Anja Lang
Ein Beitrag von Anja Lang, 17.04.2014

Krankenkasse Künstliche Befruchtung: So viel zahlt die Krankenkasse

Eine künstliche Befruchtung kostet mehrere tausend Euro. Viele Krankenkassen beteiligen sich mit 50 Prozent – einige zahlen aber auch 75 oder gar 100 Prozent.
Krankenkasse Künstliche Befruchtung: So viel zahlt die Krankenkasse

Nicht immer sind die schönsten Sachen im Leben umsonst, Krankenkassen helfen bei der künstlichen Befruchtung

Für Paare, die sich Kinder wünschen, selber aber keine bekommen können, ist eine künstliche Befruchtung oft der letzte Ausweg. Dazu stehen Verfahren wie die In-Vitro-Fertilisation (IVF) oder die Intracytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) zur Verfügung. Bei der IVF werden der Frau Eizellen entnommen und diese auf einer Petrischale im Labor mit den Spermien des Mannes zusammengebracht. Die befruchteten Eizellen werden anschließend wieder in die Gebärmutter der Frau gebracht. Schaffen es die Spermien nicht von allein in die Eizelle, müssen sie per Hand direkt in die Eizelle injiziert werden. Dieses etwas aufwendigere Verfahren nennt man ICSI.

Was kostet eine künstliche Befruchtung?

Eine künstliche Befruchtung ist nicht billig. Für die spontane Befruchtung in der Petrischale werden durchschnittliche Kosten von 2.000 Euro pro Versuch veranschlagt – es kann aber auch teurer werden. Muss das Spermium extra eingespritzt werden, liegen die Kosten nochmal um etwa 500 Euro höher. Leider führt meist nicht gleich der erste Versuch zum Erfolg. Damit der Kinderwunsch tatsächlich in Erfüllung geht, sind häufig drei und mehr Versuche notwendig. Eine Behandlung mit drei Versuchen kostet damit insgesamt bis zu 7.500 Euro und mehr.

Wie viel zahlt die Krankenkasse?

Seit der Gesundheitsreform von 2004 müssen die gesetzlichen Krankenkassen nur noch 50 Prozent der tatsächlich anfallenden Kosten übernehmen und das für maximal drei Versuche. Den Rest müssen die Paare selbst bezahlen. Macht rund 3.000 Euro bis 4.000 Euro, bei drei Versuchen, die auf das Paar als Eigenanteil zukommen.

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Muss die Krankenkasse immer zahlen?

Jein. Die künstliche Befruchtung ist zwar eine Regelleistung der gesetzlichen Krankenkassen, allerdings nur unter gewissen Voraussetzungen: So müssen die Paare in der Regel miteinander verheiratet sein. Einzig die BKK Scheufelen macht hier eine Ausnahme. Außerdem müssen gewisse Altersgrenzen eingehalten werden: Beide Partner müssen mindestens 25 Jahre alt sein. Frauen dürfen nicht älter als 39 Jahre und Männer nicht älter als 49 Jahre alt sein.

Bis 100 Prozent Kassenerstattung

Wie bei vielen anderen Kassenleistungen auch, leisten viele Krankenkassen im Zuge des Wettbewerbs deutlich mehr, als der Gesetzgeber ihnen vorschreibt. Das ist auch bei der Kostenübernahme von künstlichen Befruchtungen so. Bundesweit 32 Krankenkassen zählt Finanztest, die ihren Mitgliedern hier echte Mehrleistungen anbieten: Dazu zählen zum Beispiel die BKK VBU, die AOK Baden-Württemberg oder auch die Atlas BKK Ahlmann. Alle drei erstatten, statt der geforderten 50 Prozent, bis zu 75 Prozent der Kosten einer künstlichen Befruchtung. Die Knappschaft, die IKK classic oder auch die Bergische Krankenkasse übernehmen sogar bis zu 100 Prozent der Behandlungskosten. Allerdings müssen dazu teilweise beide Partner Mitglieder der Kasse sein. Krankenkassen, wie etwa die BKK Braun-Gillette oder auch die BKK ThEV, zahlen auch vier beziehungsweise sogar fünf Behandlungsversuche, statt nur drei.

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Was ist mit Frauen über 40?

Laut Gesetzgeber muss die Krankenkasse sich bei Frauen, die älter als 39 Jahre sind, nicht mehr an den Kosten einer künstlichen Befruchtung beteiligen. Einige Kassen tun das aber auf freiwilliger Basis trotzdem. So hat etwa die BKK Akzo Zobel die Altersgrenze für Frauen von 40 auf 45 Jahren erhöht. Andersherum bieten Kassen, wie etwa die BKK VBU auch schon sehr jungen Paaren ab 19 Jahren, statt erst mit 25, die finanzielle Unterstützung beim Kinderwunsch an.
SparTipp: Für Paare, die eine künstliche Befruchtung durchführen lassen möchten, kann es sich also finanziell durchaus lohnen die Krankenkasse zu wechseln. Mit unserem neuen Geldsparen-GKV-Rechner sehen Sie schon nach wenigen Klicks, welche Kassen, hier leisten. Wenn Sie seit mindesten 18 Monate bei Ihrer bisherigen Kasse versichert sein, können Sie jetzt ganz einfach zu besseren Kasse wechseln. Jede gesetzliche Krankenkasse, die für Ihr Gebiet zugelassen ist, muss Sie aufnehmen.

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Anja Lang mein Name ist Anja Lang. Ich bin Expertin für Mobilität, Gesundheit und Vorsorge auf Ihrem Family-Portal. Hier beantworte ich sämtliche Fragen rund um die Themen Zuzahlung, Gesundheitsvorsorge, aber auch Autokosten.

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