Von Eva Maria Buscher, 20.06.2017 (Aktualisiert 04.09.2017)

Mobilit├Ąt Carsharing wird immer attraktiver

Ein eigenes Auto? Das muss nicht sein. Mit Carsharing l├Ąsst sich viel Geld sparen. Ein neues Gesetz soll die geteilten Autos noch attraktiver machen.
Mobilit├Ąt Carsharing wird immer attraktiver

Carsharing-Kunden k├Ânnen ganz einfach per Smartphone orten, wo gerade ein freies Fahrzeug steht.

├ťber 150 Carsharing-Anbieter gibt es mittlerweile. Die Zahl ihrer Kunden liegt laut Bundesverband Carsharing inzwischen bei ├╝ber 1,7 Millionen – eine Verdoppelung innerhalb von zwei Jahren. Gro├če Anbieter wie car2go, Drive Now oder Flinkster sind vor allem in St├Ądten aktiv. Ein gro├čes Problem ist dort aber der fehlende Parkraum. Schlie├člich sind die Unternehmen auf Stellpl├Ątze in zentraler Lage angewiesen.

Kunden m├╝ssen das Auto l├Ąngst nicht mehr zwangsl├Ąufig an einem bestimmten Standort abholen und auch dorthin zur├╝ckbringen. Der Trend geht vielmehr zum "Free Floating", wie es im Jargon der Carsharing-Unternehmen hei├čt. Dabei orten die Kunden per Smartphone, an welcher Stelle gerade ein Auto ihres Anbieters steht. Jeder Fahrer hat die Wahl, wo im Nutzungsgebiet er den Wagen am Ende seiner Fahrt parken will. Auf dem Land ├╝brigens ist diese Variante noch seltener als das stationsbasierte Carsharing: Die Anbieter sind nur in einigen Regionen, vor allem Ballungszentren und touristischen Gegenden, zu finden.

Vorteile f├╝r Carsharing-Kunden

Neue Regeln sollen das ├Ąndern. Zum 1. September 2017 ist ein Gesetz in Kraft getreten, das Vorteile f├╝r Carsharing vorsieht. Ziel ist es vor allem, in den St├Ądten und Gemeinden mehr und kostenfreie Parkpl├Ątze f├╝r die Fahrzeuge zu schaffen.

Kommunen k├Ânnen f├╝r die Carsharing-Autos nun separate Parkpl├Ątze ausweisen, die zudem geb├╝hrenfrei sind. Fahrzeuge mit Elektro- oder Hybridantrieb d├╝rfen dabei bevorzugt werden. Das Gesetz erlaubt Carsharing-Anbietern au├čerdem, die Standorte f├╝r ihre Fahrzeuge in den "├Âffentlichen Verkehrsraum" zu verlegen. Das hei├čt, die Autos k├Ânnen zum Beispiel an Ortsdurchfahrten von Bundesstra├čen abgeholt oder zur├╝ckgegeben werden.

F├╝r wen lohnt sich Carsharing?

Wer nur ab und zu ein Auto braucht, zum Beispiel f├╝r Eink├Ąufe oder Ausfl├╝ge, f├╝r den kann sich Carsharing lohnen. Anders sieht es in der Regel f├╝r Berufspendler aus. Zwar sind die Kilometerpauschalen der Anbieter niedrig, und Benzin in der Regel im Preis mitinbegriffen. Die Kosten f├╝r das gemietete Auto h├Ąngen aber wesentlich von der Nutzungsdauer ab. Pro Stunde werden je nach Anbieter und Auto zwischen f├╝nf und 20 Euro oder mehr f├Ąllig. Steht der Wagen stundenlang auf dem Parkplatz des Arbeitgebers, kann das teuer werden.
Gesamten Vergleich anzeigenAutokredit Kredit: 20.000 €, Laufzeit: 48 Monate
  Anbieter Monatliche Rate eff. Zins
p.a.
repr. Beispiel
 
 
1.
437,95
2,49%
2.
441,64
2,92%
0,97% - 2,92%
3.
441,90
2,95%
2,45% - 2,95%
maxGesTab=
Datenstand: 19.03.2019
Sämtliche Angaben ohne Gewähr
žž repr. Beispiel

Versicherungsschutz

Die Fahrzeuge sind in aller Regel ├╝ber den Vermieter vollkaskoversichert. Allerdings ist die Selbstbeteiligung oft hoch. "350 bis 500 Euro sind ├╝blich", Constantin Papaspyratos, Leiter der Rechtsberatung beim Bund der Versicherten. "Es gibt aber auch Carsharing-Anbieter, in deren Vertr├Ągen 1500 Euro vorgesehen sind." Ein Unfall kann also teuer werden.

Einige Carsharing-Unternehmen bieten jedoch an, die Selbstbeteiligung gegen eine j├Ąhrliche Geb├╝hr zu senken. Wer zum Beispiel bei Flinkster 90 Euro j├Ąhrlich zahlt, f├╝r den liegt die Selbstbeteiligung bei 300 statt 1500 Euro.

Carsharing und Schadenfreiheitsrabatt

Carsharing-Kunden, die ihr eigenes Auto abschaffen wollen, m├╝ssen noch etwas beachten: "Wer sein Auto verkauft und die Kfz-Versicherung k├╝ndigt, verliert nach einer Frist von meist sieben Jahren seinen bisherigen Schadenfreiheitsrabatt", sagt Constantin Papaspyratos. Ein Blick in den Versicherungsvertrag bzw. die Allgemeinen Bedingungen zeigt, wie lang die Frist im Einzelfall ist.

Die durchs Carsharing gewonnene Fahrpraxis z├Ąhlt normalerweise auch nicht mit, wenn es um den Aufbau eines Schadenfreiheitsrabattes geht. Das hei├čt: Carsharing-Kunden, die jahrelang unfallfrei gefahren sind, werden genauso behandelt wie 18-J├Ąhrige, die gerade die Fahrpr├╝fung hinter sich haben. Helfen kann in solchen F├Ąllen ein Schreiben des Anbieters. Laut Bundesverband Carsharing best├Ątigen die Unternehmen auf Nachfrage, ├╝ber welchen Zeitraum der Fahrer regelm├Ą├čig und unfallfrei gefahren ist. Die Kfz-Versicherer k├Ânnen das ber├╝cksichtigen – m├╝ssen es aber nicht.

Tipp: Bevor sie losfahren sollten sich Carsharing-Kunden das Fahrzeug genau ansehen. "Vorsch├Ąden, auch Kratzer im Lack, sollten dem Anbieter vor Fahrtbeginn gemeldet werden", sagt Papaspyratos. So l├Ąsst sich sp├Ąterer Streit um die Kosten vermeiden.
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