Fritz Himmel
Ein Beitrag von Fritz Himmel, 04.01.2017

Bausparvertrag Nicht aus Vertrag drängen lassen

Bausparkassen versuchen auch 2017 mit vielen Tricks, Kunden aus gut verzinsten Altverträgen zu schmeißen. Das müssen Sie sich nicht immer gefallen lassen.
Bausparvertrag: Nicht aus Vertrag drängen lassen

Kunden sollten sich nicht einfach aus einem bestehenden Bausparvertrag drängen lassen

In vielen Familien gibt es langjährige Bausparverträge. Und einen solchen Bausparvertrag sollten Sie wenn möglich auch behalten. Wenn Sie beispielsweise vor Jahren in Zeiten hoher Zinsen einen Bausparvertrag abgeschlossen hatten, können Sie heute damit zwischen drei und vier Prozent Zinsen kassieren, mit Zulagen ist sogar noch mehr drin.

Aber das ist den Bausparkassen ein Dorn im Auge: Die Bausparbranche geht weiter auf Konfrontationskurs und wird auch 2017 versuchen, viele ihrer Kunden aus gut verzinsten Altverträgen zu drängen. Die Institute dringen vor allem auf die Kündigung von Verträgen, die seit mindestens zehn Jahren in Darlehen umgewandelt werden können und noch nicht voll bespart sind.

Denn für die Kassen sind sie teuer: Sie müssen die hohen Zinsen für die Guthaben aus alten Verträgen aufbringen, können diese aber in der jetzigen Niedrigzinsphase nicht durch hohe Darlehenszinsen ausgleichen. Seit 2015 kündigten daher die Bausparkassen rund 250.000 Altverträge.

Wann ist eine Kündigung rechtens?

Manchmal haben die Kassen durchaus das Recht zu einer Kündigung. Das trifft dann zu, wenn die vereinbarte Sparsumme erreicht ist: "Kündigt eine Bausparkasse einen voll besparten Vertrag, können Kunden sich kaum wehren", sagt Finanzexpertin Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Voll besparte oder übersparte Verträge dürfen Anbieter mit einer Frist von drei Monaten ganz regulär kündigen. Dies bestätigte auch das Oberlandesgericht Celle (Az. 3 U 257/09). Eine erneute wichtige Entscheidung fällt hierzu Ende Februar 2017 durch den Bundesgerichtshof. Dieses "Machtwort" dürfte dann endgültige Klarheit über die Rechtmäßigkeit der Kündigungen bringen.

Ein Widerspruch gegen die Kündigung lohnt sich dann besonders, wenn Sie noch einen Darlehensanspruch haben. Bei Ärger können Sie sich auch an eine der zuständigen Schlichtungsstellen wenden oder den Ombudsmann der jeweiligen Bank oder Bausparkasse kontaktieren. Nicht einlassen sollten Sie sich, falls Ihnen die Bausparkasse irgendwelche Alternativangebote als Tausch vermitteln will. Dies dürfte nicht attraktiv sein - jedenfalls nicht für Sie als Kunden.

Wie können Sie Ihren guten Bausparvertag behalten?

Doch oft gibt es Wege, eine solche Kündigung zu vermeiden und den gut verzinsten Bausparvertrag zu retten. Dazu müssen Sie aber rechtzeitig aktiv werden.

Die Strategie heißt hier:
Vor dem Erreichen der vertraglich vereinbarten Bausparsumme (bei etwa 85 Prozent) die Einzahlungen stoppen. Und dann den Vertrag beitragsfrei stellen. Alle Familienmitglieder sollten daher prüfen, ob das laut Vertrag zulässig ist und dann entsprechend handeln, empfiehlt Finanzexpertin Oelmann.
Bei diesem Vorgehen muss man unbedingt auch die Zinsen mit einberechnen, die regelmäßig auf den Bausparvertrag fließen. Sonst könnte es passieren, dass sich das Guthaben dadurch irgendwann trotzdem über die vereinbarte Bausparsumme schleicht.

Am sichersten lässt sich der Kontostand über den Kontoauszug kontrollieren, den die Bausparkassen meistens zu Jahresbeginn mit dem Stand vom Ende des Vorjahrs versenden.

Treueprämien und Bonuszahlungen im Blick haben

Ein beliebter Trick der Bausparkassen ist es die Treueprämien und Bonuszahlungen bereits auf die Sparsumme anzurechnen, bevor die vereinbarte Bausparsumme erreicht ist. Dadurch wollen die Anbieter erreichen, dass so die Bausparsumme wesentlich schneller erreicht wird und sie früher kündigen können.

Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg rät hier, sich gegen dieses Vorgehen zu wehren. Die Erfolgschancen hängen dabei vom Wortlaut der Bedingungen im Einzelfall ab. Sie sollten auch hier im Vertrag nachlesen: Kann der Bausparkunde aus dem Vertrag ein Recht auf ein Bauspardarlehen ableiten, darf die Bausparkasse nach Ansicht des Verbraucherschützers nicht kündigen.
Rat von Geldsparen.de: Geben Sie einen guten Bausparvertrag auf keinen Fall leichtfertig aus der Hand. Mit den attraktiven Sparzinsen von bis zu über vier Prozent sind die meisten Altverträge zurzeit eine lukrative Geldanlage.
Gesamten Vergleich anzeigenFestgeld Betrag: 10.000 €, Laufzeit: 12 Monate
  Anbieter Zinssatz
Zinsertrag
 
1.
1,10%
110,00
2.
0,80%
80,30
3.
0,75%
75,00
Datenstand: 13.12.2017
Sämtliche Angaben ohne Gewähr
Jetzt zum Geldsparen Newsletter anmelden!

Liebe Leserinnen und Leser,

Fritz Himmel mein Name ist Fritz Himmel. Bei geldsparen.de kümmere ich mich um alles, was Telekommunikation, Altersvorsorge und Versicherungen betrifft. Zudem schreibe ich regelmäßig für Tageszeitungen.

Suchen Sie ein bestimmtes Thema?

Artikel Suchen

Oder schreiben Sie mir einfach, wenn Sie eine Frage haben.

Mail

Ich freue mich auf eine Mail von Ihnen

» Autoren von geldsparen.de

Leserkommentare

noch keine Kommentare vorhanden

Kommentar schreiben

Name*

Email*

Überschrift*

Kommentar

Ziffernfolge
hier eingeben:
neu laden


*Pflichtfelder

 

Foto: Stock-Asso/Shutterstock.com ID:4185

Der Geldsparen-Newsletter

Schon abonniert?

Unser Newsletter versorgt Sie regelmäßig mit aktuellen Themen zu:

Geld
Geld
  Gesundheit
Vorsorge
Wohnen
Wohnen
  Beruf
Beruf/Ausbildung
Internet & Telefon
Internet & Telefon
  Unterwegs
Unterwegs

Anrede

Vorname

Nachname

eMail*

Newsletter (wöchentlich)

Spartipp des Tages (täglich)

Ich erkläre mich mit der Nutzung meiner Daten
    laut Nutzungsbedingungen einverstanden.

 

*Pflichtfelder

 
Bereich: Wohnen Pagename: bausparvertrag1(4185)