Rolf Winkel
Ein Beitrag von Rolf Winkel, 17.08.2011

Notruf Wenn er nicht n├Âtig war

Mit einem eingehenden Notruf wird meist ein Krankenwagen mit losgeschickt. Ist der dann nicht n├Âtig, kann es sp├Ąter Probleme mit der Kosten├╝bernahme geben.
Notruf: Wenn er nicht notwendig war Verbraucherportal Geldsparen.de
Wenn die 112 angew├Ąhlt wird, meldet sich die ├Ârtliche Rettungsleitstelle, nimmt den Notruf entgegen und setzt gegebenenfalls den Notarzt in Bewegung. Der Rettungswagen kommt dann in der Regel gleich mit – schon rein vorsorglich. Denn in den meisten F├Ąllen wird es nach dem Notarzteinsatz zu einer station├Ąren Aufnahme im Krankenhaus kommen. Dann ├╝bernimmt die Krankenkasse die Kosten f├╝r den Krankentransport.

Doch mitunter stellt sich der Notfall dann doch als nicht so dramatisch heraus. Eigentlich ein Grund zur Freude. Die kann dann aber getr├╝bt werden. Denn unter Umst├Ąnden flattert einige Wochen sp├Ąter eine Rechnung ├╝ber die Kosten des Rettungseinsatzes ins Haus, wie Johanna de Haas, ├ärztin und Mitarbeiterin der Unabh├Ąngigen Patientenberatung in Gie├čen, aus eigener Erfahrung wei├č: „Mir selbst ist der Fall eines Epileptikers bekannt, der einen epileptischen Anfall hatte. Bekannte von ihm, die das miterlebten, riefen sofort die 112 an. Als der Notarzt kam, war der Anfall vorbei – und ein Transport ins Krankenhaus nicht mehr n├Âtig. In diesem Fall gab es ein Problem mit der Kosten├╝bernahme.“

Das Problem der „Leerfahrten“

Nach einem Urteil des Bundessozialgerichts vom 6. November 2008 ist klar: Die gesetzlichen Kassen sind in solchen F├Ąllen nicht zur ├ťbernahme der Kosten der sogenannten Leerfahrt verpflichtet. In Kassel wurde damals ├╝ber den Fall einer Frau verhandelt, die starke Brustschmerzen und Schwierigkeiten beim Atmen hatte. Das veranlasste ihre Mutter dazu, wegen eines Herzinfarkt-Verdachts den Rettungsdienst anzurufen. Auch der Notarzt hielt einen Herzinfarkt f├╝r m├Âglich. Die Patientin lehnte es jedoch ab, sich mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus bringen zu lassen. Daraufhin weigerte sich die Krankenkasse, die Kosten f├╝r den Einsatz des Rettungswagens zu ├╝bernehmen. Zu Recht, wie das oberste deutsche Sozialgericht befand. Im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen gebe es keinen Passus, nach dem auch Bef├Ârderungsfahrten gezahlt werden m├╝ssen, die gar nicht stattgefunden haben (Aktenzeichen B 1 KR 38/07 R). Deshalb blieb die Frau in diesem Fall auf den Kosten sitzen.

Eine bundeseinheitliche Regelung zu solchen Leerfahrten gibt es nicht. „Das wird von L├Ąndern und Kommunen regional unterschiedlich gehandhabt“, so Claudia Widmaier vom Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung. Grunds├Ątzlich m├╝sse eine gesetzliche Kasse f├╝r die Kosten einer Leerfahrt im Rahmen eines Notarzt-Einsatzes jedenfalls nicht aufkommen. Von daher k├Ânne es dazu kommen, dass die Versicherten eine solche Leerfahrt selbst bezahlen m├╝ssen, so Widmaier.

Auch f├╝r Privatversicherte kann es im Einzelfall zu entsprechenden Problemen kommen. Jens Wegner vom Verband der privaten Krankenversicherung erkl├Ąrt: Klar sei, dass Rettungswagenfahrten „im Zusammenhang mit medizinisch notwendigen Heilbehandlungen“ ├╝bernommen w├╝rden. Was das im Einzelfall bedeutet, dar├╝ber kann man streiten. „Dabei kommt es auf die einzelnen Tarifbedingungen an“, so Wegner.

Lieber ins Krankenhaus bringen lassen

Auf der sicheren Seite sind diejenigen, die sich nach einem Notarzt-Einsatz sicherheitshalber ins Krankenhaus bringen lassen. In dem Fall, ├╝ber den das Bundessozialgericht Ende 2008 entschieden hat, w├Ąre das wohl aus medizinischer Sicht ohnehin angeraten gewesen. Doch auch aus Kostengr├╝nden spricht f├╝r die Versicherten einiges hierf├╝r, so Johanna de Haas: „Deshalb bringen in manchen Regionen Rettungsdienste m├Âglichst jeden ins Krankenhaus, auch wenn es medizinisch nicht notwendig w├Ąre – nur um einem Streit um die Kosten├╝bernahme aus dem Wege zu gehen“.

Liebe Leserinnen und Leser,

Rolf Winkel mein Name ist Rolf Winkel. Ich bin Ihr Spezialist f├╝r alles, was mit Sozialversicherungen, insbesondere mit der Rente zu tun hat. Ich bin gelernter Sozialwissenschaftler und schreibe seit mehr als 30 Jahren Sozialratgeber.

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» Autoren von geldsparen.de

Leserkommentare

 

21.08.2011 19:53 Uhr
Anonym: Naja..Stimmt nicht so ganz
Es gibt im Rettungsdienst auch sogenannte Fehlfahrten. Eine Fehlfahrt ist es dann, wenn kein Transport stattfindet es wird in diesem Fall nur die Notarztpauschale von unter 100 Euro berechnet.


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