Helga Riedel
Ein Beitrag von Helga Riedel, 02.08.2013

Konsumwelt Teilen, mieten, tauschen

Die Generation der Digital Natives teilt sich bereits Kontakte, Fotos und Musik. Der Trend geht aber zu mehr. Was mittlerweile alles via Internet geteilt wird.
Konsumwelt Teilen, mieten, tauschen

Im Internet kann man so gut wie alles ausleihen

Das Time Magazin sieht darin eine der zehn gro├čen Ideen, die die Welt ver├Ąndern werden. Zwar sind Tauschen und Teilen nichts wirklich Neues, doch Internet und Smartphone verwandeln Konsumenten mit ein paar Klicks in Anbieter und f├╝hren Produkt und Interessent auf k├╝rzestem Weg zusammen. Das er├Âffnet einen gigantischen Markt und zugleich die Chance, wertvolle Ressourcen und Geld zu sparen.
Wer mit dem Internet aufgewachsen ist, f├╝r den ist das selbstverst├Ąndlich: was kostenlos oder f├╝r wenig Geld im Internet zur Verf├╝gung steht, muss man nicht besitzen. Da ist es nur ein kleiner Schritt, diesen Gedanken auch auf andere Konsumg├╝ter zu ├╝bertragen. In Zeiten von teurem Wohnraum, Parkplatzmangel und klammen Familien-Haushaltskassen l├Ąsst sich vom Auto bis zum Zelt alles leihen, tauschen, teilen oder selbst vermieten.

1. Carsharing

Den Deutschen sagt man ein ganz besonderes Verh├Ąltnis zum Auto nach. Umso erstaunlicher sind diese Zahlen: Im Jahr 2012 nutzten 453.000 Autofahrer - fast doppelt so viele wie im Jahr zuvor - professionelle Carsharing-Angebote. Weltweit liegt Deutschland damit hinter der Schweiz auf Platz 2. Im Vergleich zur klassischen Autovermietung ist Carsharing unkomplizierter und g├╝nstiger.

Stationsbasiertes Carsharing

Nach Abschluss eines Vertrags und Zahlung von Kaution, Aufnahmegeb├╝hr und monatlichem Fixbetrag kann man die Autos kurzfristig und zu jeder Tageszeit per Internet buchen. Schloss und Anlasser funktionieren ├╝ber unterschiedliche Systeme mit Kundenkarten und Pins. Abgerechnet wird nach einer Mischung aus Zeit- und Kilometertarif. Die Wagen sind an festgelegten Orten ├╝ber das Stadtgebiet verteilt und m├╝ssen bis auf wenige Ausnahmen auch wieder dort abgestellt werden. Mittlerweile gibt es ├╝ber 140 ├╝berregionale und lokale, teils auch gemeinn├╝tzige Anbieter. Den n├Ąchstgelegenen findet man ├╝ber die Internetseite des Bundesverbands.

One-Way oder Free-Floating-Carsharing

Hier gibt es weder Vertr├Ąge noch Fixkosten. Nach der Anmeldung kann man jedes zuf├Ąllig oder ├╝ber GPS gefundene Auto nutzen und am Ziel innerhalb des Stadtgebiets zur├╝ck lassen. Abgerechnet wird nach Minuten oder im 10-Minuten-Takt. Dass das Carsharing l├Ąngst kein Nischen-Ph├Ąnomen mehr ist, belegen die Anbieter: Hinter DriveNow stehen BMW und Sixt. Car2go ist eine Tochter von Europcar und Daimler, neuerdings auch Investor bei Mitfahrgelegenheit, Citroen betreibt Multicity und VW startet in Hannover mit Quicar.

Privates Carsharing

Ähnliche Zuwachsraten verzeichnen Plattformen, die das Verleihen von Privatautos organisieren und abwickeln. Schon heute findet man bei nachbarschaftsauto, tamyca (take my car) oder autonetzer alles von Polo bis Porsche, Cabrio bis Familien-Van. Eine speziell dafür entwickelte Vollkaskoversicherung geben Halter und Nutzer Sicherheit.

2. Reisen

Immer mehr Menschen sind bereit, sogar das eigene Zuhause mit anderen zu teilen. Besonders in den teuren Metropolen kann das die Haushaltskasse entlasten und f├╝r Familien mit Kindern so manche Reise z.B. ins Disneyland bei Paris ├╝berhaupt erst erm├Âglichen. ├ťber Plattformen wie hospitalityclub, belodged oder couchsurfing bieten sie Touristen aus aller Welt kostenlos Sofa oder G├Ąstezimmer an – 2012 allein ├╝ber couchsurfing 10,4 Millionen Mal.

Doch l├Ąsst sich mit den eigenen vier W├Ąnden auch Geld verdienen. Das Einstellen der Angebote bei einem der vier gro├čen Vermittlungs-Portale Airbnb, 9Flats, HouseTrip und Wimdu mit derzeit insgesamt ca. 500.000 Unterk├╝nften ist kostenlos. Erst im Fall einer Vermietung wird f├╝r die Abwicklung und evtl. Versicherung eine Provision von ca. zehn Prozent des Mietpreises f├Ąllig.

3. Konsumg├╝ter

Wir leben ├╝ber unsere Verh├Ąltnisse. Deutschland verbraucht das Zweieinhalbfache der vorhandenen Ressourcen, im weltweiten Durchschnitt sind es immerhin noch 50 Prozent zu viel. Collaborative Consumption, gemeinschaftlicher Konsum, k├Ânnte helfen, unseren ├Âkologischen Fu├čabdruck ein wenig zu verkleinern. Und die Bereitschaft dazu w├Ąchst. Beinahe w├Âchentlich gehen neue Portale online, die f├╝rs Leihen, Tauschen, Mieten Netzwerke spannen.

Pr├Ądestiniert f├╝rs Leihen oder Mieten sind alle Dinge, die man nur selten oder f├╝r eine begrenzte Zeit braucht wie Werkzeuge oder Baby- und Kinderausstattung. Aber auch Menschen, die die Abwechslung lieben, sei es bei der Wohnungseinrichtung oder im Kleiderschrank, kommen bei Tauschpartys und -b├Ârsen ganz ohne Geld auf ihre Kosten.

├ťberblick: Die wichtigsten Tauschb├Ârsen

netcycler.de: Alltagsgegenst├Ąnde zum Tauschen oder gebraucht ver/kaufen
frents.com: Alles vom Auto bis zur Ferienwohnung zum Leihen oder kaufen
de.freecycle.org: Verschenknetzwerk mit lokalen Gruppen
tauschticket.de: Tauschb├Ârse mit „Tickets“ als W├Ąhrung
tauschbillet.de: Tauschb├Ârse mit „Billet“-W├Ąhrung
Swapy.de: Tauschb├Ârse mit Schwerpunkt B├╝cher, Musik, Filme, Spiele
kleiderkreisel.de: Secondhand-Kleidung, Schuhe und Modeaccessoires tauschen oder kaufen
klamottentausch.net: Ank├╝ndigung von Mode-Tausch-Events
game-change.de: Spiele f├╝r Konsolen tauschen

Liebe Leserinnen und Leser,

Helga Riedel mein Name ist Helga Riedel. Bei geldsparen.de k├╝mmere ich mich um die Themen rund um Haus und Garten. Damit Sie und ihre Familie Qualit├Ąt und Nachhaltigkeit kosteng├╝nstig unter einen Hut bekommen.

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