Von Peter Hermann, 22.10.2018

Fonds Wenn Kosten die Rendite zunichte machen

Fonds sind bei Anlegern beliebt. Nicht außer Acht lassen sollten sie allerdings die Kosten. Denn Verwaltungskosten, Ausgabeaufschlag und Co. sind der Renditekiller Nummer 1.
Fonds Wenn Kosten die Rendite zunichte machen

Die Freude über sich gut entwickelnde Fonds wird zuweilen durch hohe Fondskosten getrübt.

So mancher Anleger wird bereits einen Schreck bekommen haben, wenn ihm am Ende eines Geschäftsjahres die Gebühren-Abrechnung seiner Fondsanlage ins Haus geflattert ist. Haben Sie sich schon einmal die Mühe gemacht, die Gesamtkosten zusammenzuaddieren? Dies führt oft zu einer herben Überraschung. Die Kosten wirken sich meist in erheblichem Maße auf Ihre Rendite aus.

Fondskosten sind oft schwer zu durchschauen

Hinzu kommt: Fondsgesellschaften und Anbieter wie Banken und andere Finanzdienstleister haben jahrzehntelang daran gearbeitet, derart komplizierte Kostenmodelle zu "basteln", dass heutzutage kaum noch ein Anleger – und schon gar nicht im Vorhinein – dazu in der Lage ist, die Höhe der Gesamtkosten seines Investments auch nur in etwa abzuschätzen. Die Finanzmarktrichtlinie Mifid II und die sich daraus ableitenden neuen Transparenzvorschriften, die seit Anfang 2018 in Kraft sind, sollten dabei Abhilfe schaffen. Dennoch liegt noch immer vieles im Argen.

Viele verschiedene Kostenarten

Hauptgrund für die Intransparenz der Fondskosten sind die unterschiedlichen Kostenarten, die in ihrer Gesamtheit vor allem für Börsenlaien schwer zu durchblicken sind. Rein betriebswirtschaftlich stellen sich die anfallenden Gebühren eines Fonds als eine Ansammlung von fixen sowie variablen und dazu noch jeweils in verschiedenen wiederkehrenden und nicht-wiederkehrenden Varianten dar.

Außerdem sind bestimmte Kosten bereits in der ausgewiesenen Rendite eingepreist, andere nicht. Die verschiedenen Kostenquellen im Detail:
  • Ausgabeaufschlag: Der Ausgabeaufschlag fällt einmalig beim Kauf des Fonds an. Beispielsweise bei Aktienfonds beläuft er sich auf vier bis sechs Prozent. Wenn Sie den Ausgabeaufschlag im Hinblick auf die Gesamtrendite berechnen möchten, können Sie dies erst am Ende der Laufzeit des Investments tun. Bei ETFs fallen in der Regel keine Ausgabeaufschläge an.

    Tipp: Lesen Sie hier zehn Tipps für den Erfolg mit ETFs.
     
  • Verwaltungsgebühr: Die Management- oder Verwaltungsgebühren werden von der Fondsgesellschaft erhoben und sind in der Regel bereits in der Kurs- beziehungsweise Chartentwicklung des Fonds eingepreist. Sie betragen bei Aktienfonds meist zwischen 1,5 und 2,5 Prozent pro Jahr, bei ETFs liegen sie oft deutlich unter einem Prozent. Im Zuge der Anfang dieses Jahres in Kraft getretenen neuen EU-Finanzvorschriften Mifid II wurde die in der Regel im jeweiligen Fondsprospekt beziehungsweise im sogenannten KIID (Key Investor Information Document) ausgewiesenen Gesamtkostenquote (TER) durch die "Ongoing Charge", die "Laufenden Kosten" ersetzt. Dahinter verbergen sich nach wie vor Verwaltungs-, Management-, Depotbank- sowie Servicegebühren der Fondsgesellschaft. Allerdings sind durch diese Umbenennung bislang keinerlei Verbesserungen im Hinblick auf die Transparenz erreicht worden.
     
  • Transaktionskosten: Die Transaktionskosten werden von den Anbietern für den Kauf oder Verkauf eines Fonds erhoben. Transaktionskosten fallen einmalig an und können je nach Angebot stark schwanken.
Aktiendepot Vergleich
  • Depotkosten: Diese werden meist jährlich von dem verwahrenden Geldinstitut erhoben, bei dem das jeweilige Finanzprodukt aufbewahrt wird. Auch hier gibt es enorme Unterschiede.
     
  • Performance Fee: Diese Gebühr ist eine erfolgsabhängige Vergütung, die am Ende eines Geschäftsjahres berechnet wird und deren Höhe sich an der erzielten Rendite des Fonds orientiert. Achtung: Durch die Performance Fee können sich die Gesamtkosten eines Investments deutlich erhöhen.
Vermögensberater wie Guido Ludwig von Ludwig & Laux GmbH & Co. KG gehören daher auch zu den schärfsten Kritikern der praktischen Anwendung der Fondskosten: "Anleger achten viel zu selten auf die Fondskosten, obwohl sie der Performancekiller Nummer eins sind. Die Banken locken aktuell den Privatanleger verstärkt in vermögensverwaltende Misch- beziehungsweise Dachfonds mit sehr hohen laufenden Kosten, die teilweise über drei Prozent pro Jahr liegen. Nicht berücksichtigt sind hierbei die Transaktionskosten und etwaige performanceabhängige Gebühren."

Tipp:
Da Banken und andere Finanzdienstleister inzwischen dazu verpflichtet sind, sollten Sie als Anleger vor dem Kauf eines Fonds auf einer detaillierten Kostenaufstellung bestehen. Bei etwaigen Ungereimtheiten sollten Sie nachhaken und sich beim Bundesamt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) beschweren.

Tipp: Lesen Sie hier, warum Sie einen Fondssparplan nie ohne Rabatt abschließen sollten.
Jetzt zum Geldsparen Newsletter anmelden!

Liebe Leserinnen und Leser,

mein Name ist Peter Hermann.

Suchen Sie ein bestimmtes Thema?

Artikel Suchen

Oder schreiben Sie mir einfach, wenn Sie eine Frage haben.

Mail

Ich freue mich auf eine Mail von Ihnen

» Autoren von geldsparen.de

Leserkommentare

noch keine Kommentare vorhanden

Kommentar schreiben

Name*

Email*

Überschrift*

Kommentar

Ziffernfolge
hier eingeben:
neu laden


*Pflichtfelder

 

Foto: pathdoc/Shutterstock.com ID:7465

Der Geldsparen-Newsletter

Schon abonniert?

Unser Newsletter versorgt Sie regelmäßig mit aktuellen Themen zu:

Geld
Geld
  Gesundheit
Vorsorge
Wohnen
Wohnen
  Beruf
Beruf/Ausbildung
Internet & Telefon
Internet & Telefon
  Unterwegs
Unterwegs

Anrede

Vorname

Nachname

eMail*

Newsletter (wöchentlich)

Spartipp des Tages (täglich)

Ich erkläre mich mit der Nutzung meiner Daten laut Nutzungsbedingungen einverstanden. Unsere Datenschutzerklärung finden Sie hier

 

*Pflichtfelder

 
Bereich: Geld Pagename: fondskosten(7465)