Fritz Himmel
Ein Beitrag von Fritz Himmel, 11.06.2018 (Aktualisiert 30.10.2018)

Scheidung Ehe gescheitert - was passiert mit der Immobilie?

Scheitert eine Ehe, wird die gemeinsame Immobilie schnell zur Streit- und Kostenfalle. Besser Sie nutzen saubere Lösungswege.
Scheidung Ehe gescheitert - was passiert mit der Immobilie?

Die gemeinsame Immobilie ist ein häufiger Streitpunkt bei einer Scheidung.

Meist geht es nach einer Trennung nicht nur darum, wie hoch die Schulden, geleistete Zahlungen und der Wertzuwachs der Immobilie w√§hrend der gemeinsamen Jahre waren. „Zu kl√§ren ist dann meist auch, ob und welcher der Partner das Eigenheim weiter bewohnt, wer Kreditraten, Steuer, Versicherung und die √ľbrigen Nebenkosten zahlt, ob die Grundbucheintragung ge√§ndert oder die Immobilie im Zuge des Zugewinnausgleichs doch verkauft werden muss“, sagt der M√ľnchner Rechtsanwalt Tim Schauss.

Ehevertrag von Vorteil

Klare Verh√§ltnisse herrschen im Grunde nur, wenn das Paar in weiser Voraussicht eine Aufteilung von G√ľtern und Verm√∂gen in einem Ehevertrag vereinbart hat. Die Mehrheit der Ehepaare lebt hierzulande jedoch im Status der sogenannten Zugewinngemeinschaft. Bei einer Scheidung wird hier durch einen Vergleich des Anfangs- und Endverm√∂gens bei jedem Ehepartner ermittelt, welcher den h√∂heren Zugewinn w√§hrend der Ehe erwirtschaftet hat.

„Derjenige mit dem h√∂heren Verm√∂genszugewinn muss dann die H√§lfte der Differenz an den anderen auszahlen“, sagt Dominik H√ľren von der Bundesnotarkammer. Bringt ein Partner eine Immobilie in die Ehe mit, ist bei der Scheidung hierf√ľr zwar kein Ausgleich zu leisten. Jedoch f√§llt der Wertzuwachs in seinen Zugewinn. Beim aktuellen Boom kann das je nach Lage der Immobilie betr√§chtlich sein.

Mein Rat: Falls Sie Ihr Haus durch Erbschaften oder Schenkungen finanziert haben, dann sollten Sie sich das unbedingt von einem Notar bestätigen lassen. Nur so können Sie im Scheidungsfall sicher sein, dass Ihnen diese Beträge bei der Berechnung des Zugewinns auch angerechnet werden.

Rechenbeispiel eines ehelichen Zugewinns


Zur Verdeutlichung hier ein einfaches Beispiel zur Berechnung eines ehelichen Zugewinns am Beispiel einer Immobilie:

Sie haben ein Haus im damaligen Wert von 500.000 Euro mit in die Ehe gebracht und¬† stehen auch als alleiniger Eigent√ľmer im Grundbuch. Zum Zeitpunkt der Scheidung ist die Immobilie inzwischen 800.000 Euro wert. Der Zugewinn betr√§gt somit 300.000 Euro.
W√ľrde es sonst keinerlei Verm√∂gensausgleich auf beiden Seiten geben, so h√§tte Ihr Ehepartner einen Anspruch am Zugewinn der Immobilie in H√∂he von 150.000 Euro.

Problematisch ist hierbei, dass der Anspruch, der sich dabei aus dem Zugewinn am Ende ergibt, ein reiner Geldzahlungsanspruch ist. Die Crux: Ist es Ihnen als Immobilieneigent√ľmer nicht m√∂glich, dieses Geld aufzubringen, k√∂nnten Sie sich gezwungen f√ľhlen, Ihre Immobilie zu verkaufen, um den Ex-Partner auszuzahlen.

Wenn beiden Ehepartnern je die Hälfte der Immobilie gehört


Haben die Ehepartner gemeinsam die Immobilie w√§hrend der Ehe angeschafft und sind beide im Grundbuch als Eigent√ľmer eingetragen, so geh√∂rt jedem die H√§lfte. Wie wird nun geteilt?

Immobilie verkaufen

Der einfachste und sauberste Weg wäre, beide entschließen sich zum Verkauf der Immobilie und teilen dann den Erlös gleichermaßen. Gleichzeitig lassen sich Verbindlichkeiten, etwa ein Immobilienkredit, damit tilgen.
Gesamten Vergleich anzeigenBaugeld Betrag: 200.000 €, Laufzeit: 10 Jahre
  Anbieter gebundener
Sollzins
eff. Zins
 
1.
0,82%
0,82%
2.
0,95%
0,96%
3.
0,96%
0,99%
maxGesTab=
Datenstand: 22.03.2019
Sämtliche Angaben ohne Gewähr

Immobilien-Anteil an den (Ex-) Ehepartner √ľbertragen

Will einer der beiden die Immobilie alleine behalten und weiterhin bewohnen, beispielsweise weil gemeinsame Kinder im gewohnten Umfeld bleiben sollen, so muss er dem anderen eine Abfindung zahlen, die sich am Marktwert des Objekts und an dem beurkundeten Eigentumsanteil bemisst.

