Anja Lang
Ein Beitrag von Anja Lang, 27.05.2015

Zahnbehandlung Welche F├╝llungen zahlt die Krankenkasse?

Amalgam- oder Kunststoff? Welche Zahn-F├╝llungen die Krankenkasse bezahlt und in welchen F├Ąllen Sie zuzahlen m├╝ssen.
Zahnbehandlung Welche F├╝llungen zahlt die Krankenkasse?

Kunststoff oder doch Amalgam? Die meisten Patienten bevorzugen eine Kunstoff-F├╝llung

Jedes Jahr werden in Deutschland, nach Angaben des Universit├Ątsklinikums Jena, rund 50 Millionen l├Âchrige Z├Ąhne gef├╝llt. Dabei entscheiden sich zunehmend mehr Patienten f├╝r eine Kunststoff-F├╝llung. Amalgam-F├╝llungen seien dagegen eher "out", erkl├Ąrte Bernd Sigusch, Direktor der Universit├Ątspoliklinik f├╝r konservierende Zahnheilkunde in Jena, in einem dpa-Interview.

Kunststoff-F├╝llungen sind auf dem Vormarsch

Als Hauptgrund f├╝r die Beliebtheit der Kunststoff-F├╝llungen nennt Sigusch vor allem den zunehmenden Anspruch nach ansprechender ├ästhetik. Anders als Amalgam, das auff├Ąllig silbrig gl├Ąnzt, ist Kunststoff zahnfarben und f├Ąllt somit optisch kaum auf. Zudem ist Amalgam wegen seines Quecksilbergehalts immer wieder Gegenstand von Diskussionen. Quecksilber ist ein Schwermetall und f├╝r Menschen giftig. Quecksilberd├Ąmpfe k├Ânnen durchaus ernste Beschwerden verursachen von Schlaflosigkeit ├╝ber Konzentrationsst├Ârungen, Kopfschmerzen und Schwindel bis hin zu Depressionen. "Bei Amalgam-F├╝llungen ist das Quecksilber aber gebunden", erkl├Ąrt Kai Fortelka, Pressesprecher der Kassenzahn├Ąrztlichen Bundesvereinigung (KZBV) in Berlin.
Krankenkasse

Amalgam-F├╝llungen bestehen zu H├Ąlfte aus Quecksilber

"Beim Legen von Amalgam-F├╝llungen und auch beim Kauen wird kontinuierlich etwas Quecksilber aus den F├╝llungen gel├Âst und dabei in den K├Ârper abgegeben", wei├č Fortelka,┬á "dies allerdings in sehr geringer Menge". Ob die in den K├Ârper abgegebenen Quecksilber-Mengen gesundheitlich bedenklich sind oder nicht, ist immer wieder Anlass f├╝r wissenschaftliche Studien. In der abschlie├čenden Stellungnahme des wissenschaftlichen Beratungsausschusses f├╝r Gesundheits- und Umweltrisiken der Europ├Ąischen Kommission, dem Scientific Committee on Health and Environmental Risks (SCHER) wurde nun am 10. M├Ąrz 2014 festgestellt, dass die Gesundheits- und Umweltgef├Ąhrdung durch das in zahn├Ąrztlichem Amalgam enthaltene Quecksilber vergleichsweise gering sei. "Die Quecksilberaufnahme durch Zahnf├╝llungen liegt demnach durchschnittlich etwa in der gleichen Gr├Â├čenordnung wie die Quecksilberbelastung durch die Nahrung", betont Fortelka. "Damit gilt sie – auch nach neuesten internationalen wissenschaftlichen Kenntnissen – als unbedenklich".

