Von Michael Schreiber, 15.08.2018

Einkommen Mit einem Firmenwagen Steuern sparen

Wer einen Firmenwagen auch privat nutzen darf, muss ihn als "geldwerten Vorteil" versteuern. Wann lohnt sich das? Wie können Sie Steuern sparen?
Einkommen Mit einem Firmenwagen Steuern sparen

Trotz Steuern: Mit einem Firmenwagen sind Arbeitnehmer oft günstiger unterwegs als mit einem Privatauto.

In welcher Höhe Steuern für einen Dienstwagen anfallen, hängt davon ab, wie er genutzt wird:

Firmenwagen nur für berufliche Fahrten

Nutzen Sie einen Firmenwagen kostenlos nur für berufliche Fahrten, spielt das steuerlich für Sie keine Rolle. Sie brauchen weder etwas zu versteuern, noch können Sie Fahrtkosten als Werbungskosten angeben.

Firmenwagen auch für private Fahreten

In den meisten Fällen darf der Dienstwagen aber auch für private Fahrten sowie für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeit genutzt werden. Dafür müssen Sie den geldwerten Vorteil versteuern. Für diese Besteuerung gibt es zwei Methoden: die Pauschalversteuerung nach der Ein-Prozent-Methode oder das Fahrtenbuch. Arbeitgeber und Mitarbeiter legen zum Jahresbeginn fest, welche Methode sie nutzen. Ein Wechsel im laufenden Jahr ist nicht möglich, so der Bundesfinanzhof (BFH, Az. VI R 35/12). Welche Methode günstiger ist, hängt von der individuellen privaten Kilometerleistung und dem Wert des Fahrzeugs ab.

Faustregel: Wer viel privat fährt, kommt mit der Pauschalversteuerung am besten weg. Nutzen Sie den Firmenwagen überwiegend beruflich, lohnt sich das Fahrtenbuch.

Ab 2019 Steuerbonus für Elektro- und Hybridautos

Wer ein Elektro- oder zumindest Hybridauto als Firmenwagen betreibt und auch privat nutzt, der kann bald von einem neuen Steuergeschenk der Bundesregierung profitieren. Ab 2019 sollen diese Fahrzeuge zu 0,5 Prozent, also nur noch zum halbierten Satz, versteuert werden. Mit diesem Steuerprivileg wird Elektromobilität finanziell ein Stück attraktiver werden.

So funktioniert die Ein-Prozent-Methode 

In der Praxis wird meist nach der Ein-Prozent-Methode versteuert. Das geschieht automatisch mit der ­Gehaltsabrechnung. In der Steuererklärung müssen Sie als Arbeitnehmer nichts extra eintragen. Der geldwerte Vorteil ist bereits im Arbeitslohn enthalten, den Sie als Ganzes ohnehin in die Anlage N eintragen müssen.

Der Arbeitgeber ermittelt den geldwerten Vorteil mit monatlich ein Prozent des Bruttolistenpreises des Autos. Für die Fahrten von der Wohnung zur Arbeitsstätte kommen monatlich 0,03 Prozent des Listenpreises je Entfernungskilometer hinzu – für Pendler mit langen Anfahrtswegen kommt da ganz schön was zusammen. Das Finanzamt versteuert den vollen Monatsbetrag, auch wenn das Auto nachweislich nur an wenigen Tagen für eine private Nutzung zur Verfügung stand (FG Baden-Württemberg, Az. 6 K 2540/14). Zum Ausgleich für die Versteuerung des geldwerten Vorteils können Sie in der Steuererklärung die Entfernungspauschale als Werbungskosten geltend machen – spätestens hier machen Pendler den Steuermalus aus der Versteuerung teilweise wieder wett.

Bei der Ein-Prozent-Methode Steuern sparen

Der Listenpreis für ein Neufahrzeug wird auch dann angesetzt, wenn die Firma Ihnen einen Gebrauchtwagen stellt. Die Kosten für Sonderausstattung und Extras des Autos werden auf den Listenpreis aufgeschlagen, wenn das Fahrzeug bei Erstzulassung so ausgestattet war.

