Anja Lang
Ein Beitrag von Anja Lang, 01.07.2014

Krankenkasse Psychotherapie: So erhalten Sie einen Termin

Wer nachweislich zu lange auf einen Termin beim Psychotherapeuten  warten muss, darf sich auch an einen Therapeuten ohne Kassenzulassung wenden.
Wer dringend einen Therapieplatz benötigt, darf sich deshalb auch an einen Psychologen ohne Kassenzulassung wenden und kann sich die Kosten hierfür erstatten lassen.

Auch gesetzlich Versicherte haben ein Recht darauf, zeitnah einen freien Psychotherapieplatz zu bekommen

Durchschnittlich sechs Monate dauert es, bis ein Patient hierzulande mit einer Psychotherapie starten kann. Vor allem in ländlichen Regionen sind freie Plätze Mangelware.

Grund: Der Bedarf an psychotherapeutischer Beratung ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen, die Zahl der Therapeuten mit Kassenzulassung aber nicht. 
 
Gesetzlich Versicherten steht aber nach Paragraf 13 Absatz 3 des Sozialgesetzbuches V eine zeitnahe Behandlung zu. So kann der Patient – wenn er in zumutbarer Zeit keinen Therapeuten mit Kassenzulassung findet - auch auf einen Therapeuten ohne Kassenzulassung ausweichen. Die Krankenkasse ist dann grundsätzlich dazu verpflichtet, die Kosten hierfür zu erstatten. Allerdings muss man dabei einige Punkte beachten:

1. Der Krankenkasse unzumutbar lange Wartezeit nachweisen

Wichtig ist nachzuweisen, dass man sich um einen Therapieplatz bei einem Psychologen mit Kassenzulassung bemüht hat und in zumutbarer Zeit auch keiner zu bekommen war. Dazu sollte man sich bei möglichst vielen Kassentherapeuten in Wohnortnähe nach freien Plätzen erkundigen.

Eine Liste der zugelassenen Psychotherapeuten findet man bei der Kassenärztlichen Vereinigung. Bekommt man einen Termin innerhalb der nächsten drei Monate, sollte man diesen wahrnehmen. Sinnvoll ist es auch, sich auf Wartelisten setzen zu lassen, falls kurzfristig ein Platz frei wird.
Krankenkassen-Tipp: Werden Wartezeiten von mehr als drei Monaten in Aussicht gestellt, gelten diese für die Krankenkassen als unzumutbar. Diese Tatsache sollte der Patient sich zusammen mit den genauen Anschriften der Therapeuten und dem Datum der Anfrage notieren oder sich, besser noch, von den angefragten Therapeuten schriftlich bestätigen lassen.

2. Krankenkasse soll freien Psychotherapieplatz nennen

Mit dieser Aufstellung als Beleg, kann man sich jetzt – möglichst schriftlich - an seine Krankenkasse wenden und dieser mitteilen, dass man, trotz Bemühungen, keinen rechtzeitigen Termin bekommen hat. Außerdem sollte man die Krankenkasse auffordern einen Psychotherapeuten zu nennen, bei dem man kurzfristig in der Nähe des Wohnortes einen Termin erhalten kann. Dabei rät die Bundespsychotherapeutenkammern dazu, auch eine angemessene Frist zu setzen, die zum Beispiel eine Woche betragen kann.

Einige Krankenkassen zeigen hier viel Engagement und Unterstützung. Allerdings gibt es, wie bei vielen anderen Leistungen auch,  auch deutliche Unterschiede im Bereich "Service" zwischen den einzelnen Krankenkassen. Mit unserem neuen Geldsparen-GKV-Rechner können Sie über 100 Krankenkassen vergleichen und schnell sehen, welche Krankenkassen unter anderem auch einen guten Kundenservice bieten. 
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3. Selbst Psychotherapeuten finden

Kann die Krankenkasse nach Ablauf dieser Frist keinen Psychotherapeuten nennen, kann man sich auf die Suche nach einem approbierten Psychotherapeuten ohne Kassenzulassung man. Die Krankenkasse akzeptieren nur approbierte Psychotherapeuten.

Einen solchen erkennen Sie daran, dass sie sich entweder "Psychologischer Psychotherapeut" oder "Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut" nennen dürfen. Hat man einen Therapeuten gefunden, der kurzfristig einen Behandlungsplatz anbieten kann, benötigt man eine schriftliche Bestätigung darüber. Außerdem sollte der Therapeut auch noch bestätigen, dass die Behandlung notwendig ist.

4. Kostenerstattung bei Krankenkasse beantragen

Zusammen mit diesen Unterlagen kann man jetzt bei seiner Krankenkasse beantragen, dass diese der Behandlung durch den gewählten Psychotherapeuten zustimmt und die dafür notwendigen Kosten nach Paragraf 13 Absatz 3 SGB V erstattet. In vielen Fällen übernehmen auch die Therapeuten selbst diesen Schritt.
Krankenkassen-Tipp: Wichtig ist bei der Beantragung, nicht generell die Kostenerstattung zu wählen. Für den Versicherten ist es oft einfacher, die sogenannte Sachleistung gewährt zu bekommen. Dabei kann der Therapeut dann direkt mit der Krankenkasse abrechnen.

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Leserkommentare

 

17.08.2015 16:00 Uhr
Stefan: Approbierte Psychotherapeuten
Uwe wirft leider mehrere Fakten durcheinander. Approbierte Psychotherapeuten sind eben nicht nur Ärzte, sondern auch Psychologen und Sozialpädagogen mit entsprechender Zusatzausbildung (Approbation) - diese sind an den o.g. Bezeichnungen zu erkennen. Selbstverständlich verfügen auch ärztliche Psychotherapeuten über die entsprechende Qualifikation.

03.07.2014 23:23 Uhr
Uwe: approbierte Psychotherapeuten
Approbierte Psychotherapeuten sind eben KEINE psychologischen Psychotherapeuten, sondern approbierte Ärzte mit der Facharztausbildung Psychotherapie. Psychologische Psychotherapeuten sind keine Ärzte.


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