Helga Riedel
Ein Beitrag von Helga Riedel, 20.10.2017

Wohnraummangel Wohnen für Hilfe

Viele Senioren leben in einem großen Haus und könnten ein wenig Unterstützung gebrauchen. Studenten mangelt es hingegen oft an Wohnraum. Hier setzt das Projekt "Wohnen für Hilfe" an.
Wohnraummangel Wohnen für Hilfe

Beim Projekt "Wohnen für Hilfe" können Senioren und Studenten in vielerlei Hinsicht voneinander profitieren.

Der Wunsch, möglichst lange in den eigenen vier Wänden zu leben, erfüllt sich in Deutsch-land für die meisten Senioren. Laut dem 2016 veröffentlichten „siebten Altenbericht der Bundesregierung“ leben „von den über 65-Jährigen weiterhin fast 95 Prozent in ihren oftmals schon über Jahrzehnte genutzten Wohnungen, die mehrere Lebensphasen miterlebt haben“. So wie Josef, den Reporter der ZDF-Sendung „37 Grad“ ein paar Tage begleitet haben. Der 92-Jährige lebt noch immer in dem Haus mit Garten, in dem seine Kinder aufgewachsen sind. Er hält sich mit Sport fit, schmeißt den Haushalt und hat vor ein paar Monaten sogar das Zimmer seines Sohnes eigenhändig renoviert. In dem lebt nun der 24-jährige Student Mustafa. Zu verdanken haben sie ihre ungewöhnliche Wohngemeinschaft dem Projekt „Wohnen für Hilfe“.

Bedürfnisse von Senioren und Studenten ergänzen sich perfekt

Die Idee dahinter: Viele Senioren verfügen über reichlich Platz und könnten ein wenig Unterstützung im Alltag gebrauchen. Auf der anderen Seite sind günstige Zimmer für Studenten in den Universitätsstädten Mangelware.

Was liegt da näher, als beide Gruppen, deren Bedürfnisse sich perfekt ergänzen, zusammen zubringen? So wie Mustafa und Josef, der sich seit dem Tod seiner Frau vor einem Jahr sehr einsam fühlte und sich ein wenig Hilfe vor allem bei Gartenarbeiten wünschte. Student Mustafa, der vor sechs Jahren allein aus dem Iran gekommen ist, profitiert von der günstigen Miete. Denn er bezahlt lediglich die anfallenden Nebenkosten. Für sein zwölf Quadratmeter großes Zimmer muss er Josef nach den Regeln bei „Wohnen für Hilfe“ zwölf Stunden im Monat unterstützen.

"Wohnen für Hilfe" in 34 Universitätsstädten

Das 1992 entwickelte Projekt „Wohnen für Hilfe“ gibt es heute in 34 Universitätsstädten, darunter Aachen, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Kassel, Köln, Konstanz und Osnabrück. Träger sind in unterschiedlichen Kombinationen Hochschulorganisationen, Wohlfahrtsverbände, Vereine und Kommunen. Eine Übersicht, in welchen Universitätsstädten „Wohnen für Hilfe“ angeboten wird, sowie die jeweiligen Anlaufstellen, findet man im Internet unter „Wohnen für Hilfe in Deutschland“.

"Wohnen für Hilfe" auch für Azubis

Inzwischen wendet sich das Projekt jedoch nicht mehr ausschließlich an Studierende. Denn auch junge Leute, die in größerer Entfernung zum Elternhaus eine Ausbildung absolvieren, sind auf günstigen Wohnraum angewiesen. Die etwas andere WG-Vermittlung gibt es deshalb zunehmend auch in kleineren Städten. Ob in der eigenen Gemeinde ein vergleichbares Projekt existiert, erfährt man in der Regel beim Sozialreferat der Kommunalverwaltung.

So finden Interessierte einen Wohnpartner

Im Vorfeld sollten beide Wohnpartner ihre Erwartungen und Wünsche klar definieren, damit das Zusammenleben später für beide Seiten möglichst reibungslos funktioniert. Die Mitarbeiter des Projekts legen dafür meist von allen „Vermietern“ und Zimmersuchenden Profile an. Wichtig sind dabei sowohl Gewohnheiten, Hobbys und Tagesablauf, als auch die gewünschte Unterstützung – etwa Einkaufen, Gartenarbeiten oder zum Arzt begleiten. Pflegeleistungen jeglicher Art sind prinzipiell ausgeschlossen. So versuchen sie möglichst gut harmonierende Wohn-Partner zu finden.

Was vertraglich festgehalten werden sollte

Nach Kennenlernen und Probewohnen von etwa vier Wochen schließen beide Wohnpartner mit Unterstützung der Vermittlungsstelle einen Vertrag. Der sollte über Nebenkosten, Stundenanzahl und Tätigkeiten hinaus auch Dinge beinhalten wie Besuche, Regeln für Küchen- und Badbenutzung, Ruhezeiten und Putzplan. Ein möglichst detaillierter Vertrag ist dabei kein Ausdruck von Misstrauen, sondern die beste Basis für ein harmonisches Miteinander der beiden Wohnpartner.

Tipp: Lesen Sie hier, welche Versicherungen Studenten haben sollten.

Sie möchten mehr über das Projekt "Wohnen für Hilfe" erfahren? In unserem kostenlosen sechsseitigen Dossier im PDF-Format informieren wir Sie ausführlich zum Thema.
 
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