Von Kerstin Weinzierl, 16.08.2018

Grün-grauer Kapitalmarkt Grün kann auch gefährlich sein

Zahlreiche Anbieter von Geldanlagen aus den Bereichen Sonne, Wind, Wald & Co. haben in den vergangenen Jahren Insolvenz anmelden müssen. Anleger sollten sich genau informieren.
Grün-grauer Kapitalmarkt Grün kann auch gefährlich sein

Bei vielen "grünen" Geldanlagen besteht das Risiko des Totalverlustes.

Mehr als fünfzig Anbieter von Geldanlagen aus den Bereichen Sonne, Wind, Wald & Co. haben seit dem Jahr 2012 Insolvenz angemeldet. Die Verbraucherzentrale Hamburg warnt vor riskanten Geldanlagen im Bereich Nachhaltigkeit. Laut ihrer neuesten Erhebung wurden seit 2012 mehrere Milliarden Euro Kapitalvermögen der grünen Branche von einer Insolvenzwelle erfasst. Das betroffene Investment der Anleger ist in vielen Fällen verloren.

Viele Fälle bleiben unbekannt

Auch große und etablierte Öko-Unternehmen können wirtschaftlich straucheln und sind vor einer Pleite nicht geschützt. Die Aktionäre und Anleihegläubiger von Solarworld können ein Lied davon singen. Deutschlands größter Solarmodulhersteller musste im Mai dieses Jahres – nur acht Monate nach dem Neustart – den zweiten Konkurs anmelden. Weitere Pleiten, wie die des nachhaltigen Energieversorgers Prokon oder German Pellets, sind ebenfalls bekannt. Eine ganze Reihe von Fällen jedoch kaum oder gar nicht.

Abhilfe schafft hier die aktuelle Liste mit den Unternehmen der Umweltwirtschaft, die zwischen 2012 und Anfang 2018 Insolvenz anmelden mussten. Zu finden auf der Internetseite der Verbraucherzentrale Hamburg und auf dem Informationsportal www.geld-bewegt.de. "Unsere Stichprobe zeigt vermutlich nur die Spitze des Eisbergs. Das wahre Ausmaß des Schadens bleibt im Verborgenen", sagt Denise Hildebrand von der Verbraucherzentrale Hamburg. "Wir konnten nur einen Teil der verlorenen Investitionen beziffern, sodass die tatsächliche Anzahl der betroffenen Anleger und deren finanzieller Schaden erheblich höher sein dürfte."

Risiken oft unterschätzt

Viele Privatanleger sind sich über die Risiken grüner Geldanlagen nicht bewusst. In Zeiten von Niedrigzinsen und dem Trend, mit seinem Geld Gutes bewirken zu wollen, lassen sich viele Investoren von scheinbar lukrativen Renditechancen anlocken. Oft handelt es sich aber bei Geldanlagen in Baumplantagen, Windparks, Solaranlagen etc. um risikoreiche Investitionen im sogenannten Grauen Kapitalmarkt. Im Gegensatz zum Aktienmarkt ist dieser Markt weder transparent noch streng reguliert. Unternehmen, die auf dem Grauen Markt agieren, benötigen keine Erlaubnis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Deshalb ist das Risiko auch höher, dass Anleger mit solchen Investments Schiffbruch erleiden. "Doch das Risiko spielt bei der Vermarktung dieser Art Investments meist eine untergeordnete Rolle", weiß Finanzexpertin Hildebrand.

Kaum überschaubar lange Investitionszeiten

Weitere Risiken bergen für Anleger die oft langen Investitionszeiträume von nicht selten zwanzig oder gar dreißig Jahren. Deshalb halten Verbraucherschützer direkte Investitionen in natürliche Ressourcen wie Sonne, Wind oder Holz für höchst spekulativ und raten, nur geringe Vermögenswerte für diese Anlagen aufzuwenden.

Aber auch die Umwelt selbst ist ein Risiko. Ein Beispiel: Sollte Holz als Anlageart für Sie interessant sein, dann müssen Sie sich bewusst sein, dass Naturkatastrophen von einer Sekunde auf die nächste ganze Wälder auslöschen und Ihre sicher prognostizierten Einnahmen vernichten können.

Fonds statt Direktinvestment

Statt hochriskanter Anlageformen sollten Anleger, die gerne in eine nachhaltige Geldanlage mit Renditechance investieren möchten, lieber einen ethisch-ökologischen Fonds wählen. Allein in Deutschland sind davon bereits mehr als 400 am Markt erhältlich. Die Verbraucherzentrale Bremen stellt unter geld-bewegt.de eine Marktübersicht bereit.
Aktiendepot Vergleich
Wer mit dem Thema nachhaltiges Investment oder generell mit dem Wertpapierhandel noch nicht vertraut ist, für den können die digitalen Vermögensverwalter, die sogenannten Robo-Advisor, eine geeignete Alternative sein. Die Anbieter Liqid, Visualvest, Werthstein und Investify bieten Einsteigern die Möglichkeit, am Nachhaltigskeitstrend zu partizipieren. Mit deutlich geringeren Gebühren als in der traditionellen Vermögensverwaltung.

Tipp: Lesen Sie hier, wie sich nachhaltige Geldanlage lohnen kann.
Jetzt zum Geldsparen Newsletter anmelden!

Liebe Leserinnen und Leser,

mein Name ist Kerstin Weinzierl.

Suchen Sie ein bestimmtes Thema?

Artikel Suchen

Oder schreiben Sie mir einfach, wenn Sie eine Frage haben.

Mail

Ich freue mich auf eine Mail von Ihnen

» Autoren von geldsparen.de

Leserkommentare

noch keine Kommentare vorhanden

Kommentar schreiben

Name*

Email*

Überschrift*

Kommentar

Ziffernfolge
hier eingeben:
neu laden


*Pflichtfelder

 

Foto: MatteoZinCreativeStudio/Shutterstock.com ID:7418

Der Geldsparen-Newsletter

Schon abonniert?

Unser Newsletter versorgt Sie regelmäßig mit aktuellen Themen zu:

Geld
Geld
  Gesundheit
Vorsorge
Wohnen
Wohnen
  Beruf
Beruf/Ausbildung
Internet & Telefon
Internet & Telefon
  Unterwegs
Unterwegs

Anrede

Vorname

Nachname

eMail*

Newsletter (wöchentlich)

Spartipp des Tages (täglich)

Ich erkläre mich mit der Nutzung meiner Daten laut Nutzungsbedingungen einverstanden. Unsere Datenschutzerklärung finden Sie hier

 

*Pflichtfelder

 
Bereich: Geld Pagename: gruen-grauer-kapitalmarkt(7418)