Max Gei├čler
Ein Beitrag von Max Gei├čler, 23.08.2015

Kaufen oder mieten Vorteil f├╝r Wohneigentum

F├╝r Familien ist es eine schwierige Entscheidung: Lohnt angesichts horrender Immobilienpreise der Erwerb von Wohneigentum? Ja, wie der Verm├Âgensvergleich zeigt.
Kaufen oder mieten Vorteil f├╝r Wohneigentum

Statt Miete zu zahlen, wollen Familien lieber fr├╝h aus dem Fenster schauen und in den eigenen Garten blicken

Die Gr├╝nde f├╝r ein Eigenheim sind vielf├Ąltig: Schuldenkrise, Inflationssorgen, Niedrigzinsen und Altersvorsorge. Neben Verm├Âgensschutz und Sicherheit im Alter hoffen viele auch auf eine angemessene Rendite des eingesetzten Kapitals. Die Vorzeichen daf├╝r sind g├╝nstig, denn niedrige Hypothekenzinsen verbilligen den Kauf von Wohneigentum.

Zehnj├Ąhriges Baugeld ist aktuell bereits ab 1,5 Prozent Darlehenszinsen zu haben, etwa bei 1822 direkt und der Santander Bank. Knapp dar├╝ber liegen aktuelle Bankofferten von der ING-Diba, der Sparda Bank M├╝nchen und der Debeka. Andererseits sind die Preise f├╝r Wohneigentum in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Ist Mieten angesichts der hohen Kaufpreise nicht inzwischen g├╝nstiger als Kaufen?

Wohneigentum versus Miete

Um auf diese Frage eine Antwort zu geben, muss man die Verm├Âgensentwicklung zwischen K├Ąufer und Mieter betrachten. Die ING Diba hat dazu eine Beispielrechnung erstellt: Danach erwirbt ein K├Ąufer Wohneigentum im Wert von 200.000 Euro. Er bringt 90.000 Euro Eigenkapital in die Finanzierung ein, 20.000 Euro davon werden f├╝r die beim Erwerb anfallenden Nebenkosten verwendet. Er nimmt ein Hypothekendarlehen ├╝ber 130.000 Euro mit einer Zinsbindung von 15 Jahren auf. Daf├╝r zahlt er 3,4 Prozent Sollzinsen, die Anfangstilgung startet mit zwei Prozent. Die Rechnung unterstellt, dass die gleichen Konditionen in 15 Jahren ebenfalls gelten. Zugleich wird eine j├Ąhrliche Objektsteigerung von 0,5 Prozent angesetzt.

Der Mieter zahlt f├╝r eine vergleichbare Wohnung monatlich 700 Euro Kaltmiete. Unterstellt wird eine j├Ąhrliche Mietpreissteigerung von 1,5 Prozent. Der Mieter verf├╝gt ebenfalls ├╝ber Eigenkapital von 90.000 Euro, das er mit einer Verzinsung von durchschnittlich 2,5 Prozent pro Jahr anlegt. Weil er das Geld geschickt auf seine Familienmitglieder verteilt, bleiben die Zinsertr├Ąge steuerfrei.
 

Wohneigentum hat die Nase vorn

„Bereits im ersten Monat spart der K├Ąufer im Vergleich zum Mieter Geld“, rechnet Franz L├╝cke vor, Baugeld-Experte der ING Diba. Er zahlt nur 585 Euro Kreditrate statt 700 Euro Miete. Im Lauf der Jahre wird der Abstand wegen der steigenden Miete noch gr├Â├čer. „Bei der anvisierten Mietpreisverteuerung von 1,5 Prozent pro Jahr wird die Miete in 30 Jahren auf fast 1.100 Euro gestiegen sein“, erkl├Ąrt L├╝cke. Insgesamt hat der Mieter dadurch mehr als 315.000 Euro an seinen Vermieter gezahlt.

Demgegen├╝ber steht der Wert seines Sparguthabens, das nunmehr 189.000 Euro betr├Ągt. Unterm Strich hat der Mieter also einen Verlust von 126.000 Euro erzielt. Ganz anders die Rechnung des Eigent├╝mers: Sein Wohneigentum hat inzwischen einen Wert von 232.280 Euro erreicht, zudem brauchte er ├╝ber die Jahre rund 104.000 Euro weniger an monatlicher Belastung zu schultern als der Mieter. Selbst wenn die Anschlussfinanzierung teurer wird als angenommen, steht der K├Ąufer am Ende besser da.
Gesamten Vergleich anzeigenBaugeld Betrag: 200.000 €, Laufzeit: 10 Jahre
  Anbieter gebundener
Sollzins
eff. Zins
 
1.
0,88%
0,88%
2.
0,95%
0,98%
3.
1,10%
1,13%
Datenstand: 07.12.2016
Sämtliche Angaben ohne Gewähr
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Max Geißler mein Name ist Max Geißler. Auf geldsparen.de k├╝mmere ich mich vor allem um die Themen Geldanlage, Altersvorsorge und Immobilien. Ich habe Politikwissenschaften studiert und bin als Journalist und Buchautor t├Ątig.

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Leserkommentare

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12.02.2013 02:45 Uhr
Martin: Renovierungskosten vergessen ?
Nur ganz kurz zu Ihrer Berechnung: Sie lassen beim Wohneigentümer die über lange Zeit entstehenden Kosten (neue Heizung, Dach, Fassade etc.) die dieser Nicht auf den Mieter umlegen kann, völlig außer Betracht. Berücksichtigt man diese, sieht der "Vorteil" des Eigentümers deutlich geringer aus - wenn er überhaupt noch vorhanden ist.

03.02.2013 00:25 Uhr
Stefan: Nur die halbe Wahrheit
Auf einen Wohneigentümer kommen noch etliche Mehrkosten zu, die die Zinskosten in den Hintergrund drängen. Alleine um durch die Wohnung keinen Wertverlust zu erleiden, sind über die Zeit einige Investitionssummen nötig, die von den Banken bei der Kreditvergabe gerne verschwiegen werden. Sie sind ausschlaggebend, warum sich viele Eigentumserwerber leicht überschulden. Eine einfache Berechnung kann mit der Petersschen Formel nachvollzogen werden: http://de.wikipedia.org/wiki/Peterssche_Formel


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