Wichtiger Hinweis: Achten Sie in diesem Fall als "abgebender" Partner unbedingt darauf, dass Sie aus allen Vertr√§gen und dem Grundbuch gestrichen werden. So k√∂nnen Sie nicht mehr in Haftung genommen werden, sollte Ihr Ex-Partner seinen k√ľnftigen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen.

Grunderwerbsteuer sparen

Bei der Immobilien√ľbertragung gilt es dann, auf den richtigen Zeitpunkt zu achten. "Scheidungspaare sollten bedenken, dass bei Eigentums√ľbertragungen auch Grunderwerbsteuer f√§llig wird", sagt Anwalt Schauss. Die betr√§gt 2018 in einigen Bundesl√§ndern bereits 6,5 Prozent des Verkehrswertes, so dass schnell mehrere tausend Euro allein f√ľr die Grundbucheintragung f√§llig werden. "Da Eheleute von der Grunderwerbsteuer befreit sein k√∂nnen, sollte die Frage der √úbertragung m√∂glichst fr√ľhzeitig gekl√§rt und noch vor der Scheidung geregelt werden. Dadurch l√§sst sich viel Geld sparen“, r√§t Schauss.

Trennungszeit und Scheidungsurteil

Auch wenn ein Partner die Scheidung eingereicht hat, so kann zun√§chst keiner den anderen vor die T√ľr setzen. Beide haben das Recht, die Immobilie zu bewohnen. Im Regelfall sind sich beide Ehepartner einig, wer in der Immobilie bleiben darf und wer geht. Bestehen beide Partner auf der Nutzung, so wird/kann ein Familiengericht diese Frage auf Antrag kl√§ren.

Wichtiger Hinweis: Ziehen Sie nicht vorschnell aus dem gemeinsamen Haus aus. Selbst wenn Ihnen das Haus geh√∂rt, kann ein √ľbereilter Auszug bedeuten, dass Sie Ihr Nutzungsrecht verlieren!

Was mit dem Haus nach der Scheidung endg√ľltig passiert, muss das Paar gemeinsam entscheiden. Streit ohne Ende? Vorsicht: Ohne einvernehmliche Einigung entscheiden letztlich die Gerichte. Dann droht sogar die Versteigerung der Immobilie. Einigen Sie sich besser! Vermeiden Sie wegen der sonst m√∂glichen erheblichen Verluste f√ľr beide Partner unbedingt eine Zwangsversteigerung.

Tipp: Lesen Sie hier, wann Ihnen Trennungsunterhalt zusteht.
 

Schließen Sie einen Ehevertrag - auch noch während der Ehe

Am besten ist immer eine saubere L√∂sung von Anfang an. Per Ehevertrag k√∂nnen Sie eine G√ľtertrennung vereinbaren oder auch den gesetzlich geregelten Zugewinnausgleich dahingehend √§ndern, indem Sie ihn beschr√§nken oder bestimmte Verm√∂gensgegenst√§nde ausschlie√üen.

Beispiel 1: Sie erben eine Immobilie, so kann diese beispielsweise aus dem Zugewinnausgleich herausgenommen werden. Das bedeutet konkret, dass auch die sp√§tere Wertver√§nderung (meist Steigerung) nicht beim Zugewinnausgleich ber√ľcksichtigt wird.

Beispiel 2: Sie können auch vereinbaren, dass der Anspruch auf Zugewinnausgleich begrenzt wird, zum Beispiel auf eine Höhe von maximal 100.000 Euro.

So einen Ehevertrag k√∂nnen Sie w√§hrend einer Ehe nachtr√§glich oder bereits vor der Hochzeit schlie√üen. Er ist f√ľr die Rechtsg√ľltigkeit notariell unter Anwesenheit beider Eheleute zu beurkunden.
 
Jetzt zum Geldsparen Newsletter anmelden!

Liebe Leserinnen und Leser,

Fritz Himmel mein Name ist Fritz Himmel. Bei geldsparen.de k√ľmmere ich mich um alles, was Telekommunikation, Altersvorsorge und Versicherungen betrifft. Zudem schreibe ich regelm√§√üig f√ľr Tageszeitungen.

Suchen Sie ein bestimmtes Thema?

Artikel Suchen

Oder schreiben Sie mir einfach, wenn Sie eine Frage haben.

Mail

Ich freue mich auf eine Mail von Ihnen

» Autoren von geldsparen.de

Leserkommentare

noch keine Kommentare vorhanden

Kommentar schreiben

Name*

Email*

√úberschrift*

Kommentar

Ziffernfolge
hier eingeben:
neu laden


*Pflichtfelder

 

Foto: zimmytws/Shutterstock.com ID:6984

Der Geldsparen-Newsletter

Schon abonniert?

Unser Newsletter versorgt Sie regelmäßig mit aktuellen Themen zu:

Geld
Geld
  Gesundheit
Vorsorge
Wohnen
Wohnen
  Beruf
Beruf/Ausbildung
Internet & Telefon
Internet & Telefon
  Unterwegs
Unterwegs

Anrede

Vorname

Nachname

eMail*

Newsletter (wöchentlich)

Spartipp des Tages (täglich)

Ich erkläre mich mit der Nutzung meiner Daten laut Nutzungsbedingungen einverstanden. Unsere Datenschutzerklärung finden Sie hier

 

*Pflichtfelder

 
Bereich: Wohnen Pagename: ehe-gescheitert-immobilie(6984)