung im Grundbuch nicht zur Eigentumsübertragung verpflichtet ist.
  • Sprechen Sie selbst nicht Türkisch, sollten Sie einen Dolmetscher haben. In diesem Falle wird der Kaufvertrag erst gültig, wenn ihn der vereidigte Dolmetscher mit unterschrieben hat. Nur von vereidigten Übersetzern verfasste Schriftstücke, die notariell beglaubigt wurden, werden akzeptiert. Sobald alle Formalitäten erfüllt sind, erhalten Sie die Grundbuchurkunde (Tapu) ausgehändigt und sind offizieller Eigentümer der Immobilie.
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