Helga Riedel
Ein Beitrag von Helga Riedel, 25.10.2013

Beleuchtung Hohe Kosten vermeiden

Was wÀre die Adventszeit ohne Lichterglanz? Dennoch sollte man auf die Kosten achten, die Rechte der Nachbarn wahren und technisch auf Nummer sicher gehen.
Beleuchtung:Hohe Kosten vermeiden

Wichtiger als Sparsamkeit: Beim Kauf von Lichterketten auf die QualitÀt achten

FĂŒr festliche Weihnachtsstimmung werden in den nĂ€chsten Wochen wieder rund 420 Millionen Kilowattstunden Strom sorgen – so viel wie 140.000 Haushalte in einem ganzen Jahr benötigen. Dabei schlĂ€gt der zusĂ€tzliche Energiebedarf von StĂ€dten und Gemeinden nur mit zehn Millionen Kilowattstunden zu Buche. Den Rest verbrauchen die privaten Haushalte und lassen sich das rund 86 Millionen Euro kosten. Der Umwelt und dem eigenen Geldbeutel zuliebe, lohnt es sich also, möglichst viel Energie zu sparen.

Wahre Stromfresser sind Lichterketten mit normalen GlĂŒhlampen. Bei einer Leistung von je 25 Watt verbraucht ein Weihnachtsbaum mit 20 ‚Kerzen’ bei einer tĂ€glichen Leuchtdauer von acht Stunden in fĂŒnf Wochen 140 Kilowattstunden. Kosten: rund 29 Euro und damit mehr als die 27 Euro, die fĂŒr einen sparsamen KĂŒhlschrank mit Vier-Sterne-Gefrierfach im Jahr fĂ€llig werden. Verwendet man stattdessen Energiesparlampen, reduziert sich der Stromverbrauch um bis zu ein FĂŒnftel. Außerdem haben sie mit 10.000 Betriebsstunden eine zehnmal lĂ€ngere Lebensdauer.

Wesentlich weniger Energie benötigen LichtschlĂ€uche mit ca. 13 Watt und Lichterketten mit kleinen GlĂŒhlĂ€mpchen mit 1,2 bis 5 Watt pro Meter. Eine noch sparsamere Alternative sind Lichterketten mit LED-Technologie. Die Licht emittierenden Dioden brauchen pro Meter nur zwischen 0,3 und 2,5 Watt und in der Solarversion liefert das Tageslicht die nötige Energie sogar frei Haus. Zudem sind LED-Lichterketten viel sicherer und bis zu 100 Mal langlebiger. Ein weiteres Sparpotential liegt zudem schlicht in der zeitlichen Begrenzung der Beleuchtung mit Hilfe einer Zeitschaltuhr etwa von 17.00 bis 22.00 Uhr.
 

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Sicherheit vor Sparsamkeit

Stiftung Warentest, TÜV Rheinland und die EU-Kommission haben bei Tests erhebliche SicherheitsmĂ€ngel bei Lichterketten festgestellt. Die teilweise bei Discountern und in BaumĂ€rkten zu Spottpreisen angebotene Weihnachtsdekoration – die billigste beim TÜV-Test kostete 79 Cent – sollte deshalb vor dem Kauf genau unter die Lupe genommen werden. Unzureichende Verpackungsaufschriften sind ebenso Warnsignal wie fehlende Bedienungsanleitungen mit so wichtigen Informationen wie etwa, dass kaputte LĂ€mpchen sofort ersetzt werden mĂŒssen, da sonst eine Überhitzung mit Brandgefahr droht.

Beim TÜV-Test wurden in einem solchen Fall 359 Grad Celsius erreicht. Da brennt ein trockener Weihnachtsbaum schnell lichterloh. Ein Viertel der von der EU getesteten Lichterketten war so schlecht verarbeitet, dass diese Gefahr schon durch zu dĂŒnne stromfĂŒhrende DrĂ€hte entstehen kann. Ebenfalls hochgefĂ€hrlich: Jede vierte getestete Lichterkette reißt zu leicht. Bei 230 Volt an den offenen DrĂ€hten besteht die Gefahr eines schweren Stromschlags. Deshalb sollte man sowohl bei konventioneller als auch bei LED-Technik immer Lichterketten vorziehen, die ĂŒber einen Trafo die Spannung auf 24 Volt reduzieren.

Außerdem muss klar zu erkennen sein, ob eine Lichterkette fĂŒr den Gebrauch im Freien geeignet ist und einen entsprechenden GehĂ€useschutz aufweist, den das KĂŒrzel IP 44 mit einem Wassertropfen im Dreieck (spritzwassergeschĂŒtzt) oder im Quadrat (regenwassergeschĂŒtzt) garantieren. Wichtig auch: wasserdicht ausgerĂŒstete VerlĂ€ngerungskabel und Steckdosen mit Fehlerstromschutzschalter. Prinzipiell sollte man beim Kauf elektrischer Weihnachtsdekoration auf die GS- (geprĂŒfte Sicherheit) oder VDE-PrĂŒfzeichen achten, damit einem böse Überraschungen zur Weihnachtszeit erspart bleiben.

Rechte von Nachbarn und Vermieter wahren

Zwar ist in Deutschland das Wie Viel, Wo oder Wann der Weihnachtsbeleuchtung nicht unmittelbar gesetzlich geregelt. Dennoch gibt es Grenzen. Licht gilt im Sinne des Paragraf 906 BGB als unwĂ€gbare Immission. BeeintrĂ€chtigt sie den Nachbarn in unzumutbarer Weise, hat er einen Unterlassungsanspruch nach Paragraf 1004 BGB. Wann das ertrĂ€gliche Maß ĂŒberschritten ist, wird dabei in jedem Einzelfall gegebenenfalls durch Ortsbesichtigung geprĂŒft. Dabei ist die Toleranzgrenze angesichts der kurzen Dauer der Weihnachtszeit sicher relativ hoch. Können die Nachbarn allerdings kein Auge mehr zu tun, weil ihr Schlafzimmer die ganze Nacht lang hell erleuchtet ist, wird die Unterlassungsklage wohl Erfolg haben.

Auch Mieter haben das Recht, HaustĂŒr, Balkon, Garten oder Fenster nach ihrem Geschmack weihnachtlich zu beleuchten. Sollen dagegen große Figuren wie etwa ein kletternder Weihnachtsmann an der Fassade oder der Rentierschlitten auf dem Dach angebracht werden, muss der Vermieter gefragt werden.
 

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