Max Geißler
Ein Beitrag von Max Geißler, 03.02.2017

Immobilien Worauf Sie bei einer Zwangsversteigerung achten sollten

Ein Eigenheim für die Hälfte – bei einer Zwangsversteigerung ist das möglich. Wichtig ist aber, dass man bei der Finanzierung nicht draufzahlt.
Immobilien Worauf Sie bei einer Zwangsversteigerung achten sollten

Bei einer Zwangsversteigerung können Käufer nicht nur an eine günstige Immobilie kommen. Sie sparen auch Makler- und Notarkosten.

Rund 31.000 Immobilien sind letztes Jahr in Deutschland unter den Hammer gekommen. Dabei gelangen Immobilien-Interessenten Schnäppchen von bis zu 50 Prozent unter Verkehrswert, mit etwas Glück auch mehr. Neben günstigen Preisen profitieren Käufer bei einer Zwangsversteigerung von geringen Nebenkosten. So entfallen die Notariatskosten (zwei bis drei Prozent) und die Maklercourtage (drei bis sechs Prozent). Gebührenpflichtig sind lediglich die Grunderwerbsteuer (3,5 - 6,5 Prozent), der Grundbucheintrag und die Zuschlaggebühr von 0,5 Prozent des Höchstgebots.

Informationen sind das A und O einer Zwangsversteigerung

Holen Sie sich vor der Zwangsversteigerung sämtliche Informationen rund um das Objekt ein. Wichtig sind zum Beispiel die Versteigerungsakte mit Grundbuchauszug und Gutachten, der aktuelle Verkehrswert des Objekts sowie die Beschreibung des Bauzustands. Allerdings sind die Gutachten oft flüchtig verfasst. Häufig hat der Gutachter das Gebäude gar nicht betreten. Der bisherige Eigentümer muss nämlich niemanden in die Wohnung lassen. Damit kann er versuchen, Schäden zu vertuschen und den Kaufpreis hoch zu halten. Machen Sie sich daher vor der Zwangsversteigerung selbst ein möglichst genaues Bild vom Objekt. „Von Rechts wegen besteht zwar kein Anspruch auf Objektbesichtigung vor dem Versteigerungstermin. Eventuell ergibt sich jedoch vor Ort die Möglichkeit, mit dem Eigentümer zu sprechen, das Haus zu besichtigen oder den Nachbarn zu befragen“, sagt Stephan Scharfenorth, Geschäftsführer des Baugeldvermittlers Baufi24.de.

Der Zuschlag einer Zwangsversteigerung ist bindend

Wann die Zwangsversteigerung startet, wird sechs Wochen vor dem Termin in der örtlichen Presse bekannt gegeben. Bei der Auktion müssen Sie sich ausweisen und zehn Prozent des Verkehrswertes als Sicherheit hinterlegen. Erreichen die Mindestgebote beim ersten Versteigerungstermin keine 50 Prozent des Verkehrswertes, versagt das Gericht den Zuschlag. In seltenen Fällen (wenn die Gläubigerbank es so wünscht) sind höhere Mindestgebote gefordert. Endet die Zwangsversteigerung erfolglos, schlägt die Stunde der Schnäppchenjäger. Beim zweiten Termin ist nämlich kein Mindestgebot erforderlich. Das Objekt kann für weniger als die Hälfte des Verkehrswertes unter den Hammer kommen. Allerdings hat die Gläubigerbank etwas dagegen. Um den Preis hoch zu halten, bietet sie daher häufig selbst mit.

Wichtig: Erhalten Sie den Zuschlag, sind Sie Eigentümer des Grundstücks. Der Zuschlag ist bindend, selbst wenn später Mängel am Objekt sichtbar werden.

So ermitteln Sie ihren Kreditrahmen:

Auch wenn die Bank den Baukredit in der Regel erst nach der Zwangsversteigerung vergibt, sollten Sie Ihren möglichen Kreditrahmen kennen. Bei der Einschätzung, wie viel Immobilie Sie sich leisten können, hilft Ihnen unser tagesaktueller Vergleich Baufinanzierung sowie unser Mieten-oder-Kaufen-Vergleich

Mein Tipp: Bei der Finanzierungssumme sollten Sie auf jeden Fall etwas Spielraum berücksichtigen, falls nach der Ersteigerung Kosten für dringende Reparaturen anfallen.

Zwangsversteigerung stets mit Eigenkapital angehen

Zur Berechnung der Zinsen ermittelt die Bank den Beleihungswert des Objekts. Dabei geht sie vom tatsächlichen Zuschlagsbetrag und nicht vom Verkehrswert aus. Dies hat erhebliche Konsequenzen. „Wer eine Immobilie weit unter dem Verkehrswert ersteigert, den Kaufpreis aber zu 100 Prozent finanzieren möchte, der muss mit Konditionen für eine 100-Prozent-Finanzierung rechnen“, erläutert Scharfenorth. Die Folge sind Zinszuschläge von einem ganzen Prozentpunkt und mehr. Um derart hohe Zuschläge zu vermeiden, sollten Sie die Finanzierung nie ohne Eigenkapital angehen. Im Idealfall leisten Sie 40 Prozent des Zuschlagsbetrags aus der eigenen Tasche, denn ab 60 Prozent Kreditanteil vergeben Banken in der Regel die günstigsten Bauzinsen.
Gesamten Vergleich anzeigenBaugeld Betrag: 200.000 €, Laufzeit: 15 Jahre
  Anbieter gebundener
Sollzins
eff. Zins
 
1.
1,55%
1,57%
1,55%
1,57%
1,55%
1,57%
Datenstand: 22.08.2017
Sämtliche Angaben ohne Gewähr

Liebe Leserinnen und Leser,

Max Geißler mein Name ist Max Geißler. Auf geldsparen.de kümmere ich mich vor allem um die Themen Geldanlage, Altersvorsorge und Immobilien. Ich habe Politikwissenschaften studiert und bin als Journalist und Buchautor tätig.

Suchen Sie ein bestimmtes Thema?

Artikel Suchen

Oder schreiben Sie mir einfach, wenn Sie eine Frage haben.

Mail

Ich freue mich auf eine Mail von Ihnen

» Autoren von geldsparen.de

Leserkommentare

noch keine Kommentare vorhanden

Kommentar schreiben

Name*

Email*

Überschrift*

Kommentar

Ziffernfolge
hier eingeben:
neu laden


*Pflichtfelder

 

Foto: Africa Studio/Shutterstock.com ID:5386

Der Geldsparen-Newsletter

Schon abonniert?

Unser Newsletter versorgt Sie regelmäßig mit aktuellen Themen zu:

Geld
Geld
  Gesundheit
Vorsorge
Wohnen
Wohnen
  Beruf
Beruf/Ausbildung
Internet & Telefon
Internet & Telefon
  Unterwegs
Unterwegs

Anrede

Vorname

Nachname

eMail*

Newsletter (wöchentlich)

Spartipp des Tages (täglich)

Ich erkläre mich mit der Nutzung meiner Daten
    laut Nutzungsbedingungen einverstanden.

 

*Pflichtfelder

 
Bereich: Wohnen Pagename: versteigerung(5386)