GĂŒnstiger ist nur geschenkt: Pflanzen selbst auszusĂ€en bringt nicht nur eine Menge Spaß, sondern spart auch jede Menge Geld. Alles was man dafĂŒr braucht, sind ein möglichst helles warmes PlĂ€tzchen, gute Aussaaterde, Wasser, geeignete GefĂ€ĂŸe und Samen.
Garten Pflanzen selber ziehen

FĂŒr den Preis einer einzigen Pflanze bekommt man je nach Sorte ein Vielfaches an Samen.

Vor allem wenn man einjĂ€hrige Pflanzen gleich massenweise benötigt, beispielsweise um damit viele Meter BalkonkĂ€sten zu bestĂŒcken, einen neu angelegten Garten zum ErblĂŒhen zu bringen, bis die in Ruhe ausgewĂ€hlte dauerhafte Bepflanzung Einzug hĂ€lt, oder um reichlich gesundes GemĂŒse und Obst aus eigenem Anbau auf den Tisch zu bringen, wĂŒrden die nötigen Jungpflanzen vom GĂ€rtner ein kleines Vermögen verschlingen.

Eine einzelne HĂ€ngelobelie beispielsweise kostet mit etwa 1,50 Euro soviel wie ein TĂŒtchen mit 300 Samen. Auch fĂŒr den Preis einer kleinen Tomatenpflanze (ca. 2,50 Euro) bekommt man je nach Sorte zwischen zehn und 30 Samen. Neben der Kostenersparnis hat die Aussaat aber noch einen weiteren riesigen Vorteil: Die Auswahl ist im Vergleich zum Standardangebot der meisten GĂ€rtnereien einfach gigantisch.

Was man alles braucht


1. GefĂ€ĂŸe

FĂŒr die Pflanzenanzucht hĂ€lt der Handel spezielle BehĂ€ltnisse in allen Preislagen bereit - von beheiz- und belĂŒftbaren MinigewĂ€chshĂ€usern oder edlen Holz-Saatkisten bis zu einfachen Plastikschalen und Multitopf-Anzuchtplatten fĂŒr wenige Euro. Doch auch im Haushalt finden sich jede Menge geeignete GefĂ€ĂŸe wie Plastikschalen mit durchsichtigen Deckeln von GemĂŒse und Obst, Joghurtbecher, Eierkartons, ausgediente Plastikdosen, KonservenbĂŒchsen oder Weinkisten. Wichtig ist nur, fĂŒr einen guten Wasserabzug zu sorgen. Bei dickwandigeren PlastikgefĂ€ĂŸen funktioniert das ganz einfach mit einem heißen Nagel.

Ebenfalls bestens geeignet sind Kunststoff-GetrĂ€nkeflaschen. Deren besonders leichte Varianten lassen sich sogar prima in ein MinigewĂ€chshaus fĂŒr eine einzelne z.B. Tomatenpflanze verwandeln. Einfach in der Mitte durchschneiden und den Boden mit Löchern versehen, die obere HĂ€lfte der Flasche lĂ€sst sich durch leichtes ZusammendrĂŒcken des Randes der unteren HĂ€lfte als Deckel wieder darĂŒber stĂŒlpen und ĂŒber den Schraubverschluss einmal tĂ€glich belĂŒften. Mit ein paar Löchern im Deckel wird aus so einer Flasche aber auch eine sanfte Brause fĂŒr das vorsichtige Gießen der kleinen PflĂ€nzchen.

2. Anzuchtsubstrat

Jungpflanzen sind ungefĂ€hr so empfindlich wie Neugeborene. Das bedeutet: Man muss sie vor allen Arten von Krankheitserregern und SchĂ€dlingen schĂŒtzen. Voraussetzung dafĂŒr ist ein Pflanzsubstrat, das frei von Keimen, Pilzsporen und Larven ist. Außerdem sollte die Erde nĂ€hrstoffarm sein, damit die Jungpflanzen nicht „schießen“, d.h. lange dĂŒnne und dadurch auch krankheitsanfĂ€llige Stiele bilden. Am besten eignet sich dafĂŒr fertig gekaufte Anzuchterde oder auch Cocossubstrat, das es als stark zusammengepresste Briketts zu kaufen gibt, die in einem Eimer Wasser schnell zu vielen Litern Pflanzerde aufquellen. GrĂ¶ĂŸere Samen wie z.B. von Tomaten kann man aber auch in Tongranulat wie Seramis aussĂ€en. Die bei 1.300 Grad Celsius gebrannten Tonschaumkörnchen sind absolut keimfrei und speichern Wasser und Sauerstoff hervorragend. Außerdem lĂ€sst sich das Granulat zur Wiederverwendung leicht in Backofen oder Mikrowelle sterilisieren.

