Helga Riedel
Ein Beitrag von Helga Riedel, 15.03.2013 (Aktualisiert 06.07.2015)

Rollrasen Grüne Auslegware für den Familiengarten

Mit Rollrasen verwandelt sich braune Ödnis im Handumdrehen in eine grüne Oase für die ganze Familie. Wir erklären, was alles beachtet werden muss.
Rollrasen Grüne Auslegware für den Familiengarten

Rollrasen ist ideal für Besitzer kleiner Gärten

Es wirkt wie Hexerei: Morgens herrscht im Garten für die Familie noch Gummistiefelpflicht, am Abend verführt sattgrüner, dichter Rasen zum barfuß Laufen. Das Zaubermittel heißt Roll- oder Fertigrasen. Entwickelt wurde er für die Sportstätten der Profis. Während dort Fußball, Hockey oder Golf gespielt wird, wächst andernorts schon Ersatz für den malträtierten Rasen. Von der Aussaat bis zur Ernte in der Rasenschule vergehen je nach klimatischer Lage zwölf bis 24 Monate intensiver Pflege: düngen, gießen, mähen, absaugen und striegeln.

Hat der Rasen das Klassenziel erreicht, ist dicht, robust, regenerationsfähig und mit reißfestem Wurzelgeflecht versehen, schälen ihn Spezialmaschinen in Bahnen vom Untergrund. Aufgerollt geht er dann auf die Reise in Stadien, Parks oder Gärten.

Rasenaussaat – ein Unternehmen mit vielen Risiken

Wird der Fertigrasen vor Ort ausgerollt, glaubt man kaum, mit wie vielen Risiken seine Aufzucht verbunden ist. Rasensamen sind Lichtkeimer, damit fangen die Probleme schon an. Vögel freuen sich über ein leicht gefundenes Fressen, Wind trägt die federleichten Samen davon, Regengüsse schwemmen sie in Mulden, Spätfröste schädigen die Keimfähigkeit. Obendrein strebt die Natur danach, offenen Boden schnellst möglich zu begrünen. Wuchsfreudige Wildkräuter wie z.B. die Vogelmiere erobern während der ca. 14-tägigen Keimdauer und auch im jungen spärlichen Rasen schnell das Terrain.

Rasen für den Familiengarten ausrollen oder aussäen?

Für Familien gesellen sich bei der Rasenaussaat zu den Launen der Natur noch jene der Kinder, die man Wochen lang von der Rasenfläche fernhalten muss. Die Alternative Fertigrasen hat dafür seinen Preis. Spiel- und Sportrasen z.B. kostet etwa 3,00 bis 5,50 Euro pro Quadratmeter (qm), das Saatgut 50 bis 80 Cent. Bis daraus ein Rasen vergleichbarer Qualität entstanden ist, addieren sich allerdings Kosten für Nachsaaten, Dünger, evtl. Pflanzenschutzmittel und Wasser hinzu und der schwer bezifferbare Zeitaufwand für Rasenpflege und Spielplatzbesuche.

Wer einen Rasen erneuern möchte, muss zudem für die Aussaat die Grassoden abtragen und den Boden umgraben, krümeln, einebnen, planieren und düngen. Ein Gartenbaubetrieb verlangt für diese Arbeiten ca. fünf Euro/qm. Fertigrasen kann dagegen einfach darüber verlegt werden. Sein Preis ist also sehr relativ, möglicherweise kann man mit Rollrasen sogar Geld, in jedem Fall aber Zeit und Nerven sparen. Da keine andere Investition in den Garten so schnell und unmittelbar die Lebensqualität der ganzen Familie erhöht, ist es durchaus lohnenswert, mögliche Mehrkosten an anderer Stelle einzusparen z.B. durch den Kauf von kleineren Heckenpflanzen, Büschen und Stauden. Denn während ausgesäter Rasen eine Fußball spielende Horde Kinder erst nach etwa einem Jahr wirklich verkraftet, kann man Rollrasen sofort betreten und nach ca. drei Wochen Schaukel und Fußballtor aufstellen.

Welchen Fertigrasen wo kaufen?

Ob für den Familiengarten, für Sport- oder Golfplätze, pralle Sonne oder Halbschatten – für jeden Zweck gibt es den geeigneten Rasen aus optimal auf die Anforderungen abgestimmten Grasarten. Spielrasen, der dem Qualitätsstandard für Regel-Saatgut-Mischungen (RSM) der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau entspricht, enthält z.B. Weidelgras, Wiesenrispe und Rotschwingel. Macht ein Anbieter keine Angaben zur Zusammensetzung des Rasens, ist eher Vorsicht geboten. Prinzipiell sollte man zunächst im näheren Umkreis nach einer Rasenschule Ausschau halten. Dort kann man die Kulturen besichtigen, sich beraten lassen, manchmal Geräte ausleihen und die Lieferkosten halten sich in Grenzen. Einen Hinweis auf die Seriosität eines Anbieters, ob vor Ort oder im Internet, gibt auch die Mitgliedschaft im Deutschen Rollrasen Verband (DRV).