Biallo-Tipp: Steuerlich wäre es günstiger, wenn Sie Extras später einbauen lassen. Dann werden diese für die Steuer nicht ­berücksichtigt (BFH, Az. VI R 12/09). Der ermittelte Wert für die private Nutzung wird auf das monatlich zu zahlende Gehalt aufgeschlagen und mitversteuert.

Beteiligt sich der Mitarbeiter an den Anschaffungskosten des Fahrzeugs oder zahlt er fixe Beträge zu den laufenden Kosten oder gefahrenen Kilometern dazu, senkt das die Steuerlast (BMF-Schreiben vom 19. April 2013). Arbeitnehmer können nach einem Urteil des Bundesfinanzhofes vom 30. November 2016 (Az. VI R 2/15) aber auch eine Minderung des versteuerten geldwerten Vorteil um selbst getragene Einzelausgaben wie Benzin, Versicherungen oder Reparaturen verlangen.

Tipp: Weisen Sie Spritkosten anhand der Tankquittungen nach. Haben Sie die nicht aufgehoben, reicht auch der Nachweis der Zahlung durch EC- oder Kreditkarte. Notfalls kann der Benzinverbrauch anhand der Verbrauchsvorgaben des Herstellers geschätzt werden.
 
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Eine Korrektur der Lohnversteuerung können sie entweder kurz vor Jahresende bei Ihrem Arbeitgeber oder nach Jahresende über die eigene Steuererklärung beim Finanzamt einfordern. Die Korrektur beim Chef hat den Vorteil, dass dann auch geringere Sozialabgaben auf den zu hoch versteuerten Lohn anfallen. Beim Finanzamt erhält man dagegen nur die überzahlte Lohnsteuer zurück. Zuzahlungen eines Arbeitnehmers, die den steuerpflichtigen geldwerten Vorteil übersteigen, können den Lohn maximal auf null Euro reduzieren. Einen darüber hinausgehenden Steuerabzug lehnen die BFH-Richter in einer weiteren Entscheidung ab (Az. VI R 49/14).

Beispiel:
Werner Fricke hat seit Anfang 2017 einen Firmenwagen, den er auch privat nutzen darf. Bruttolistenpreis: 33.000 Euro. Zum Job fährt er 25 Kilometer. Sein Arbeitgeber hat jeden Monat 330 Euro (ein Prozent des Preises) als Vorteil berechnet. Außerdem für den Arbeitsweg 247,50 Euro (25 Kilometer x 0,03 Prozent). Er musste also jeden Monat zusätzlich zum Gehalt für weitere 577,50 Euro Steuern und Sozialabgaben zahlen. Das ist ein geldwerter Vorteil für 2017 von 6.930 Euro. Bei einem Steuersatz von 30 Prozent zahlt Zeller 2017 für das Auto 2.079 Euro Einkommensteuer. Das rechnet sich aber unter dem Strich immer noch. Zum Vergleich: Hätte er das Auto selbst gekauft, müsste er 33.000 Euro Anschaffungskosten selbst aufbringen sowie Ausgaben für Kfz-Versicherun­g, Kfz-Steuer und Tanken zahlen.

Keine Steuer bei Fahruntüchtigkeit

Nichts versteuern muss man für Monate, in denen man zum Beispiel durch eine Erkrankung fahruntüchtig ist. Das hat das Finanzgericht Düsseldorf mit Urteil vom 24. Januar 2017 (Az. 10 K 1932/16 E) rechtskräftig entschieden. Im Urteilsfall hatte ein Arbeitnehmer Ende Februar einen Hirnschlag erlitten und war erst Ende Juli wieder arbeitsfähig. Da die Nutzung des Autos aufgrund einer Vereinbarung mit dem Arbeitgeber bei schwerer Erkrankung nicht zulässig war, brauchte er für die vollen Monate März bis Juni keinen geldwerten Vorteil zu versteuern.

Tipp: Das Urteil kann auch für Arbeitnehmer von Interesse sein, die aufgrund gesetzlicher Fahrverbote (Führerscheinentzug wegen Geschwindigkeitsüberschreitung oder Trunkenheit am Steuer) den Dienstwagen längere Zeit in der Garage stehen lassen müssen. Nutzt in dieser Zeit aber ein anderer Familienangehöriger den Wagen, muss der Nutzungsvorteil versteuert werden.

