Max Geißler
Ein Beitrag von Max Geißler, 11.05.2018

Geldanlage ETF oder klassischer Fonds?

Mittlerweile gibt es mehr als 1.000 ETFs am Markt und es werden immer mehr. Doch sind die computergesteuerten Fonds wirklich besser als herkömmliche, von Spezialisten gemanagte Fonds?
Geldanlage ETF oder klassischer Fonds?

Immer mehr computergesteuerte Indexfonds (ETFs) kommen auf den Markt.

Betrachtet man die Kosten, ist die Sache klar: ETFs kosten deutlich geringere Geb√ľhren als die aktiv verwalteten Pendants. Der Kostenvorteil betr√§gt etwa 1,0 bis 1,5 Prozent pro Jahr. Um so viel m√ľssten herk√∂mmliche Fonds besser laufen, um nach Kosten auf die gleiche Wertsteigerung wie ein vergleichbarer ETF zu kommen. F√ľr Ali Masarwah von der Ratingagentur Morningstar steht daher fest: „Kosten sind der beste Indikator f√ľr die k√ľnftige Performance“. Das hei√üt, je geringer die Fondsgeb√ľhren, desto h√∂her die Gewinnaussichten.

ETFs sind transparenter

Auch in Sachen Transparenz und Handelbarkeit punkten ETFs. So k√∂nnen Anleger Zusammensetzung und Wertentwicklung mit einem Blick auf den zugrundeliegenden Index leicht nachvollziehen. Au√üerdem sichert der Handel √ľber die B√∂rse sekundenschnelles Ordern. Bei aktiv verwalteten Fonds muss man dagegen Fondsprospekte studieren und Quartalsberichte lesen. Die Orderabwicklung √ľber die Fondsgesellschaft dauert Tage.

Nachteil: starrer Indexbezug

ETFs haben aber auch Nachteile, beispielsweise den starren Indexbezug. Er verhindert, dass ETFs besser laufen als der zugrundeliegende Markt. Fondsmanager können dagegen aktiv in unterschiedlichste Wertpapiere investieren, schlecht laufende Aktien eliminieren und aussichtsreiche Papiere höher gewichten.

Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale Bremen warnt vor zu marktengen ETFs. Wichtig sei eine ausreichende Streuung: „Fonds, die nur in einzelne Branchen oder L√§nder investieren, eignen sich h√∂chstens als Beimischung im Depot.“ Unerfahrene Anleger sollten daher auf ETFs setzen, die m√∂glichst weltweit und in verschiedene Branchen entwickelter Volkswirtschaften investieren. Wichtig sei zudem, auf ein ausreichendes Anlagevolumen des Fonds zu achten. Ansonsten besteht die Gefahr, dass der Fonds mangels Masse schlie√üen muss oder mit einem anderen ETF verschmolzen wird. Wenigstens 30 Millionen Euro sollten es schon sein.

Tipp: Lesen Sie hier, welche weiteren Stolperfallen es bei ETFs gibt.
Aktiendepot Vergleich

ETF und klassische Fonds im Vergleich

Die Zeitschrift „Euro am Sonntag“ hat einen Performancevergleich zwischen ETFs und klassischen Fonds angestellt. Ergebnis: Neben Rohstoff-ETFs performten im F√ľnfjahresvergleich vor allem global anlegende und nordamerikanische Aktien-ETFs besser als vergleichbare, aktiv verwaltete Fonds. Der Renditevorsprung betrug zwischen 20 und 40 Prozent. Bei ETFs mit Anlageschwerpunkt Deutschland oder Europa war der Unterschied gering. Hier hatten Indexfonds nur mit f√ľnf oder vier Prozent die Nase vorn. Herk√∂mmliche Fonds liefen in der Kategorie Emerging Markets (+4 Prozent) sowie China & Hongkong (+16 Prozent) besser. Noch gr√∂√üer war das Performanceplus bei Nischen-Indizes, etwa Pharma & Gesundheit (+18 Prozent) und Medien & Kommunikation (+35 Prozent).

Auf die Strategie kommt es an

Fazit: Die Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass trotz niedrigerer Kosten und leichter Renditevorteile es keinen klaren Beweis gibt, dass ETFs generell besser laufen als aktiv verwaltete Fonds. Der Bundesverband deutscher Banken empfiehlt Anlegern daher, ihre Fondsauswahl eher vom Fondskonzept, der eigenen Risikobereitschaft und dem Sparziel abhängig zu machen. Wichtig sei vor allem die Strategie, mit der man sparen wolle.

Tipp: Lesen Sie hier zehn Tipps zum Erfolg mit ETFs.
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Max Geißler mein Name ist Max Geißler. Auf geldsparen.de k√ľmmere ich mich vor allem um die Themen Geldanlage, Altersvorsorge und Immobilien. Ich habe Politikwissenschaften studiert und bin als Journalist und Buchautor t√§tig.

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