Perfekter Rasen in Bio-Qualität?

Ist Rasen erst einmal dicht und gesund, wird regelmäßig gemäht, gedüngt und vertikutiert, haben Unkräuter wenig Chancen sich auszubreiten. Anders sieht das während der An- und Aufzucht aus – doch da steht man vor einem Dilemma. Egal ob in der Rasenschule oder dem heimischen Garten, wenn jäten am nötigsten wäre, kann man die Rasenfläche nicht betreten, ohne die jungen Halme zu schädigen. Einen perfekten Rasen in Bio-Qualität kann es deshalb kaum geben. Zwar konnte die Zeitschrift Ökotest beim Rollrasen-Check im vergangenen Jahr bei zwei Anbietern keinerlei Chemierückstände feststellen, doch das sei vermutlich, meint Testsieger und Vorsitzender des DRV Thomas Büchner, auf den frühen Zeitpunkt zu Beginn der Vegetationsperiode zurückzuführen. Denn „Rasen ist widernatürlich, das Auflaufen von Samenunkräutern etwas vollkommen Normales“.

Ein Rasen, der “praktisch frei von zweikeimblättrigen Unkräutern“ ist, wie es die Richtlinie des DRV verbindlich vorschreibt, ist ohne Pflanzenschutzmittel (PSM) nicht zu haben. Die Rasenschulen besitzen, was Ökotest nicht berücksichtigt hat, eine Sondergenehmigung für die Verwendung von für die Landwirtschaft zugelassenen PSM und „jeder seriöse Produzent beschränkt sich“, so Thomas Büchner, „auf den minimalsten Einsatz“. Da es jedoch weder eine staatliche Deklarationspflicht noch Vorgaben durch den Verband gibt und Ökotest auch in der EU verbotene Substanzen gefunden hat, ist der Kauf von Fertigrasen letztendlich eine Frage des Vertrauens.
Fertigrasen selbst verlegen

Nimmt man die Vorarbeiten und das Verlegen des Fertigrasens selbst in die Hand, lässt sich eine Menge Geld sparen. Denn neben den ca. fünf Euro/qm für die Bodenbearbeitung verlangen Gartenbaubetriebe etwa sieben Euro/qm fürs Verlegen des grünen Teppichs.

Bodenvorbereitung

Bei Rasenerneuerung: den Rasen so kurz wie möglich mähen, Bodenunebenheiten ausgleichen. Das war‘s.

Rasenneuanlage

Boden umgraben, alle Unkräuter, Wurzeln und größeren Steine entfernen. Ist der Boden zu sandig, sollte zusätzlich Humus ausgebracht werden, bei zu lehmigem Boden Sand. Dann mit einer Fräse fein krümeln, mit einem Rechen einebnen und mit Rasenwalze verfestigen. Anschließend einen Starterdünger ausbringen und leicht mit einem Rechen einarbeiten.

Fertigrasen verlegen

Der Rollrasen sollte sofort nach Anlieferung bzw. Abholung auf dem vorbereiteten, feuchten Boden verlegt werden. Man beginnt an einer möglichst rechtwinkligen Ecke. Die Bahnen werden eng Naht an Naht, die Reihen versetzt verlegt. Von guten Rasenschulen bekommt man dazu eine ausführliche Verlegeanleitung, die man in der Regel auch auf deren Internetseiten findet.

Liebe Leserinnen und Leser,

Helga Riedel mein Name ist Helga Riedel. Bei geldsparen.de kümmere ich mich um die Themen rund um Haus und Garten. Damit Sie und ihre Familie Qualität und Nachhaltigkeit kostengünstig unter einen Hut bekommen.

Suchen Sie ein bestimmtes Thema?

Artikel Suchen

Oder schreiben Sie mir einfach, wenn Sie eine Frage haben.

Mail

Ich freue mich auf eine Mail von Ihnen

» Autoren von geldsparen.de

Leserkommentare

noch keine Kommentare vorhanden

Kommentar schreiben

Name*

Email*

Überschrift*

Kommentar

Ziffernfolge
hier eingeben:
neu laden


*Pflichtfelder

 

Foto: Colourbox.de ID:3545

Der Geldsparen-Newsletter

Schon abonniert?

Unser Newsletter versorgt Sie regelmäßig mit aktuellen Themen zu:

Geld
Geld
  Gesundheit
Vorsorge
Wohnen
Wohnen
  Beruf
Beruf/Ausbildung
Internet & Telefon
Internet & Telefon
  Unterwegs
Unterwegs

Anrede

Vorname

Nachname

eMail*

Newsletter (wöchentlich)

Spartipp des Tages (täglich)

Ich erkläre mich mit der Nutzung meiner Daten
    laut Nutzungsbedingungen einverstanden.

 

*Pflichtfelder

 
Bereich: Wohnen Pagename: rollrasen(3545)