Amalgam-F├╝llungen werden komplett bezahlt

Amalgam wird schon seit etwa 150 Jahren als F├╝llungsmaterial in der Zahnmedizin eingesetzt. "In der Regel wird Amalgam auch problemlos vertragen", erkl├Ąrt Fortelka. Der Werkstoff l├Ąsst sich gut verarbeiten, ist sehr stabil und vor allem besonders lange haltbar. Die Kassenzahn├Ąrztliche Bundesvereinigung (KZBV) gibt acht bis zehn Jahre als statistischen Durchschnittswert f├╝r die Lebensdauer an. "Bei guter Zahnpflege kann eine Amalgamf├╝llung aber auch wesentlich l├Ąnger halten", betont Fortelka. Nur Gold- oder Keramikinlays halten noch l├Ąnger. Zudem hat Amalgam noch einen weiteren Vorteil: Es ist vergleichsweise preiswert ist. In der gesetzlichen Krankenkasse gelten Amalgam-F├╝llungen deshalb als Regelleistung und werden zu 100 Prozent bezahlt. Amalgamf├╝llungen kommen dabei vor allem im Backenzahnbereich zum Einsatz.

Kunststoff-F├╝llungen im Frontbereich Kassenleistung

Im sichtbaren Frontbereich - gemeint sind die oberen und unteren Schneidez├Ąhne plus die jeweiligen Eckz├Ąhne - zahlt die gesetzliche Krankenkasse auch zahnfarbene Kunststoff-F├╝llungen. In der Regel wird hierf├╝r Komposit verwendet. Dieser keramik├Ąhnliche Kunststoff besteht zu etwa 20 Prozent aus Kunststoff und zu etwa 80 Prozent aus einem Salz der Kiesels├Ąure beziehungsweise feinsten Glasteilchen. Komposit gilt als formstabil und langlebig, aber nicht ganz so haltbar wie Amalgam. "Die statistische Haltbarkeit von Komposit-F├╝llungen betr├Ągt rund sieben bis acht Jahre", sagt Fortelka. "Aber auch hier kann mit guter Zahnpflege eine deutlich l├Ąngere Haltbarkeit erzielt werden". Nachteil des Komposits ist, dass es einen h├Âheren Schrumpfungsgrad als Amalgam besitzt. "Bei Kunststoff-F├╝llungen aus Komposit k├Ânnen sogenannte Randspalten entstehen, in die Bakterien eindringen und erneut Karies verursachen k├Ânnen", sagt Fortelka. Dieses Risiko l├Ąsst sich durch das Auftragen in mehreren Schichten verringern. "Allerdings ist diese Mehrschichttechnik relativ aufwendig, da die einzelnen Schichten nacheinander aush├Ąrten m├╝ssen", wei├č der Pressesprecher der KZBV. "Daf├╝r besteht beim Auftragen die M├Âglichkeit, die Farbintensit├Ąten der einzelnen Schichten bestm├Âglich an die nat├╝rliche Zahnfarbe anzupassen".

Diese Zahn-F├╝llungen sind Kassenleistung

Einfache Komposit-F├╝llungen sind im sichtbaren Frontbereich eine Regelleistung der gesetzlichen Krankenkassen und werden problemlos bezahlt. Im hinteren Backenzahnbereich ├╝bernimmt die gesetzliche Krankenkasse nur die Kosten f├╝r Amalgam-F├╝llungen komplett. Ausgenommen von dieser Regelung sind Patienten, die nachweislich an einer Amalgam-Allergie leiden oder eine schwere Niereninsuffizienz aufweisen. Vorher ist aber ein bestimmter Allergietest bei einem Dermatologen notwendig. Auch Kinder unter 18 Jahren und Schwangere bekommen im hinteren Seitenzahnbereich eine Versorgung mit geschichteten Kunststoff-F├╝llungen bezahlt.

Achtung:
Einen Austausch von intakten Amalgam-F├╝llungen ├╝bernimmt die gesetzliche Krankenkasse grunds├Ątzlich nicht.

Zuzahlung zum Kassenanteil

Kassenpatienten, die die Versorgung mit hochwertigen F├╝llungen w├╝nschen, die die Krankenkasse nicht bezahlt, m├╝ssen diese nicht komplett aus eigener Tasche bezahlen. Sie haben die M├Âglichkeit mit ihrem Zahnarzt eine sogenannte Mehrkostenvereinbarung abzuschlie├čen. "Der Zahnarzt rechnet dann die Kosten zum Beispiel eine Amalgamf├╝llung mit der Krankenkasse ab", wei├č Fortelka. "Dar├╝ber hinausgehenden Kosten zahlt der Patient dann selbst".
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Leserkommentare

 

