Von Peter Rensch, 22.05.2018

Fördermittel So beteiligt sich der Staat an Ihrer Immobilie

Der Staat unterstützt Immobilienbesitzer bei vielfältigen Investitionen - vom Kauf über die Sanierung bis hin zum Umbau. Welche Fördermittel es gibt und wie Sie sie erhalten.
Fördermittel So beteiligt sich der Staat an Ihrer Immobilie

Für neue Fenster können Immobilienbesitzer Fördermittel in Anspruch nehmen.

Als Immobilienbesitzer haben Sie die Möglichkeit, im Bereich Bauen, Wohnen oder Energiesparen attraktive Förderprogramme in Anspruch zu nehmen. Hierbei sind die Förderungsmaßnahmen in den Bundesländern und Kommunen sehr unterschiedlich. Bauherren, die eine Immobilie bauen, kaufen, umbauen oder sanieren wollen, greifen gerne auf die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) zu, da hier das Angebot von zinsgünstigen Darlehen und Zuschüssen am umfangreichsten ist.

Fördermittel für die energetische Sanierung

Beispiel: Wenn Sie Ihren Wohnraum energetisch sanieren oder einen solchen erwerben, erhalten Sie je Wohneinheit ein Darlehen in Höhe von maximal 100.000 Euro zu einem effektiven Jahreszins von 0,75 Prozent. Die Laufzeit beträgt in diesem Falle zwischen vier bis 30 Jahren bei einer Zinsbindung von zehn Jahren und einer tilgungsfreien Anlaufzeit zwischen ein und fünf Jahren.

Weiterhin genießen Sie einen Tilgungszuschuss, der bis zu 27.500 Euro betragen kann und abhängig ist von der Effizienz der Sanierungsmaßnahmen. Förderungsfähig sind alle energetischen Maßnahmen, die zum sogenannten KfW-Standard führen. Hierbei handelt es sich um einen Vergleich vom Jahresprimärenergiebedarf der sanierten Immobilie zu einem Neubau.

Konkret können Sie das Förderprogramm für den Ersatz ineffizienter Heizungsanlagen durch Anlagen mit effizienterer Energieleistung in Kombination mit einer optimierten Einstellung in Anspruch nehmen. Förderungsfähig sind weiterhin die Installation und die Erweiterung von Anlagen erneuerbarer Energien wie Photovoltaik-Anlagen, Stromerzeugung aus Wasser- und Windkraft, Kraft-Wärmekopplungsanlagen, Biogasleitungen und Batteriespeicher. Unternehmen, aber auch Privatpersonen, erhalten einen Kredit von bis zu 50 Millionen Euro zu einem effektiven Jahreszins von einem Prozent.

Programm Energieeffizient sanieren – so gehen Sie richtig vor

Die KfW empfiehlt vorab eine Energieberatung in Anspruch zu nehmen. Die KfW-Produktexpertin Vertrieb Manuela Mohr erklärt: "Fördervoraussetzung für die Programme Energieeffizient Bauen und Sanieren ist die Einbindung eines Sachverständigen. Auch hierfür gibt es eine Förderung bei der KfW und die Antragstellung muss vor dem Beginn der Baumaßnahmen erfolgen."

Ein versierter Energieberater informiert Sie nicht nur über die Durchführung der Maßnahmen, sondern beantragt auch Zuschüsse für seine Beratung durch das Bundesamt für Wirtschafts- und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Anschließend können Sie den Förderkredit von Ihrem Finanzierungspartner, also Ihrer Bank oder Versicherung, bei der KfW beantragen lassen. Zu dem Termin müssen Sie die Online-Bestätigung zum Antrag von Ihrem Energieberater mitnehmen. Sobald Sie eine Zusage erhalten haben, können die Baumaßnahmen beginnen.
 
Gesamten Vergleich anzeigenBaugeld Betrag: 200.000 €, Laufzeit: 15 Jahre
  Anbieter gebundener
Sollzins
eff. Zins
 
1.
1,38%
1,39%
2.
1,44%
1,45%
3.
1,51%
1,54%
maxGesTab=
Datenstand: 23.07.2018
Sämtliche Angaben ohne Gewähr
Nach Abschluss der Sanierungen erstellt der Energieberater eine Bestätigung nach Durchführung, die Sie innerhalb von neun Monaten nach Auszahlung des Kredits bei Ihrem Finanzierungspartner einreichen müssen.

Fördermittel für den Kauf oder Bau eines Effizienzhauses

Planen Sie eine Immobilie zu kaufen bzw. zu bauen und entscheiden sich für ein Objekt, das dem Standard vom KfW-Effizienzhaus entspricht, erhalten Sie einen Förderkredit in Höhe von bis zu 100.000 Euro.

