Anja Lang
Ein Beitrag von Anja Lang, 04.05.2014

Pflegende Angehörige Bezahlte Auszeit

Nur etwa jeder vierte pflegende Angehörige nimmt sich regelmäßig eine Auszeit. Dabei steht ihnen eine Art Sonderurlaub sogar rechtlich zu.
Pflegende Angehörige Pflege Auszeit Urlaub Geldsparen.de

Eine herausfordernde Aufgabe - gerade auch f√ľr die pflegenden Angeh√∂rigen

Pro Jahr haben Sie als pflegender Angeh√∂riger Anspruch auf 28 Tage bezahlte Urlaubsvertretung. Ersatz- bzw. Verhinderungspflege hei√üt diese Regelung. Die Kosten hierf√ľr √ľbernimmt die Pflegekasse, die zu den gesetzlichen Krankenkassen geh√∂rt, bis zu 1.550 Euro im Jahr. Dazu m√ľssen Sie¬†allerdings vorher ein Antrag bei der Krankenkasse stellen. Voraussetzung f√ľr die Leistung der Krankenkasse ist, dass die Pflege bereits seit mindestens einem Jahr andauert. Wobei auf die Vorpflegezeit nur beim ersten Antrag geachtet wird. Die H√∂he der Krankenkassen-Leistung ist √ľbrigens¬†f√ľr alle Pflegestufen gleich hoch.

Pflegende Angehörige haben Anspruch auf professionelle Urlaubsvertretung

Die Ersatzpflege kann entweder von einer professionellen Pflegekraft oder von einer sonstigen Person aus dem Umfeld des Gepflegten √ľbernommen werden. Allerdings: Verwandte und Verschw√§gerte bis zum zweiten Grad sowie Personen, die mit dem Pflegebed√ľrftigen in einer Hausgemeinschaft leben, erhalten von der Pflegekasse nur Entlohnung in H√∂he der Pflegegeldes, das je nach Pflegestufe 235 Euro,¬†440 Euro oder¬†700 Euro pro Monat betr√§gt. Daneben k√∂nnen noch Aufwendungen wie Verdienstausfall, Fahrtkosten usw. geltend gemacht werden.

Verwandte dritten Grades zählen voll

Bei Verwandten ab dem dritten Grad wird dann wieder wie bei einer professionellen Pflegekraft abgerechnet. Neben der Vertretungspflege im Haus besteht auch die M√∂glichkeit, den Pflegebed√ľrftigen kurzzeitig station√§r in einem Pflegeheim unterzubringen. Man spricht dann von Kurzzeitpflege. Die Krankenkasse stellt allerdings auch hierf√ľr nicht mehr als 1.550 Euro zur Verf√ľgung.

Extra-Tipp Krankenkasse: Seit dem 30. Oktober 2012 wird während der Verhinderungspflege bis zu vier Wochen je Kalenderjahr die Hälfte des bisher bezogenen Pflegegeldes weitergezahlt.
 
Hier Leistungen der Krankenkassen vergleichen 

Pflegende Angehörige sollten nichts verschenken

Die vier Wochen Urlaubsanspruch m√ľssen pflegende Angeh√∂rige √ľbrigens nicht am St√ľck nehmen. Sie k√∂nnen sie auch in mehrere Kurzurlaube einteilen.

Aber Achtung: Sind am Ende des Jahres noch Tage √ľbrig, k√∂nnen pflegende Angeh√∂rige diese nicht mit ins n√§chste Jahr √ľbernehmen. Sie verfallen am Jahresende! Sie sollten deshalb m√∂glichst vorausschauend planen, um die bezahlte Auszeit auch in vollem Umfang nutzen zu k√∂nnen.

Liebe Leserinnen und Leser,

Anja Lang mein Name ist Anja Lang. Ich bin Expertin f√ľr Mobilit√§t, Gesundheit und Vorsorge auf Ihrem Family-Portal. Hier beantworte ich s√§mtliche Fragen rund um die Themen Zuzahlung, Gesundheitsvorsorge, aber auch Autokosten.

Suchen Sie ein bestimmtes Thema?

Artikel Suchen

Oder schreiben Sie mir einfach, wenn Sie eine Frage haben.

Mail

Ich freue mich auf eine Mail von Ihnen

» Autoren von geldsparen.de

Leserkommentare

 

09.09.2014 11:23 Uhr
Ingrid Conen: Pflegeauszeit zu kurz bei Pflegestufe 3 Angehörige
28 Tage Ausszeit für pflegende Angehörige hört sich gut an. Leider ist das Problem schon da, wenn der pflegende Angehörige Pflegstufe 3 hat. Mein Sohn ist 26 Jahre alt. Er hatte vor 10 Jahren einen schweren Verkehrsunfall. Da die professionelle Hilfe 99 Euro am Tag kostet und der erste und letzte Tag als voller Zahltag gilt, kann ich höchstens 3 Wochenenden im Jahr Urlaub machen oder 13 Tage am Stück. Das ist zu wenig für den Aufwand und die schwere Arbeit. Der Gesetzgeben müsste 5-6 Wochen im Jahr für pflegende Angehörige an Auszeit voll bezahlen. Außerdem ist das Pflegegeld in Höhe von 700 Ä auch kein Verdienst im Sinne eines Verdienstausfalls, den man natürlich hat. Das Pflegegeld geht bei Stufe 3 für Pflegeartikel z. T. drauf, die die Krankenkasse nicht zahlen. Außerdem muss man eine große Wohnung mieten, da man einen großen Pflegerollstuhl, Pflegebett, Duschrollstuhl, Pflegebad alles ebenderdig braucht. Die Wohnungen und vor allem die Nebenkosten sind hoch, da alles elektrisch betrieben und aufgeladen werden muss. Mit Pflegegeld, Grundsicherung und einem halben kleinen Gehalt ist man da schnell am Ende. Ein Urlaub ist da kaum noch drin. Also muss man dann zu Hause bleiben. Tolles Leben! Der Schein trügt also. Da muss noch mehr vom Gesetzgeber gemacht werden. Vielleicht tut sich aber dort erst etwas, wenn die entsprechenden Politiker mal selbst in diese Lage kommen.


Kommentar schreiben

Name*

Email*

√úberschrift*

Kommentar

Ziffernfolge
hier eingeben:
neu laden


*Pflichtfelder

 

Foto: Colourbox.de ID:1063

Der Geldsparen-Newsletter

Schon abonniert?

Unser Newsletter versorgt Sie regelmäßig mit aktuellen Themen zu:

Geld
Geld
  Gesundheit
Vorsorge
Wohnen
Wohnen
  Beruf
Beruf/Ausbildung
Internet & Telefon
Internet & Telefon
  Unterwegs
Unterwegs

Anrede

Vorname

Nachname

eMail*

Newsletter (wöchentlich)

Spartipp des Tages (täglich)

Ich erkläre mich mit der Nutzung meiner Daten
    laut Nutzungsbedingungen einverstanden.

 

*Pflichtfelder

 
Bereich: Vorsorge Pagename: pflegende-angehoerige-bezahlte-auszeit(1063)