Von Horst Peter Wickel, 26.01.2018

Mini-Solaranlagen Eigener Solarstrom vom Balkon

Mit Mini-Solaranlagen können Sie auch als Mieter Ihren eigenen Strom gewinnen. Schon mit einem Modul können Sie rund fünf Prozent Ihres Stromverbrauchs decken. Lohnt sich das?
Mini-Solaranlagen Eigener Solarstrom vom Balkon

Auch Mieter und Stadtbewohner können mit einer Mini-Solaranlage direkt zur Energiewende beitragen.

Bisher war es vor allem Hausbesitzern vorbehalten, sich eine Solaranlage aufs Dach installieren zu lassen. Aber mit modernen, hocheffizienten Photovoltaik-Modulen können Sie jetzt auch als Mieter ganz einfach ihren eigenen Strom auf Balkon oder Terrasse erzeugen – und Geld sparen. Viel bringen die Mini-Solarkraftwerke noch nicht, aber nach Angaben des Verbands der Elektrotechnik, Elektronik, Informationstechnik (VDE) können Sie rund fünf Prozent Ihres Strombedarfs einfach und sicher mit einer kleinen Solaranlage decken.

In anderen europäischen Staaten wie Österreich, der Schweiz oder Portugal ist das schon lange möglich – jetzt dürfen die Mini-Kraftwerke auch in Deutschland betrieben werden. Weil sich die steckbaren Solaranlagen leicht auf- und abbauen lassen, können Sie sie als Mieter bei einem Umzug dann einfach mitnehmen.

Wieviel Strom Sie damit erzeugen können

Die kleinsten Solarkraftwerke bestehen aus nur einem Modul mit etwa 72 Solarzellen. So ein Panel ist circa 160 Zentimeter hoch, 80 Zentimeter breit und wiegt meist weniger als 20 Kilogramm.

Wie viel Strom Sie mit einer Mini-Solaranlage tatsächlich produzieren, hängt natürlich von der Lage Ihres Balkons beziehungsweise Ihrer Terrasse ab. Zwar scheint hier in der Regel weniger Sonne als zum Beispiel auf einem Hausdach, aber eine kleine Anlage mit einem Solarmodul kann bei durchschnittlicher Sonneneinstrahlung jährlich rund 180 bis 200 Kilowattstunden Strom erzeugen. Etwas größere Anlagen erreichen eine Jahresleistung von 600 bis 700 Kilowattstunden.
Stromvergleich
Nach den Modellrechnungen von Experten amortisiert sich eine kleine Solaranlage damit bereits nach wenigen Jahren. In einer Beispielrechnung heißt es: Eine steckbare Solaranlage mit 270 Watt inklusive Zubehör und Lieferung gibt es bei seriösen Händlern für rund 470 Euro. Im besten Fall produziert das Gerät jährlich 300 Kilowattstunden Strom für je 7 Cent und vermeidet den Bezug von Netzstrom für 29 Cent pro Kilowattstunde. Das kann bei aktuellen Strompreisen 87 Euro pro Jahr Ersparnis bedeuten. Das Gerät würde sich auf Basis dieser Rechnung nach fünf Jahren amortisiert haben.

So können Sie bei der Energiewende helfen

Auch als Mieter und Stadtbewohner können Sie jetzt direkt zur Energiewende beitragen. Die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) hat ausgerechnet, dass sich in Deutschland so viele Stecker-Solar-Geräte installieren lassen, dass mindestens ein großes Braunkohlekraftwerk mit hohem CO2-Ausstoß überflüssig werden kann.

So funktioniert Ihre Mini-Solaranlage

Im Prinzip können Sie Ihre Anlage an eine Steckdose hängen und gemäß der neuen Norm DIN VDE 0100-551-1, die voraussichtlich 2019 in Kraft tritt, darf es an jeden Stromkreis angeschlossen werden. Für einen normgerechten Anschluss muss dieser Stromkreis aber eine spezielle Einspeisesteckdose aufweisen, die mit der maximalen Anschlussleistung gekennzeichnet ist.
Photovoltaik
Erforderlich ist dabei ein sogenannter Wechselrichter, der den erzeugten Gleichstrom in haushaltsüblichen Wechselstrom umwandelt. Bis zum Inkrafttreten der Produktnorm voraussichtlich 2019 können Sie sich am Sicherheitsstandard für steckbare Stromerzeugungsgeräte orientieren, den die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie veröffentlicht hat.

Besser nicht zu viel Strom produzieren

Wenn Ihre Solaranlage mehr Strom erzeugt, als Sie verbrauchen, haben Sie allerdings ein Problem, denn es ist verboten, Zähler rückwärts laufen zu lassen. Deshalb sind Sie rechtlich auf der sicheren Seite, wenn der Zähler eine Rücklaufsperre hat.

Um die Sicherheit Ihrer Mini-Solaranlage müssen Sie sich keine Gedanken machen. Experten gehen davon aus, dass bei 600 Watt aus zwei Solarmodulen nicht genug Energie zugeführt wird, um eine fehlerfreie Elektroinstallation zu überlasten. Dies zeigen auch die Erfahrungen mit rund 250.000 steckbaren Solargeräten in anderen europäischen Ländern. Da es zur Zeit noch keine klaren Sicherheitsvorschriften und Zertifizierungen für Mini-Solaranlagen gibt, sollten Sie sich bei der Einrichtung von einem professionellen Installateur unterstützen lassen. Je nach Größe des Geräts ist auch eine Genehmigung durch Ihren Vermieter erforderlich.
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Leserkommentare

 

03.02.2018 18:31 Uhr
Nowak: Kosten
Und wo bekommt der kleine Mann so an eine Solaranlage die auch bezahlbar ist. Suche schon zwei Jahre und habe bis jetzt nichts Erreicht.


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