Bei einer Laufzeit zwischen vier bis 30 Jahren, einer Zinsbindung bis zu zehn Jahren und einer tilgungsfreien Anlaufzeit von ein bis fünf Jahren beträgt der effektive Jahreszins ab 1,65 Prozent. Bei diesem Förderkredit ist es ebenfalls erforderlich, einen Energieberater hinzuziehen und die Fördermittel über Ihren Finanzierungsberater zu beantragen.

Mein Tipp: Weitere Informationen zum effizienten Einsatz von Energien in privaten Haushalten erhalten Sie übrigens auch von der Energieberatung der Verbraucherzentrale.

Günstige Kredite für altersgerechte Umbauten

Auch für altersgerechte Umbauten und Einbruchsschutz können Sie Darlehen mit einem effektiven Jahreszins ab 0,75 Prozent beantragen. Die Laufzeit beträgt je nach Kredit zwischen vier bis 30 Jahren bei einer Zinsbindung von bis zu zehn Jahren. Und Sie haben eine tilgungsfreie Anlaufzeit bis zwei Jahren. Unabhängig von Ihrem Alter erhalten Sie pro Wohneinheit einen Kredit von bis zu 50.000 Euro für Maßnahmen rund um Modernisierung im Bereich Wohnkomfort, Barrierereduzierung oder Einbruchschutz.

In den Maßnahmenkatalog fallen auch vielfältige Einzelmaßnahmen wie Einbau einbruchhemmender Haus- und Wohnungseingangstüren, Abbau von Barrieren im Hauseingangsbereich, Treppenlifte, Schwellenabbau oder Modernisierung von Sanitärobjekten (zum Beispiel WC und Waschbecken).

Programm Altersgerecht umbauen – so gehen Sie richtig vor

Das Hinzuziehen eines Sachverständigen ist bei diesen Baumaßnahmen keine Voraussetzung zum Erhalt des Förderkredits, kann jedoch für Sie hilfreich sein, um effizient zu planen.

Übrigens bietet die Polizei kostenlose Beratung beim Einbruchsschutz an. Wohnbera-tungsstellen oder Sachverständige unterstützen Sie bei der Planung von altersgerechten Umbauten. Um Ihren Förderkredit zu erhalten, nehmen Sie wiederum Kontakt mit Ihrem Finanzierungspartner auf, der den Kredit bei der KfW beantragt.

Weiterhin können Sie für Altersgerecht Umbauen einen Investitionszuschuss direkt online auf dem KfW-Zuschussportal beantragen. Die Zuschüsse im Überblick:
  • Altersgerechtes Haus (12,5 Prozent der förderfähigen Kosten, bis zu 6.250 Euro pro Wohneinheit).
  • Einzelmaßnahmen für einen altersgerechten Umbau (10 Prozent der förderfähigen Kosten, bis zu 5.000 Euro pro Wohneinheit).
  • Einzelmaßnahme Einbruchschutz (10 Prozent der förderfähigen Kosten, bis zu 1.500 Euro pro Wohneinheit).

Zuschüsse für Ihre Heizungserneuerung

Die KfW-Bank ist der größte Anbieter von staatlichen Förderkrediten und lässt diese ausschließlich über Banken, Sparkassen und Versicherungen abwickeln. Sylvia Schäfer-Kopplin, Leiterin Produktmanagements Immobilienfinanzierung der Wüstenrot Bausparkasse, weist auf weitere Förderprogramme hin:

"Über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sind verschiedene Zuschüsse für Heizungserneuerungen auf Basis erneuerbarer Energien oder Kraft-Wärme-Kopplung möglich. Die Anträge sind hier gemeinsam mit dem Installateur zu stellen (www.bafa.de). Zusätzlich fördert das BAFA eine detaillierte Energieberatung im Vorfeld einer Sanierung mit bis zu 800 Euro, wenn noch nicht klar ist, welche Maßnahmen am besten für die eigenen Wünsche geeignet sind."

Förderprogramme bleiben oft ungenutzt

Die Förderprogramme sind vielfältig und werden von Bund, Ländern und Gemeinden ins Leben gerufen. Gerade im Bereich energieeffizientes Bauen sollen damit Maßnahmen angekurbelt werden, die sich positiv auf die ehrgeizigen Klimaziele auswirken. Doch immer wieder bleiben die Förderprogramme ungenutzt, da nicht alle Bankberater die Kunden direkt darauf hinweisen.

Tipp: Fragen Sie bei Ihrem Finanzierungsgespräch konkret nach Förderprogrammen. Auch Gemeindeverwaltungen und Landräte geben Auskunft. Eine Komplettübersicht finden Sie zudem auf dem Portal der Verbraucherzentrale Bundesverband baufoerderer.de.

Tipp: Lesen Sie hier, welche Fördermittel es für Familien gibt, die ein Haus kaufen möchten.
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