Max Geißler
Ein Beitrag von Max Geißler, 24.07.2018

Geldanlage FondsertrĂ€ge ausschĂŒtten oder wiederanlegen?

Manche Fonds schĂŒtten regelmĂ€ĂŸig ErtrĂ€ge an Anleger aus, andere stecken die Einnahmen wieder in den Fonds. Was ist die bessere Anlagestrategie?
Geldanlage FondsertrĂ€ge ausschĂŒtten oder wiederanlegen?

Die Qual der Wahl: Thesaurierende oder ausschĂŒttende Fonds?

Viele Fonds erzielen neben Kurssteigerungen weitere Einnahmen. So erhalten Aktienfonds zum Beispiel Dividendenzahlungen, Rentenfonds Zinszahlungen und Immobilienfonds Mietzahlungen. Die FondsertrĂ€ge haben einen großen Vorteil: Im Gegensatz zu Kurssteigerungen gewĂ€hren sie regelmĂ€ĂŸig einen sicheren Ertrag.

Vor allem bei schwankungsintensiven Aktienfonds spielen Dividendenzahlungen eine immer grĂ¶ĂŸere Rolle. Fondssparer stehen allerdings vor der Frage, ob die Dividendenzahlungen des Fonds ausgeschĂŒttet oder im Fonds wieder angelegt werden sollen? Zwei grundlegende Fondstypen stehen hierfĂŒr zur Wahl:
  • Thesaurierende Fonds: Diese Fonds investieren die vereinnahmten Zinsen oder Dividenden umgehend in neue Anteile desselben Fonds. Vorteil: Der Fondswert wĂ€chst dadurch Ă€hnlich wie beim Zinseszinseffekt. Transaktionskosten fĂŒr den Kauf der Anteile fallen nicht an. Anleger profitieren von einem höheren Vermögenswert.
  • AusschĂŒttende Fonds: Diese Fonds zahlen anfallende ErtrĂ€ge an die Fondseigner aus. Über die Fondseinnahmen können Anleger frei verfĂŒgen. Vorteil: Der Sparer erhĂ€lt gesicherte regelmĂ€ĂŸige EinkĂŒfte, die keinem Risiko durch Kursverluste ausgesetzt sind. Sollen die AusschĂŒttungen in neue Fondsanteile investiert werden, fallen aber erneut HandelsgebĂŒhren an.

Welcher Fonds erzielt mehr Rendite?

Bei der Ermittlung der Fondsrendite spielen die ErtrĂ€ge eine wichtige Rolle. Es gilt die Grundregel: Nur bei thesaurierenden, also wiederanlegenden Fonds, entspricht die von den Fondsgesellschaften ausgewiesene Rendite der tatsĂ€chlichen Fondsrendite. Bei ausschĂŒttenden Fonds kommt es darauf an, was Sie als Anleger mit den vereinnahmten ErtrĂ€gen machen.

Investieren Sie diese umgehend in den gleichen Fonds, erzielt dieser am Ende in etwa die gleiche Performance wie ein thesaurierender Fonds. Allerdings schmĂ€lern die anfallenden KaufgebĂŒhren die Nettorendite. Konsumieren Sie jedoch die ErtrĂ€ge oder investieren sie diese anderweitig, etwa in Festgeld oder Tagesgeld, fĂ€llt die Fondsrendite zurĂŒck. Grund: Der Zinseszinseffekt kann bei ausbleibender Wiederanlage von Zinsen oder Dividenden nur unzureichend fĂŒr Sie arbeiten.
Aktiendepot Vergleich

Beide Fondstypen mĂŒssen ErtrĂ€ge versteuern

Steuertechnisch gesehen werden beide Fonds gleich behandelt: Auf alle FondsertrĂ€ge, gleich ob es sich um ausschĂŒttende oder thesaurierende Fonds handelt, fĂ€llt Abgeltungsteuer an. Einziger Unterschied besteht darin, wann ein Fonds seine Einnahmen verbucht. Bei ausschĂŒttenden Fonds werden die Gutschriften am Auszahlungstag steuerpflichtig, das ist oft mitten im Jahr. AbzĂŒglich des mittels Freistellungsauftrag steuerbefreiten Betrags behĂ€lt die Bank die Abgeltungsteuer ein und fĂŒhrt sie automatisch ans Finanzamt ab.

Lesen Sie auch:
Diese Steuern fallen fĂŒr Fonds an

Anders bei thesaurierenden Fonds: Deren Gewinne werden erst am Ende eines Jahres steuerpflichtig und von der Fondsgesellschaft ans Finanzamt abgefĂŒhrt. Eine Ausnahme besteht bei auslĂ€ndischen thesaurierenden Fonds. Hier mĂŒssen Sie die ErtrĂ€ge selbststĂ€ndig beim Finanzamt melden, um eine Doppelbesteuerung zu vermeiden. Da beide Fondstypen steuerlich gleich gestellt sind, spielen Steueraspekte bei der Wahl des Fondstyps in der Regel eine untergeordnete Rolle.

Anlageziel entscheidet ĂŒber Fondstyp

FĂŒr die Frage, ob Sie einen ausschĂŒttenden oder thesaurierenden Fonds wĂ€hlen sollen, ist entscheidend, welches Anlageziel Sie verfolgen und wie lange die Geldanlage laufen soll. Möchten Sie regelmĂ€ĂŸig ErtrĂ€ge erhalten ohne den Kapitalstock zu schmĂ€lern, sind ausschĂŒttende Fonds eine gute Wahl. Die ErtrĂ€ge können Sie beispielsweise zum Lebensunterhalt verwenden oder damit Anteile anderer Fonds kaufen und so ungewĂŒnschten Depotverschiebungen zugunsten bestimmter Assetklassen entgegenwirken.

Mit einem thesaurierenden Fonds erwirtschaften Sie dagegen langfristig höhere Renditen und besitzen eine chancenreiche Geldanlage. Solche Fonds empfehlen sich insbesondere fĂŒr Vorsorgesparer. Gut geeignet sind fĂŒr die Altersvorsorge börsennotierte Indexfonds, sogenannte ETFs. Hier sind die laufenden Kosten gering, die Anschaffungskosten niedrig und die Risikostreuung optimal.
Geldsparen-Lesetipp: Mittlerweile gibt es mehr als 1.000 ETFs am Markt und es werden immer mehr. Doch sind die computergesteuerten Fonds wirklich besser als herkömmliche, von Spezialisten gemanagte Fonds? Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag: ETF oder klassischer Fonds?
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Max Geißler mein Name ist Max Geißler. Auf geldsparen.de kĂŒmmere ich mich vor allem um die Themen Geldanlage, Altersvorsorge und Immobilien. Ich habe Politikwissenschaften studiert und bin als Journalist und Buchautor tĂ€tig.

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