Fritz Himmel
Ein Beitrag von Fritz Himmel, 23.08.2016

Immobilien Sorgenfrei durch Nie├čbrauch

Viele Eltern z├Âgern, ihre Immobilien schon vorzeitig in die H├Ąnde der Kinder zu geben. Geldsparen.de zeigt Ihnen eine sichere und finanziell lukrative Strategie.
Immobilien Sorgenfrei durch Nie├čbrauch

Mit Nie├čbrauch l├Ąsst sich eine Immobilie an die n├Ąchste Generation ├╝bertragen, ohne umfassende Rechte an Haus und Grundst├╝ck zu verlieren

Sie beabsichtigen Ihre Immobilie an die Kinder zu ├╝bertragen, wollen aber zu Lebzeiten Ihre Rechte nicht komplett abtreten? Dann kommt auch eine Schenkung zu Lebzeiten in Frage: Denn Schenkungen lassen sich grunds├Ątzlich an bestimmte Vorgaben kn├╝pfen. Behalten Sie sich in so einem Fall beispielsweise bestimmte Alterssicherungsrechte wie Nie├čbrauch oder Wohnrecht vertraglich vor.

Wie funktioniert Nie├čbrauch bei Immobilien?

"Nie├čbrauch" bedeutet, dass ein Immobilienbesitzer eigene Objekte zu Lebzeiten ├╝bertr├Ągt, ohne seine Anspr├╝che darauf zu verlieren. Der "Schenker" kann dabei das Grundst├╝ck weiterhin selbst nutzen - das nennt sich Vorbehaltsnie├čbrauch.

Dank reformierter Erbschaftsteuer ist das Nie├čbrauch-Modell zudem zu einem echten Steuerspar-Modell geworden. Denn seit der Reform stiegen nicht nur die Freibetr├Ąge f├╝r den Nachwuchs, auch die Schulden lassen sich jetzt deutlich besser absetzen. "Der Nie├čbrauch ist jetzt voll abzugsf├Ąhig und mindert direkt den steuerlichen Wert des ├╝bergebenen Verm├Âgensgegenstandes", sagt Agnes Fischl, Fachanw├Ąltin f├╝r Erbrecht und Steuerberaterin von der Kanzlei Convocat aus M├╝nchen.

Worin unterscheidet sich das Wohnrecht von Nie├čbrauch?

Wohnrecht: Beim reinen Wohnrecht darf der Schenker lediglich das Haus bewohnen; das kann gen├╝gen, wenn die schenkenden Eltern in ihrem Haus den Lebensabend verbringen wollen.

Nie├čbrauch: Beim Nie├čbrauch d├╝rfen die Schenker dagegen auch nach einem Umzug ins Altenheim die R├Ąume weiter vermieten und die Mietertr├Ąge behalten. Der Nie├čbrauch beinhaltet ein umfassendes Nutzungsrecht am ganzen Objekt und nicht etwa nur an bestimmten R├Ąumen. Beides wird im Grundbuch als Belastung des Grundst├╝cks eingetragen. Dadurch wirkt es nicht nur vertraglich zwischen Eltern und Kindern, sondern auch gegen Dritte.

Deshalb ist dem Nie├čbrauch gegen├╝ber dem Wohnrecht immer der Vorzug zu geben – und zwar selbst bei der ├ťbertragung des Familienwohnheims, das die Eltern nach der Schenkung an Sohn oder Tochter nach M├Âglichkeit bis zum Tod weiter selbst bewohnen wollen. „Denn wenn das Wohnrecht aus Alters- oder Krankheitsgr├╝nden doch einmal nicht mehr ausge├╝bt werden kann und die Eltern ihren Lebensabend in einem Heim oder bei einem der Kinder verbringen, lassen sich mit dem Nie├čbrauch Eink├╝nfte erzielen, die unter Umst├Ąnden f├╝r die Pflege n├Âtig sind“, sagt Anton Steiner, Fachanwalt und Pr├Ąsident des Deutschen Forums f├╝r Erbrecht.

Beachten Sie das Pflichtteilsrecht beim Nie├čbrauch

Hinsichtlich dem Pflichtteil m├╝ssen Sie beim Nie├čbrauch-Modell aber einiges beachten: Ein Nie├čbrauchsvorbehalt kann auch zu ungew├╝nschten Folgen f├╝hren. Wenn Sie zum Beispiel einem Ihrer Kinder eine Immobilie schenken, um dadurch den Pflichtteil anderer Kinder zu schm├Ąlern, kommen Sie mit einem Nie├čbrauchs- oder auch Wohnrechtsvorbehalt nicht zum Ziel.

Denn ein Pflichtteilsberechtigter hat zwar an einer verschenkten Immobilie keinen Anspruch mehr, wenn zwischen Erbfall und Schenkung mehr als zehn Jahre vergangen sind. „Dies gilt aber nicht, wenn sich der Schenker wesentliche Rechte wie eben den Nie├čbrauch vorbehalten hat. Die 10-Jahres-Frist l├Ąuft in diesem Fall erst gar nicht an“, sagt Fachanwalt Steiner.
 
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