3. Samen

GemĂŒse-, KrĂ€uter- und Blumensamen gibt es heute beinahe in jedem Supermarkt, beim Discounter, in Bau- und GartenmĂ€rkten. Eine Ahnung von der tatsĂ€chlichen Pflanzen-Vielfalt erhĂ€lt man aber erst in einer gut sortierten GĂ€rtnerei oder einer speziellen Samenhandlung, die man heute allerdings nur noch selten vor Ort, sondern vor allem als Versandhandel (Web-Adressen s.u.) findet. Prinzipiell sollte man beim Kauf darauf achten, dass die TĂŒten intakt sind, nicht den Eindruck erwecken, irgendwann feucht geworden zu sein, und die Samen laut aufgedrucktem Datum noch möglichst lange haltbar sind. Außerdem stehen bei einem QualitĂ€tsprodukt auf der SamentĂŒte auch alle wichtigen Angaben zu Aussaat, Pflanzung und Reifezeit.

Wie man aussÀt

Sind die verschiedenen GefĂ€ĂŸe mit Erde gefĂŒllt, kann es mit der Aussaat losgehen. Sehr feine Samen wie z.B. von Begonien oder Mohn vermischt man zunĂ€chst mit Sand, so lassen sie sich gleichmĂ€ĂŸiger entweder in Reihen oder locker ĂŒber die gesamte FlĂ€che verteilt aussĂ€en. Handlichere Samenkörner kann man dagegen gleich einzeln in grĂ¶ĂŸere GefĂ€ĂŸe legen, in denen sie bis zum Umzug ins Freie ungestört wachsen können. Nun drĂŒckt man die Samen leicht an, siebt eine dĂŒnne Schicht Erde darĂŒber und befeuchtet alles vorsichtig am besten mit einem ZerstĂ€uber. Manche Pflanzen sind allerdings Lichtkeimer (z.B. Thymian, Basilikum oder Fleißige Lieschen) und dĂŒrfen nicht mit Erde bedeckt werden. Aber auch das sollte auf der Verpackung vermerkt sein.

Da fĂŒr das Keimen eine möglichst gleichbleibende Feuchtigkeit wichtig ist, werden die SaatgefĂ€ĂŸe anschließend abgedeckt entweder mit dem dafĂŒr vorgesehenen Deckel oder mit Glasscheiben, Frischhaltefolie, umgestĂŒlpten GlĂ€sern oder halbierten Plastikflaschen. Nun fehlen nur noch ein warmes PlĂ€tzchen (z.B. auf dem Fensterbrett ĂŒber einem Heizkörper) und viel Licht.

Pflege des Pflanzennachwuchses

Sobald sich die SĂ€mlinge durch die Erde schieben, heißt es tĂ€glich lĂŒften, sparsam gießen und regelmĂ€ĂŸig drehen, damit die PflĂ€nzchen nicht in SchrĂ€glage dem Licht entgegen wachsen. Haben sie außer den ersten KeimblĂ€ttern zwei normale Blattpaare entwickelt, mĂŒssen zu eng bzw. in zu flachen Aussaatschalen stehende Pflanzen „pikiert“ das heißt vereinzelt werden. DafĂŒr hebt man sie am besten mit einer Gabel vorsichtig von unten an, hĂ€lt sie an den BlĂ€ttern fest, lockert die Wurzeln durch leichtes RĂŒtteln und zieht sie behutsam auseinander.

Beim Einpflanzen in grĂ¶ĂŸere Töpfe mit normaler Erde ist dann das Wichtigste: Die in deren Mitte vorbereiteten Pflanzlöcher mĂŒssen groß genug sein, um die Wurzeln unbeschadet darin zu versenken und die SĂ€mlinge etwas tiefer als bislang einzupflanzen. Dadurch werden am Stiel neue Wurzeln ausgebildet, die der Pflanze mehr Standfestigkeit verleihen. Ab jetzt darf die Topf-Parade auch gerne etwas kĂŒhler an Schlafzimmerfenstern oder in hellen TreppenhĂ€usern stehen, denn das fördert ein langsames Wachstum krĂ€ftigerer Pflanzen. An milden VorfrĂŒhlingstagen kann der Pflanzennachwuchs dann auch schon mal an einem schattigen PlĂ€tzchen im Freien frische Luft tanken bis er je nach Frostempfindlichkeit spĂ€testens nach den Eisheiligen endgĂŒltig in den Garten umziehen darf.

Samenversender im Internet 

 

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