Anja Lang
Ein Beitrag von Anja Lang, 04.08.2014

Krankenkasse Wann die Kasse eine Haushaltshilfe zahlt

Wenn Vater oder Mutter sich wegen Krankheit nicht mehr um Haushalt und Kinder kümmern können, kann Anspruch auf eine Haushaltshilfe durch die Krankenkasse bestehen.
Krankenkasse Wann die Kasse eine Haushaltshilfe zahlt

Eine Haushaltshilfe holt auch mal die Kids vom Kindergarten ab

Der Kühlschrank ist leer, frische Wäsche Mangelware, dafür wachsen die Geschirrberge und keiner weiß, wie die Kinder zu Schule und Kindergarten und wieder zurückkommen. Wenn der Elternteil, der normalerweise den Haushalt führt krank wird, entsteht zu Hause schnell Chaos. Wer im privaten Umfeld keine Person findet, die hier akut einspringen kann, muss sich um professionelle Hilfe bemühen. Was viele nicht wissen: Unter Umständen leistet die gesetzliche Krankenkasse für eine Haushaltshilfe. Allerdings nur unter bestimmten Bedingungen.

Wann zahlt die Krankenkasse eine Haushaltshilfe?

Wichtigste Voraussetzung für die Bewilligung einer Haushaltshilfe durch die Krankenkasse ist, dass die betroffene Person, bislang hauptsächlich für den Haushalt in der Familie und die Betreuung der Kinder verantwortlich war und diese Aufgaben nun krankheitsbedingt nicht mehr weiterführen kann. Das ist laut Paragraf 38 des fünften Sozialgesetzbuchs der Fall, wenn die Person zum Beispiel im Krankenhaus liegt, sich auf Kur oder Reha – z.B. auch Mutter-Kind-Kur - befindet oder häusliche Krankenpflege bekommt. Zweitens muss mindestens ein kleines Kind unter zwölf Jahren oder ein älteres behindertes Kind im Haushalt leben, das versorgt werden muss. Ausgenommen hiervon sind nur Frauen mit Schwangerschaftsproblemen bzw. wenn, wegen der Entbindung der Haushalt nicht weitergeführt werden kann. Drittens dürfen keine weiteren Personen, etwa der Partner oder ältere Kinder, im Haushalt leben, die den Haushalt weiterführen könnte.

Achtung:
Es besteht keine Verpflichtung extra Urlaub zu nehmen oder der Schule bzw. Ausbildungsstelle fernzubleiben, damit der Haushalt weiter geführt werden kann. Partner oder Kinder stehen in diesen Zeiten deshalb auch nicht als Ersatz für die Haushaltsführung zur Verfügung.

Wichtig:
Wer privat krankenversichert ist, hat in der Regel keinen Anspruch auf bezahlte Haushaltshilfe im Krankheitsfall. Diese Leistung kann höchstens gegen Aufpreis über eine Zusatzversicherung abgedeckt werden.
Krankenkasse

Wie bekomme ich eine Haushaltshilfe von der Krankenkasse?

Um eine Haushaltshilfe von der Krankenkasse zu bekommen, müssen Sie diese Leistung erst beantragen und genehmigt bekommen. Dazu muss im ersten Schritt ein Arzt die medizinische Notwendigkeit für eine Haushaltshilfe bescheinigen. Anschließend füllen Sie einen Antrag auf Haushaltshilfe aus. Vordrucke dazu bekommen Sie von Ihrer Krankenkasse. Oft können Sie auch über die Internetseite der jeweiligen Kasse ausgedruckt werden. Den Antrag schicken Sie dann, zusammen mit der ärztlichen Bescheinigung, zu Ihrer Krankenkasse und warten auf die Genehmigung. Wird dem Antrag zugestimmt, erhalten Sie die Haushaltshilfe in der Regel direkt über die Krankenkasse. Die Haushaltshilfe rechnet dann direkt mit der Krankenkasse ab. Sie müssen lediglich noch die gesetzliche Zuzahlung leisten: Das sind jeweils zehn Euro pro Verordnung plus jeweils zehn Prozent der anfallenden Tageskosten für höchstens 28 Tage pro Kalenderjahr. Schwangere sind von der Zuzahlung ausgenommen.

Warum zahlen manche Krankenkassen mehr als andere?

Der Gesetzgeber hat gewisse Mindestregeln für die Gewährung von Haushaltshilfe festgelegt, aber auch Freiräume gelassen. Die Kassen dürfen in ihren Satzungen somit selbst entscheiden, ob sie diese Freiräume nutzen und großzügigere Angebote machen oder auch nicht.

Die Barmer GEK, die mhPlus BKK, die TK oder auch die HEK, zahlen eine Haushaltshilfe auch dann, wenn das Kind zu betreuende Kind älter, nämlich bis unter 14 Jahre alt ist. Die BIG direkt zahlt sogar bis unter 16 Jahren. In bestimmten Fällen, zahlt zum Beispiel die TK eine Haushaltshilfe auch für Versicherte, die gar keine Kinder versorgen müssen.

Nach ambulanten Operationen etwa ist das auch bei der HEK der Fall. Auch, was die Höchstdauer der Leistung unterscheiden sich die Kassen teilweise erheblich: So bezahlt die BIG direkt höchsten vier Wochen pro Kalenderjahr. Die IKK Gesund Plus gewährt 50 Prozent länger, bis zu sechs Wochen pro Jahr und HEK und Barmer GEK geben an sogar bis zu zwölf Wochen zu zahlen. Wenn ein Familien-Notfall auftritt, kann die Wahl der richtigen Krankenkasse somit Gold wert sein.

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Wie finde ich eine besonders gute Krankenkasse mit Mehrleistungen?

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Übrigens: Sie können jederzeit wechseln, und die Vorteile der neuen Kasse in Anspruch nehmen, wenn Sie mindestens schon 18 Monate Mitglied sind.

Liebe Leserinnen und Leser,

Anja Lang mein Name ist Anja Lang. Ich bin Expertin für Mobilität, Gesundheit und Vorsorge auf Ihrem Family-Portal. Hier beantworte ich sämtliche Fragen rund um die Themen Zuzahlung, Gesundheitsvorsorge, aber auch Autokosten.

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