Von Horst Peter Wickel, 18.01.2018

Ladestation Elektroauto in der eigenen Garage aufladen

Wenn Sie sich in diesem Jahr Ihr erstes Elektroauto anschaffen wollen, sollten Sie auf die eigene Ladestation in der Garage nicht verzichten. Woran Sie hierbei denken sollten.
Ladestation Elektroauto in der eigenen Garage aufladen

Eine normale Haushaltssteckdose ist nicht geeignet, um Elektroautos zu betanken. Eine spezielle Ladestation muss her.

Langsam, aber sicher steigt die Nachfrage nach umweltfreundlichen Stromflitzern, aber die Zahl der ├Âffentlichen Ladestationen ist noch immer gering. Und so stellen sich viele Interessenten die Frage: Wie und wo kann ich meinen Stromer betanken?

Ihre Haushaltssteckdose reicht nicht

Rein theoretisch sollte Ihre Standardsteckdose eigentlich reichen, aber Sie werden daran wenig Freude haben. Bei einer g├Ąngigen Stromst├Ąrke von 10 Ampere kommen bei 230 Volt Wechselstrom gerade mal 2,3 Kilowatt Ladeleistung heraus. So dauert es dann rund zehn Stunden, bis der komplette Ladezyklus erreicht ist. Vorausgesetzt, dass Ihre Steckdose ├╝berhaupt so lange durchh├Ąlt – eigentlich sind normale Haushaltssteckdosen nicht darauf ausgelegt, dauerhaft sehr hohe Stromleistungen zu ├╝bertragen.

Eigene Ladestation einrichten

Sehr viel schneller und sicherer k├Ânnen Sie ihr Elektroauto an der eigenen Ladestation auftanken. F├╝r die Ladezeit spielt das verbaute Ladeger├Ąt (On Board Charger) in Ihrem Auto eine wichtige Rolle – die Spanne der m├Âglichen Leistungen reicht von 3,7 kW bis 22 kW. Und die Ladeleistung h├Ąngt dann nat├╝rlich auch von dem Steckersystem Ihres Ladekabels ab. In Europa ist der Typ 2-Stecker Standard, nur bei einigen asiatischen Modellen von Nissan oder Mitsubishi werden noch Typ 1-Stecker verwendet.

Fehlt nur noch die richtige Ladestation f├╝r Ihre Garage. Experten raten, sich beim Kauf einer Ladestation f├╝r Ihr Elektroauto nur f├╝r Qualit├Ątshersteller zu entscheiden, die bei f├╝hrenden Autoherstellern gepr├╝ft und gelistet sind. Eine zuverl├Ąssige Ladestation bekommen Sie als Basismodell ab etwa 699 Euro. Je nach Ausstattung und Zusatzfunktionen kann sich der Preis selbstverst├Ąndlich erh├Âhen. F├╝r zus├Ątzliche Kosten sorgt nat├╝rlich die fachgerechte Installation der Ladestation. Die sollten Sie auf jeden Fall einem qualifizierten Elektroinstallateur ├╝berlassen.
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Der Profi sollte dann auch entscheiden, ob die Ladestation an der Wand oder auf einem Standfu├č installiert werden sollte, ob eine vorhandene Leitung genutzt werden kann oder eine neue Leitung verlegt werden muss. Die Kosten sind dann davon abh├Ąngig, wie weit der Parkplatz vom n├Ąchsten Sicherungskasten entfernt ist und ob f├╝r die Leitung Wanddurchbr├╝che oder Grabungsarbeiten erforderlich sind.

Wenn die Wohneigent├╝mer nicht mitspielen

W├Ąhrend Sie als Hausbesitzer ganz eigenst├Ąndig ├╝ber die Installation einer Ladestation f├╝r Ihr Elektroauto entscheiden k├Ânnen, m├╝ssen Sie bei einer Eigentumswohnung die Eigent├╝mergemeinschaft um Erlaubnis bitten. Und das muss nicht immer klappen.

Ein aktuelles Beispiel: Auf seinem Tiefgaragen-Stellplatz wollte sich der Miteigent├╝mer einer Wohnungsgemeinschaft auf eigene Kosten eine Ladestation installieren, brauchte daf├╝r allerdings eine Zuleitung vom Hausverteiler. Aber die Eigent├╝merversammlung lehnte ab, das Landgericht M├╝nchen I stoppte den geplanten Ladebox-Einbau (Az.: 36 S 2041/15). Die Richter sahen in den geplanten Ma├čnahmen eine „bauliche Ver├Ąnderung am Gemeinschaftseigentum, welche die Rechte der anderen Eigent├╝mer ├╝ber das zumutbare Ma├č hinaus beeintr├Ąchtige“. Die geplante Stromleitung sei sp├Ąter als Teil des Gemeinschaftseigentums auch von der Gemeinschaft instand zu halten, und au├čerdem sei nicht auszuschlie├čen, dass weitere Eigent├╝mer im Rahmen der Gleichbehandlung ├ähnliches fordern.

Zwar sieht das Wohneigentumsgesetz (Paragraf 21 Absatz 5 Nummer 6 WEG) vor, dass Ma├čnahmen zur Herstellung eines Energieanschlusses im Rahmen der ordnungsgem├Ą├čen Verwaltung einer Wohnanlage von den anderen Eigent├╝mern zu dulden ist, aber, so die M├╝nchner Richter, diese Regelung beziehe sich nur auf die Herstellung eines Mindeststandards nach dem Stand der Technik – und dazu geh├Ârten Ladestationen f├╝r Elektroautos zumindest bei bestehenden Tiefgaragen nicht.

Mieter m├╝ssen um Erlaubnis fragen

Als Mieter eines Tiefgaragenstellplatzes bleibt Ihnen ohnehin nichts anderes ├╝brig, als vor der Installation einer Ladestation Ihren Vermieter um Erlaubnis zu bitten. Dabei sind wichtige Fragen zu kl├Ąren, zum Beispiel, wie die Stromabrechnung erfolgt und was bei Ihrem Auszug mit der Ladestation passiert.

Tipp:
Lesen Sie hier, wann Mieter ihre Miete k├╝rzen d├╝rfen.
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