Hierauf sollten Sie beim Fahrtenbuch achten

Möchten Sie nachweisen, dass Sie den Wagen gar nicht oder nur wenig privat genutzt haben, geht das nur mit einem Fahrtenbuch. Das müssen Sie von Jahresbeginn an detailliert und genau führen. Zeichnen Sie zeitnah jede einzelne Fahrt auf. Unter anderem gilt, dass bei Betriebsfahrten Datum, Ziel, Zweck, Kilometerstand zu Beginn und Ende der Fahrt sowie die Namen der besuchten Kunden oder Geschäftspartner vermerkt sein müssen. Bei Privatfahrten reichen die gefahrenen Kilometer.

Der Arbeitgeber ermittelt dann anhand zweier Angaben den steuerpflichtigen Nutzungswert: Wie hoch waren die Gesamtkosten für das Fahrzeug und wie groß war der Anteil, der auf private Kilometer entfiel? Fahrtenbücher gibt es im Schreibwarenhandel. Sie dürfen auch elektronisch geführt werden, per Stick oder Smartphone-App. Die nachträgliche Änderung der Daten muss aber technisch ausgeschlossen sein. Eine Excel-­Liste oder besprochene Kassetten scheiden somit aus (FG Köln, Az. 10 K 33/15).

Mit einem Elektro-Firmenwagen Steuern sparen

Ein Elektro-Dienstwagen ist bislang eine teure Angelegenheit. Schuld daran sind die hohen Anschaffungskosten im Vergleich zu einem konventionellen Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Denn der sogenannte Bruttolistenpreis bestimmt auch letztendlich den zu versteuernden Privatanteil des Firmenwagens. Dank Förderung des Fiskus dürfen Sie die Anschaffungskosten für das Batteriesystem aus dem Listenpreis des Fahrzeugs herausrechnen. Möglich ist bei einer Anschaffung in diesem Jahr ein Abschlag von bis zu 7.500 Euro. Außerdem gilt seit Anfang 2017: Den Ladestrom vom Chef für Ihren Privat- oder Firmenwagen gibt es steuerfrei.

Tipp: Reine Elektrofahrzeuge (keine Hybridmodelle) werden bei Erstzulassung bis Ende 2020 für zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit. Das gilt rückwirkend auch für Erstzulassungen ab 18. Mai 2011 und umgerüstete Altfahrzeuge.

Ein weiterer Anreiz für die Elektromobilität bringt bis 30. Juni 2019 der von Bundesregierung und Industrie finanzierte Umweltbonus. Diese Kaufprämie wird in Höhe von 4.000 Euro für rein elektrische Fahrzeuge und in Höhe von 3.000 Euro für Plug-in-Hybride mit einem Listenpreis von unter 60.000 Euro gewährt. Der Rabatt mindert allerdings nicht den Bruttolistenpreis für die Lohnversteuerung, die Anschaffung für den Arbeitgeber wird jedoch günstiger. Details und weiterführende Informationen finden Sie direkt über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Noch günstiger soll es ab dem 1. Januar 2019 werden, wenn die gesetzliche Besteuerung für E-Firmenwagen von ein auf 0,5 Prozent des Bruttolistenpreises reduziert wird. Diese Neuregelung wird zeitlich begrenzt sein und ist vorgesehen für reine Elektroautos und von außen aufladbare Plug-in-Hybridfahrzeuge, die bis zum 31. Dezember 2021 gekauft oder geleast werden. Finanziell interessant wird die neue Besteuerung bei E-Dienstwagen, die beim Bruttolistenpreis mit einem konventionellen Fahrzeug vergleichbar sind. In jedem Fall muss der Fahrer den geldwerten Vorteil nur noch mit dem halbierten Satz versteuern und das zahlt sich aus – für den eigenen Geldbeutel und die Umwelt. Kritik gibt es dennoch von Umweltschützern, dass der Steuervorteil nicht für Dienst-E-Bikes gelten soll.

Tipp: Lesen Sie hier sechs Fragen und Antworten zum Parken.
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