Max Geißler
Ein Beitrag von Max Geißler, 07.02.2018

Altersvorsorge Deutsche m√ľssen umdenken

Viele Deutsche legen Geld f√ľrs Alter zur√ľck. Doch obwohl der Sparhorizont h√§ufig sehr lang ist, flie√üen die Sparraten meist in sichere Geldanlagen - mit fatalen Folgen f√ľr die Rendite.
Altersvorsorge Deutsche m√ľssen umdenken

Das Sparschwein ist keine gute Möglichkeit zur Altersvorsorge. Ansehnliche Renditen können hingegen Wertpapiere bringen.

Die Deutschen sparen gern und das am liebsten selbst, das zeigt die Studie „Verantwortungsbarometer Deutschland 2018“ von Fidelity Investment. √úber zwei Drittel der Bundesb√ľrger k√ľmmern sich selbst um ihre Geldanlage und ihre Altersvorsorge. Nur 16 Prozent √ľberlassen die finanzielle Verantwortung ihrem Partner oder ihrer Partnerin. Wobei Frauen diese Aufgabe schon eher delegieren (19 Prozent) als M√§nner (12 Prozent).

Bei der Altersvorsorge oft falsche Anlageentscheidung

Das Problem: Egal ob m√§nnlich oder weiblich – beide Seiten treffen in punkto Anlageform meist nicht die beste Entscheidung. Trotz niedriger Verzinsung steckt fast die H√§lfte der Befragten (45 Prozent) ihr Geld in private Rentenversicherungen. Jeder Vierte (24 Prozent) legt regelm√§√üig Beitr√§ge auf Tagesgeldkonten oder Festgeldkonten zur√ľck. Die Renditen dieser Geldanlagen reichen aber schon lange nicht mehr, um den Lebensstandard im Alter zu halten. Die rentabelste Vorsorgeform, n√§mlich Wertpapiere, halten gerade mal zw√∂lf Prozent f√ľr geeignet. Wobei M√§nner mit 15 Prozent h√§ufiger in Wertpapiere investieren als Frauen mit zehn Prozent.

Hohe Rendite mit Wertpapieren

Die Zur√ľckhaltung bei Aktien und Fonds ist ein gro√üer Fehler. W√§hrend private Rentenversicherungen nach Abzug von Kosten √ľber zwei Prozent Rendite kaum hinauskommen, erzielten Sparpl√§ne mit deutschen Aktienfonds laut Fondsverband BVI in den vergangenen 20 Jahren durchschnittlich 6,5 Prozent Rendite. Auf 30-Jahressicht sind es sogar gut sieben Prozent. Die Ertragsunterschiede sind gewaltig: Zahlt ein Sparer zwanzig Jahre lang monatlich 200 Euro in eine Rentenpolice mit zwei Prozent Nettoverzinsung ein, hat er am Ende ein Guthaben von knapp 59.000 Euro. H√§tte er in deutsche Aktienfonds investiert, w√§ren es mit 96.500 Euro rund 37.500 Euro mehr. Bei 30-j√§hriger Anlagedauer betr√§gt der Mehrertrag sogar 145.000 Euro.
Aktiendepot Vergleich
Die Berechnungen zeigen, dass sich Fondssparen langfristig lohnt. Selbst hartn√§ckige B√∂rsenkrisen werden durch regelm√§√üige Kursgewinne √ľber die Jahre mehr als ausgeglichen. Clevere Anleger greifen zu b√∂rsengehandelten Indexfonds, sogenannten ETFs. Diese verursachen dank Computersteuerung nur sehr geringe laufende Kosten und k√∂nnen bei Direktbanken und Onlinebrokern extrem preiswert geordert werden.

Geldspar-Tipp: Vergleichen Sie genau, bevor Sie ein Depot er√∂ffnen. Es gibt deutliche Preisunterschiede. Bei Comdirect, Consorsbank oder ING-Diba kostet eine Sparplanausf√ľhrung je nach Ratenh√∂he nur zwei bis vier Euro, selten mehr. H√§ufig sind die Ordergeb√ľhren nach oben hin gedeckelt.

Riester-Fondssparpläne mit Kapitalgarantie

Familien und Alleinstehende mit Kindern profitieren im Rahmen der Riester-Rente von hohen staatlichen Riester-Zulagen f√ľr die Altersvorsorge. Was viele nicht wissen: Auch Riester-Vertr√§ge gibt es auf Fondsbasis. Das erh√∂ht die Renditeaussichten deutlich. Ein weiteres Plus von Riester-Fondssparpl√§nen ist die Kapitalgarantie zum Auszahlungsbeginn: Sowohl die eingezahlten Gelder als auch die F√∂rdergelder sind bei Rentenstart garantiert. Das bedeutet, selbst wenn die B√∂rse kurz vor Rentenbeginn einen gro√üen Crash erleiden und die angesparten Fondsanteile stark ins Minus rutschen sollten, bleibt das eingezahlte Geld erhalten. Diesen Vorzug bieten klassische Fondssparpl√§ne oder ungef√∂rderte private Rentenversicherungen auf Fondsbasis nicht.

Kleinvieh macht Mist

F√ľr welches Vorsorgeprodukt Sie sich auch entscheiden, wichtig ist, dass Sie √ľberhaupt sparen. Laut der Fidelity-Studie legt fast jeder Dritte kein Geld f√ľrs Alter zur√ľck. Die Rentenpl√§ne der kommenden Bundesregierung sehen aber h√∂chstens eine Stabilisierung des aktuellen Rentenniveaus bis 2025 vor – und das ist mit 48 Prozent des letzten Gehalts schon heute sehr wenig. Was nach 2025 kommt, ist v√∂llig ungewiss.

Vor allem junge Menschen sollten daher wenigstens einen kleinen Betrag regelm√§√üig zur Seite legen. Wer mit 27 anf√§ngt, monatlich 50 Euro in einen DAX-ETF einzuzahlen, der hat bei sechs Prozent Durchschnittsrendite mit 67 ein Guthaben von fast 100.000 Euro angespart. Abz√ľglich 25 Prozent Abgeltungssteuer lie√üe sich daraus 25 Jahre lang eine Zusatzrente von rund 350 Euro generieren, vorausgesetzt der Auszahlplan rentiert mit drei Prozent j√§hrlich. Das sollte f√ľr jeden zu schaffen sein.
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Max Geißler mein Name ist Max Geißler. Auf geldsparen.de k√ľmmere ich mich vor allem um die Themen Geldanlage, Altersvorsorge und Immobilien. Ich habe Politikwissenschaften studiert und bin als Journalist und Buchautor t√§tig.

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Leserkommentare

 

08.02.2018 07:07 Uhr
Ruthardt H.J.: Deutsche müssen umdenken ????
Guten Morgen, was soll diese reißerische Titel des Newsletters ? Wollen sie die Deutschen in Risikoanlagen treiben, an denen nur die Banker, Finanzjongleure und Anlageberater verdienen ? Spekulationswut wecken mit der Altersvorsorge ? Ist doch traurig genug, daß man das zusätzlich machen muss, weil die Rente später hinten und vorne nicht reicht, obwohl man genug einbezahlt hat in 4 Jahren Arbeit. mfG


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