Annette Jäger
Ein Beitrag von Annette Jäger, 04.10.2016

Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) Zusatzuntersuchungen beim Arzt boomen

Zusatzuntersuchungen beim Arzt m√ľssen Sie selbst bezahlen. Doch die meisten sind √ľberfl√ľssig. Sieben Fakten zu Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL).
Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) Zusatzuntersuchungen beim Arzt boomen

Darf es ein bisschen mehr sein? Viele √Ąrzte bieten Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) an

1. IGeL sind vor allem beim Frauen- und Augenarzt beliebt

Das haben Sie beim Arzt sicher auch schon mal erlebt: Der Mediziner bietet bei der Anmeldung oder per Faltblatt im Wartezimmer einen zus√§tzlichen Ultraschall, eine Eigenbluttherapie, eine Bioresonanztherapie gegen den Heuschnupfen oder die Glaukom-Untersuchung beim Augenarzt an, die Sie als Patient aus eigener Tasche bezahlen m√ľssen. Das Gesch√§ft mit diesen Zusatzuntersuchungen, sogenannte¬† Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL), beim Arzt boomt. Besonders h√§ufig arbeiten Gyn√§kologen, Augen√§rzte und Urologen mit IGeL.

2. Wichtige Zusatzuntersuchungen zahlt die Kasse

Wie sinnvoll solche IGeL sind, ist umstritten. So sind Fr√ľherkennungsuntersuchungen, die einen nachgewiesenen Nutzen haben, im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen enthalten. Sobald etwas medizinisch notwendig ist – beispielsweise eine zus√§tzliche Ultraschalluntersuchung, weil bei Ihnen der Verdacht einer Erkrankung besteht – bezahlt die Kasse die Leistung. Dann darf der Arzt nicht extra abrechnen.

3. IGeL sind lukrativ

Doch Patienten sind in der Arztpraxis oft verunsichert. Wenn der Arzt zu einer Behandlung rät, gehen die meisten Patienten davon aus, dass das auch sinnvoll ist.

Mein Tipp: Denken Sie daran, dass das Gesch√§ft mit den Extrauntersuchungen angesichts der knappen Arztbudgets f√ľr den Mediziner vor allem auch eine lukrative Nebeneinnahme ist.

4. Expertenberatung zu Zusatzuntersuchungen finden Sie im Internet

Als Entscheidungshilfe, ob eine Untersuchung sinnvoll ist oder nicht, hat der Spitzenverband der Krankenkassen eine Website ins Leben gerufen, die √ľber IGeL aufkl√§rt. Unter www.igel-monitor.de k√∂nnen Sie unter "A-Z" alle Untersuchungs- und Behandlungsmethoden finden. Auf der Internetseite ist genau erkl√§rt, was sie bringen und wie sie funktionieren.

5. Zusatzuntersuchungen sind Ihre freie Entscheidung

Aufkl√§rung ist essentiell. Denn damit nehmen es die √Ąrzte oft nicht so genau. Im Idealfall bleibt die Inanspruchnahme einer Zusatzuntersuchung Ihre freie Entscheidung. In vielen F√§llen geschieht es aber genau umgekehrt. Der Arzt sollte eigentlich nur in sachlicher Weise informieren, Sie aber nicht dr√§ngen. Tipps wie Sie sich im Arztgespr√§ch verhalten sollte, was dieser darf und was nicht, finden Sie auch auf der IGeL-Website.

6. √Ąrzte rechnen bei IGel nicht immer korrekt ab

Bevor der Arzt eine Untersuchung durchf√ľhrt, muss er mit Ihnen als Patient einen schriftlichen Vertrag schlie√üen bzw. eine Vereinbarung treffen. Auch die Kosten m√ľssen darin erw√§hnt sein. Im Anschluss an die Zusatzbehandlung muss der Arzt Ihnen eine Rechnung ausstellen. Hier muss eine Auflistung der Einzelleistungen erfolgen und der entsprechende Verweis auf die Geb√ľhrenordnung f√ľr √Ąrzte. Sie sollten wissen, dass √Ąrzte f√ľr IGeL nicht nur den einfachen Geb√ľhrensatz in Rechnung stellen d√ľrfen, sondern den 2,3-fachen Satz oder sogar den 3,5-fachen Satz.

7. √úberdiagnostik vermeiden

Eines sollten Sie als Patient immer beachten: Zusatzuntersuchungen k√∂nnen auch zu einer √úberdiagnostik f√ľhren, die Sie vor allem verunsichert, Sie seelisch belastet oder Sie unn√∂tigen und zum Teil auch gef√§hrlichen Untersuchungen aussetzt.

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Leserkommentare

 

14.10.2016 19:21 Uhr
erasmus: IGeL
Die Ärzte begründen eine zusätzliche Untersuchung die amns elbe rbezahlen muss, meist damit, als dass sie sagen, die von der Kasse bezahlten Leistungen reichen nicht aus, um eine brauchbare Diagnose stellen zu können. Was solld er Laie dann dazu sagen ?


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