Anja Lang
Ein Beitrag von Anja Lang, 13.05.2015

Krankenkasse Zahnkronen im Kostencheck

Zahnkronen gibt es mit gewaltigen Preisunterschieden. Wie Familien mit wenig Geld zu einem guten Zahnersatz kommen und welche Kosten die Krankenkasse übernimmt.
Krankenkasse Zahnkronen im Kostencheck

Krankenkasse: Achtung Kostenfalle. Nicht immer ist bei Zahnersatz die Luxsusversion notwendig

Muss ein Zahn überkront werden, kommen auf Kassenpatienten seit 2005 immer Kosten zu. Die Krankenkasse leistet bei Zahnersatz seither nämlich nur noch den sogenannten befundorientierten Festzuschuss für die Regelversorgung. Das sind etwa 50 Prozent der Kosten, die für eine ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche Lösung anfallen. 

Zahnkrone: Das zahlt die Krankenkasse

Soll zum Beispiel ein Backenzahn überkront werden, dann sieht die Regelversorgung eine Vollgußkrone in Nicht-Edelmetall-Ausführung vor. Sie kostet etwa 300 Euro. Davon trägt die Krankenkasse rund 120 Euro als Festzuschuss. Wurde ein Bonusheft geführt, erhöht sich dieser Zuschuss noch mal um 20 beziehungsweise 30 Prozent. Für den Zahnersatz bleiben also bestenfalls etwa noch 150 Euro Kosten, die der Patient selbst tragen muss.

Vorne im sichtbaren Bereich, sieht die Regelversorgung auch eine vestibuläre Verblendung vor, also eine Verblendung der sichtbaren Teile des Zahns. Die Kosten für den Zahnersatz steigen dann auf insgesamt etwa 380 Euro, aber auch der Festzuschuss erhöht sich um rund 46 Euro. Somit bleiben für diese Kronenart noch rund 214 Euro ohne Bonus.
Krankenkasse
Diese Regelung gilt bis zum fünften Zahn im Oberkiefer und bis zum vierten Zahn im Unterkiefer. Für weiter hinten liegende Zähne ist eine Verblendung in der Regelversorgung der Krankenkasse nicht vorgesehen. Wer diese hier wünscht, muss das auch selbst bezahlen.

Krankenkasse: Extrawunsch beim Zahnersatz - unfreiwillig Privatpatient

Was viele nicht wissen: Sobald der Patient den Pfad der Versorgung durch die Krankenkasse verlässt und eine sogenannte gleichartige aber optisch schönere Versorgung wünscht, darf der Zahnarzt nach der privaten Gebührenordnung abrechnen und den bis zum 3,5-fachen Satz verlangen. Der Patient zahlt für die vergleichbare Leistung somit deutlich mehr Geld für seinen Zahnersatz. Dasselbe gilt übrigens auch für das Labor.

Rechenbeispiel: Wird etwa für eine Nicht-Edelmetallkrone eine Vollverblendung gewünscht, die keine Regelleistung der Krankenkasse ist, zahlt der Patient statt rund 180 Euro ohne Bonus, dann satte 480 Euro für diese Krone dazu. Dr. Uwe Niekusch, Beratungszahnarzt beim Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreis, rät deshalb gerade beim Zahnersatz die Verhältnismäßigkeit der Dinge zu berücksichtigen und betont: „Die Kassenversorgung ist eine gute Versorgung und in vielen Fällen auch durchaus ausreichend."

Krankenkasse: Keine Seitensprünge bei der Wahl des Materials für den Zahnersatz

Bei der Wahl der verwendeten Werkstoffe rät Niekusch vor allem der einmal gewählten Variante treu zu bleiben. „Wichtig ist, nicht zu viele verschiedene Metalle im Mund zu haben. Es kann sonst zu Korrosionen oder sehr schwachen elektrischen Strömen kommen, was in Einzelfällen zu einem unangenehmen Empfinden wie Kribbeln oder einem leicht pappigen Geschmack im Mund führt“, erklärt der Beratungszahnarzt.

Die Nicht-Edelmetallvarianten müssen dabei nicht schlechter sein als Zahnersatz in Edelmetall. „Wer zum Beispiel mit Nicht-Edelmetall angefangen hat und es gut verträgt, der kann damit durchaus weiter machen“, empfiehlt der Experte. Wer allerdings zu Allergien neigt, ist eventuell bei hochgoldhaltigen Legierungen oder Vollkeramik Zahnersatz besser aufgehoben. „Gold lässt sich besonders gut verarbeiten und es gibt mit diesem Material sehr viel Erfahrung“, erklärt Niekusch. Allerdings gehört Gold nicht zu den Materialien der Regelversorgung durch die Krankenkasse und muss daher extra bezahlt werden.

Krankenkasse: Zahnersatz ohne Metall - Die Luxusvariante Vollkeramik

Optisch besonders schöne Ergebnisse lassen sich bei Zahnkronen mit Vollkeramik erzielen. Ein Unterschied zum natürlichen Zahn ist hier praktisch nicht mehr auszumachen. Das hat natürlich auch seinen Preis. Die Versorgung mit einer Vollkeramikkrone kostet fast 1.000 Euro. Anders als die "alte" Jacketkrone, die noch komplett aus Porzellan bestand, sind moderne Keramikkronen mit Werkstoffen, wie Zirkonoxid, wesentlich bruchsicherer geworden. An die Bruchsicherheit von Metallkronen kommen sie allerdings noch immer nicht ganz heran.

"Bei etwa fünf bis acht Prozent kommt es zu Sprüngen und Absprengungen bei der Verblendung", weiß Niekusch. Man spricht dabei vom sogenannten "Chipping-Effekt". "Das Problem ist hier vor allem, dass größere Defekte nicht mehr im Mund repariert werden können", erklärt Niekusch. "Muss die Krone entfernt, bearbeitet und wieder eingesetzt werden, wird das ziemlich teuer". Zahnpresser und -knirscher sollten deshalb lieber nicht auf Vollkeramikkronen als Zahnersatz setzten. Die Gefahr, dass es hier zu größeren Absprengungen kommt, ist relativ groß. Auch im hinteren Backenzahnbereich, wo der Kaudruck besonders hoch ist, ist man in der Regel mit Vollgußkronen besser bedient.
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Leserkommentare

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18.09.2013 08:55 Uhr
Redaktion: Antwort der Redaktion
Sehr geehrter Leser, natürlich gibt es hier feste Sätze nach denen die Zahnärzte berechnen. Die unterschiedlichen Zahlen kommen dadurch zustande, dass jeder Zahn im Gebiss unterschiedlich kostet. Wir haben einen Durschnittspreis angegeben, die Kollegen von zahnersatzguenstig.de den günstigsten. Wenn Sie ganz konkrete Zahlen haben möchten, wie viel z.B. eine Vollgußkrone am ersten, zweiten oder dritten Backenzahn kostet, können Sie Ihren Zahnarzt fragen. Sie können aber auch hier nachsehen: http://www.zahnglotze.de/zahnersatzrechner.html. Das ist ein Zahnersatzrechner, den auch Zahnärzte nutzen. Beste Grüße Anja Lang


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