Helga Riedel
Ein Beitrag von Helga Riedel, 17.05.2013

Garten Torffreie Blumenerde für Geranien & Co.

Mit dem letzten Eisheiligen fällt der Startschuss für die Sommerbepflanzung. Balkonkästen und Töpfe werden dann mit Erde gefüllt, die einmal ein Moor war.
Garten: Torffreie Blumenerde für Geranien & Co.

Torffreie Blumenerde für Geranien und Co. schonen die Moore

Von Azaleen bis Zitruspflanzen: Für jede Art findet man heute im gut sortierten Gartenmarkt die passende Erde. Doch egal ob teure Spezialisten oder billiges No-name-Produkt - eines haben fast alle gemeinsam: Sie bestehen zu 80 bis 90 Prozent aus Torf.

Was macht der Torf im Blumentopf?

Für die Hersteller von Pflanzsubstraten ist Torf ein ideales Ausgangsprodukt. Denn er hat ein geringes Transportgewicht und ist gänzlich frei von Unkrautsamen, Krankheitserregern, Pilzsporen und Nährstoffen. Das erlaubt es, kostengünstig allein durch unterschiedliche Beimischungen Erden herzustellen, die exakt den Bedürfnissen der verschiedenen Pflanzenarten entsprechen. Außerdem besitzt Torf eine lockere Struktur und hohe Wasserspeicherfähigkeit - Eigenschaften die gerade in Kästen und Töpfen Gold wert sind, in Gartenbeeten aber schnell verloren gehen.

Woher kommt der Torf?

In Deutschland werden laut Umweltministerium jährlich ca. zwölf Millionen Kubikmeter Torf verbraucht. Von einem geringen Anteil für Kosmetik und Medizin abgesehen landet die schwarze Erde in Beeten und Töpfen von Baumschulen, Gartenbaubetrieben und Hobbygärtnern.

Würde man ihren Anteil von 2,5 Millionen Kubikmetern in 50 Liter-Säcken abgefüllt aneinanderreihen, könnte man damit den Äquator umspannen. Abgebaut wird der Torf zu etwa 70 Prozent in Norddeutschland, der Rest kommt aus den baltischen und russischen Hochmooren.

Moor - ein einzigartiges Ökosystem

Torf entsteht durch das Absterben von Pflanzen in flachen stehenden Gewässern. Mangels Sauerstoff verrotten sie nicht, sondern bilden Schichten, die in 1000 Jahren bei gleichmäßiger Wassersättigung zu einem Meter Höhe heran wachsen. Ein solches Moor ist Lebensraum für viele hochspezialisierte Pflanzen und Tiere wie den Grauen Kranich. Die Fähigkeit, wie ein Schwamm große Wassermengen aufnehmen zu können, dient dem Hochwasserschutz.

Vor allem aber speichern Moore, obwohl sie nur drei Prozent der Erde bedecken, doppelt so viel Kohlenstoff wie alle Wälder zusammen genommen. Werden Moore entwässert, verlieren sie nicht nur diese Fähigkeit, sondern setzen in kurzer Zeit große Mengen des klimaschädlichen CO2 frei. In Deutschland sind gerade einmal fünf Prozent der einstigen Moore intakt und geschützt. Doch auf den entwässerten Flächen, die man renaturieren könnte, geht ebenso wie in Osteuropa der Torfabbau für Blumenerde unvermindert weiter.

Alternative torffreie Erden

Dabei ist Torf nicht alternativlos. Nach Untersuchungen des Instituts für Gartenbau der Fachhochschule Weihenstephan steht dem Torfverbrauch "in Deutschland eine Kompostproduktion in vergleichbarer Größenordnung gegenüber". Das sogenannte "Gold des Gärtners", hergestellt aus dem nachwachsenden Rohstoff Grünabfälle, ergibt gemischt mit organischen Materialien wie Holzhäcksel, Kokosfasern, Xylit und mineralischen Stoffen wie Ton und Sand ein Pflanzsubstrat von vergleichbarer Qualität. Das belegen Untersuchungen der Gartenbau-Forschungsanstalten in Hannover und Weihenstephan mit umfassenden Praxistests in Baumschulen, dem Gemüse- und Zierpflanzenanbau.

Wie Sie Blumenerde selber herstellen

Am kostengünstigsten ist es allerdings, Blumenerde selbst herzustellen. Für Gartenbesitzer kein Problem: Man mischt reifen Kompost mit Rindenhumus, Holzhäckseln oder Kokosfasern, die es in gepressten Blöcken zu kaufen gibt, im Verhältnis 1:4 für anspruchslose, im Verhältnis 1:1 für nährstoffbedürftige Pflanzen. Gedüngt wird nicht anders als bei gekaufter Erde etwa nach vier Wochen mit Langzeit- oder Flüssigdünger den Herstellerangaben entsprechend.

Hat man Gartenerde übrig, kann auch sie, zu gleichen Teilen mit Kompost und einem Füllstoff wie Blähton oder Sand gemischt, verwendet werden. Für all diejenigen, die über kein eigenes "Gärtnergold" verfügen, könnte sich ein Anruf beim Abfallwirtschaftsamt lohnen, denn viele Städte und Gemeinden z.B. Hamburg, Bremen, München oder der Kreis Kassel verkaufen auf den Recyclinghöfen sehr günstigen Kompost.
Mittlerweile bieten alle großen Pflanzsubstrathersteller auch torffreie Erden an, allerdings fristen sie immer noch ein Nischendasein. Welche Marktmacht Kunden mit ihrer Nachfrage hätten, zeigt ein Ländervergleich beim Baumarkt Hornbach: Während er in Deutschland und Österreich zwei torffreie Erden anbietet, sind es in der Schweiz elf.

Torffreie Erden sind durch den aufwändigeren Herstellungsprozess und die geringeren Mengen etwas teurer als konventionelle Ware. Dass der Preis auch bei ihnen nicht unbedingt etwas über die Qualität aussagt, zeigt eine Untersuchung von Öko-Test, bei der das zweitbilligste Produkt, die Obi Living Garden torffreie Blumenerde, am besten abgeschnitten hat.

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