Florian Junker
Ein Beitrag von Florian Junker, 17.12.2012 (Aktualisiert 28.10.2015)

Mieten Mietbürgschaft oder Kautionsversicherung?

Viele Vermieter verlangen beim Einzug eine Kaution. Doch gerade beim Umzug herrscht oft Ebbe in der Familienkasse. Welche Finanzierungsalternativen sich lohnen.
Mieten Mietbürgschaft oder Kautionsversicherung
„Automatisch muss kein Mieter bei Abschluss des Mietvertrages eine Mietkaution zahlen“, informiert der Deutsche Mieterbund (DBM), „allerdings darf im Mietvertrag eine derartige Mietsicherheit vereinbart werden.“ Die Höhe der Mietkaution ist Verhandlungssache, allerdings gilt die gesetzliche Obergrenze von drei Monatsmieten ohne Nebenkostenvorauszahlung. In welcher Form die Mietkaution übergeben oder angelegt wird, ist dagegen im Prinzip frei vereinbar. „Am häufigsten ist die sogenannte Barkaution“, meint der DBM, „hier übergibt oder überweist der Mieter an den Vermieter den vereinbarten Kautionsbetrag.“

Grundsätzlich darf der Mieter die Kaution in drei Monatsraten zahlen, wobei die erste Rate bei Beginn des Mietverhältnisses fällig ist. Der Vermieter muss die Barkaution von seinem übrigen Vermögen getrennt auf einem Sonderkonto (Kautionskonto) anlegen. Die Zinsen, die mindestens auf dem Niveau von Sparbüchern liegen sollten, stehen dem Mieter bei Rückzahlung zu. Ist nach einem teuren Umzug nicht genug Geld in der Familienkasse für eine Barkaution, gibt es aber auch Alternativen wie Bankbürgschaften oder Kautionsversicherungen.

Mögliche Alternativen: Bankbürgschaft und Kautionsversicherung

Sowohl Banken als auch Versicherungen bieten Familien an, die Summe zu übernehmen und dem Vermieter seine Sicherheit zu garantieren. Vorteil: Es muss nicht beim Umzug sofort eine größerer Betrag gezahlt werden und der Vermieter hat keinen Aufwand bei der Verwaltung der Kaution. Nachteil: Es ist unter dem Strich relativ teuer und bewahrt nicht davor, nach dem Mietende für Schäden finanziell gerade stehen zu müssen.

Bei einer Bankbürgschaft, die auch viele Hausbanken anbieten, wird in der Regel eine Abschlussgebühr fällig und es werden Zinsen auf die Kautionssumme gezahlt. Zum Beispiel kostet es 50 Euro, um bei der SWK Bank eine „Mietkaution“ abzuschließen. Danach werden jedes Jahr 3,50 Prozent auf die Kautionssumme fällig. Eine Familie mit einer Kaltmiete von 750 Euro und einer Kaution in Höhe von 2.250 Euro muss also jedes Jahr 78,75 Euro bezahlen. Auf fünf Jahre Mietdauer entstehen so Kosten für die Familie von insgesamt 443,75 Euro.

Eine Kautionsversicherung funktioniert sehr ähnlich wie eine Bankbürgschaft, nur wird hier kein Zins gezahlt, sondern ein Beitrag. Der kann nach Höhe der Kautionssumme gestaffelt sein, wie zum Beispiel bei Eurokaution oder wie bei Kautionsfrei in Prozenten berechnet werden. Bei manchen Anbietern werden zusätzlich noch Gebühren oder Servicepauschalen fällig, wie bei der Deutschen Kautionskasse. Für die Beispielfamilie würde das Gesamtkosten für eine Kaution über fünf Jahre Mietdauer von 652,50 Euro (Deutsche Kautionskasse), 645 Euro (Eurokaution) bzw. 590,63 Euro (Kautionsfrei) bedeuten. Das Wort „Versicherung“ sollten Familien aber nicht falsch als „Freibrief“ verstehen. Schäden müssen beim Auszug trotzdem aus der Familienkasse bezahlt werden! Auch wenn die Versicherung erst mal an den Vermieter zahlt, holt sie sich das Geld bei Ihnen später zurück.

Günstiger Rat: Ratenkredit

Wenn überhaupt kein Geld in der Familienkasse übrig ist und auch die monatliche Belastung nicht wesentlich steigen darf, dann ist eine Bankbürgschaft sicher eine gute Sache. Oder falls nach einer Überbrückungsmöglichkeit gesucht wird, bis zum Beispiel eine vorherige Mietkaution ausbezahlt wird. Dann kann auch eine gebührenfreie Kautionsversicherung für ein paar Monate eine sinnvolle Lösung sein, denn sie kann dann in der Regel kostenlos gekündigt und durch ein Barkaution ersetzt werden.

Langfristig ist es für eine Familie mit etwas mehr finanziellem Spielraum aber viel günstiger, die Mietkaution über einen Ratenkredit zu finanzieren. Den gibt es zum Beispiel von der Norisbank, Audi-Bank bzw. SKG-Bank für unter fünf Prozent jährlich und auf eine Laufzeit von fünf Jahren würden so unter 300 Euro Zinsen fällig. Nachteil: Eine monatliche Rate inklusive Tilgung von etwas über 42 Euro. Vorteil: Beim Auszug sind wirklich 2250 Euro plus Zinsen vorhanden, um Schäden zu bezahlen oder die nächste Mietkaution zu stellen.
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Florian Junker mein Name ist Florian Junker. Bei geldsparen.de bin für Geldanlage sowie Bauen und Wohnen zuständig. Als dreifacher Familienvater weiß ich aus eigener Erfahrung, wie praxistaugliche Lösungen aussehen müssen.

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Leserkommentare

 

30.01.2013 10:34 Uhr
Rahel G.: Mietkautionsmöglichkeiten
Vielen Dank Herr Junker, für den guten Artikel. Fundiert recherchiert und beschrieben in welchen Situationen sich ein Kautionsschutzbrief tatsächlich rechnet. Lediglich bei dem Begriff Bankbürgschaft scheiden sich die Geister. Früher konnt man zur Bank gehen und eine Bürgschaft auf ein normales Konto beantragen. Heute wird dies mit einem Schutzbrief gleich gesetzt. Ggf. hätten Sie noch im Artikel auf weitere Möglichkeiten der Kautionshinterlegung eingehen können. So gibt es natürlich auch die Möglichkeit die Kaution auf einen Bausparvertrag zu hinterlegen - oder aber auch auf ein Depot.


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