08.09.2016 12:13 Uhr
Daniel: schlauer Hans
Tja Hans, auch Sie scheinen nicht die hellste Lampe auf dem Adventskranz zu sein. Mit dem Thema sollten Sie sich wohl noch etwas beschäftigen. Wenn es so unbedenklich ist, warum bekommen dann Schwangere und Patienten mit Nierenschäden nur Kunststofffüllungen und diese sogar voll erstattet? Auch gibt es genug Studien über die Auswirkungen auf den Menschlichen Körper durch Amalgam- Füllungen. Ich würde mich freuen, wenn Sie sich erst noch einmal belesen, bevor Sie hier andere angreifen und falsche Dinge erzählen. Liebe Grüße, ein Ingenieur der Werkstoffkunde ;)

25.05.2016 19:06 Uhr
Hans: Gebunden
Quecksilber ist in Amalgam gebunden, wenn ausdampfen würde. Wär ja ziemlich nichts mehr da. Verfahrenstechniker haben halt nur halbes Wissen. Deine "Erkrankungen" bildest du dir ein oder hast von sonst welchen schädlichen Umgebungsfaktoren ergattert. Der Dualismus der Naturwissenschaft von Körper und Geist sollte mehr betrachtet werden.

01.05.2016 17:51 Uhr
Aufklärer: Amalgam ist gesundheitsschädlich - basta
Ich leide schon seit mehr als 25 Jahren unter den Folgen einer Amalgamvergiftung. Es ist einfach ein wissenschaftlicher Unsinn zu behaupten, Amalgam sei harmlos. Das stimmt schlichtweg nicht und ist genauso einzustufen, wenn man behauptet Dieselautos von VW sind umweltfreundlich. Das Gegenteil ist der Fall. Das Quecksilber dampft bereits bei 22 °C im Mundrachenraum aus. Es handelt sich also chemisch um keine Matallegierung, sondern nur um eine temperaturinstabile chemische Mischung. Genau darin liegt das Problem. Das Quecksilber wird in Methylquecksilber umgewandelt. Ich als chemischer Verfahrenstechniker weiß wo von ich rede. Es ist nun mal eine physikalische Tatsache, dass Quecksilber schon bei 22 °C verdampft. Alles andere halte ich für reine Volksverdummung. Viele rätselhafte Krankheiten ADS, Neurodermitis, Reizdarm, Kopfschmerzen, Muskelzittern, Schlaflösigkeit, Brennen im Harnleiter, Depressionen, Atembeschwerden, Herzrasen etc. sind auf eine einzige Ursache zurückzuführen. Im schlimmsten Fall kann auch Krebs entstehen. Es stellt für mich ein Skandal dar, dass Amalgam immer noch propagiert wird. Die Lobbyisten der Goldindustrie haben sich wieder einmal durchgesetzt. Normalerweise müsste Degussa und Co. den Quecksilbermüll teuer entsorgen. Stattdessen wird dieser Sondermüll in den Zähnen ahnungsloser Patienten endgelagert und gleichzeitig noch kräftig abkassiert. Warum sind Amalgamfüllungen in sämtlichen skandinavischen Ländern, der Schweiz und sogar in Russland seit Jahren verboten. Ich leide schon seit mehreren Jahrzehnten unter den gesundheitlichen Folgen, die von skrupellosen Geschäftemachern verursacht wurden. Viele werdende Mütter übertragen mehr als 50 % ungewollt an ihr ungeborenes Kind von diesem heimtückischen Gift. Auch heute wird noch dreist behauptet, es handelt sich bei Amalgam um eine harmlose Legierung. So ein Schwachsinn kann nur jener behaupten, der damit sich eine goldene Nase verdient. Stoppt endlich die verheerende Volksvergiftung durch Amalgam. Die zukünftigen Generationen werden es uns danken. Was haben Gentechnik, Atomtechnik und Amnalgam gemeinsam ? Jede dieser Technologien wird als harmlos angepriesen. Auch die Parkinson-Krankheit und die Alzheimer Krankheit sind eine direkte Folge der Volksvergiftung durch Amalgam. Die Verantwortlichen handeln frei nach dem Motto "Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing". Es dreht sich alles in dieser verrückten Welt ums liebe Geld, so einfach ist die Welt.


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