Anja Lang
Ein Beitrag von Anja Lang, 30.04.2014

Arztrezepte Gr├╝n, rosa, gelb oder blau?

Die Farbe des Arztrezeptes zeigt, wie lange die Verordnung g├╝ltig ist und wer die Kosten ├╝bernimmt. Welche Rezeptfarbe was bedeutet.
Arztrezepte Gr├╝n, rosa, gelb oder blau?

Farbenlehre - nicht jedes Rezept vom Arzt ist kostenfrei.

Rosa – das Kassenrezept

Das wohl h├Ąufigste und auch bekannteste Rezept ist das Kassen- oder Vertragsrezept. Es hat eine kr├Ąftig-rosa Farbe auf wei├čem Papier. Das Kassenrezept wird nur f├╝r gesetzlich versicherte Patienten ausgestellt, die eine medizinisch notwendige und rezept- oder apothekenpflichtige Arznei oder Ma├čnahme ben├Âtigen. Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten hierf├╝r die Kosten.

Das Kassenrezept ist ab Ausstellungsdatum insgesamt drei Monate lang g├╝ltig. Allerdings kann es von der Apotheke nur vier Wochen lang zur Kassenerstattung eingereicht werden. Danach zahlt die Kasse nicht mehr.
Tipp: Holen Sie Ihr Medikament daher am besten immer in den ersten vier Wochen. Sie bekommen das Medikament anschlie├čend zwar immer noch zwei Monate lang in der Apotheke ausgeh├Ąndigt. Es muss dann aber komplett aus eigener Tasche bezahlt werden. Somit hat das Kassenrezept nach Ablauf von vier Wochen einen ├Ąhnlichen Status wie das Privatrezept.
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Blau – das Privatrezept

Das blaue Privatrezept ist in erster Linie f├╝r privat krankenversicherte Patienten gedacht. Bei Verordnungen dieser Art muss der Patient finanziell zuerst immer in Vorleistung treten und kann sich die entstandenen Kosten dann wieder von seiner privaten Krankenkasse zur├╝ckholen.

Auch Kassenpatienten k├Ânnen vom Arzt ein blaues Rezept bekommen. Dann n├Ąmlich, wenn ein Medikament verordnet wird, das zwar verschreibungspflichtig ist, aber nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung geh├Ârt. Ein g├Ąngiges Beispiel hierf├╝r ist die Anti-Baby-Pille. Die Kosten f├╝r das Medikament m├╝ssen gesetzlich Versicherte dann aber selbst tragen. Ab dem Ausstellungsdatum ist das Privatrezept insgesamt drei Monate lang g├╝ltig.
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Gr├╝n – die Arztempfehlung

Das gr├╝ne Rezept wurde 2004 als Antwort von den Pharmazie- und Apothekerverb├Ąnden┬á auf die Entscheidung des Gesetzgebers eingef├╝hrt, wonach rezeptfreie Medikamente nicht mehr von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet werden d├╝rfen.

Das gr├╝ne Rezept ist eigentlich keine echte Verordnung, sondern eher eine Empfehlung oder auch Gedankenst├╝tze, die der Arzt f├╝r seinen Patienten notiert. Gr├╝ne Rezepte d├╝rfen von den Krankenkassen nicht erstattet werden. Das gr├╝ne Rezepte ist deshalb unbegrenzt g├╝ltig.
Tipp: Gegen├╝ber dem Finanzamt kann man die Arzneikosten mit den Quittungen und dem gr├╝nen Rezept als au├čergew├Âhnliche Belastungen geltend machen.

Gelb – Rezepte f├╝r Bet├Ąubungsmittel

Starke Schmerzmittel, wie zum Beispiel Morphin oder auch Ritalin, unterliegen der sogenannten Bet├Ąubungsmittelverordnung und damit besonders strengen Auflagen und Reglementierungen. Sie werden auf einem gelben Rezept verordnet. Gelbe Rezepte werden immer in dreifacher Ausfertigung ausgestellt.

Eine Durchschrift beh├Ąlt der Arzt, das Original und die zweite Durchschrift muss der Patient in der Apotheke vorlegen. Das Original reicht die Apotheke bei der Krankenkasse ein. Die zweite Durchschrift verbleibt in der Apotheke. Gelbe Rezepte werden f├╝r s├Ąmtliche Versicherte ausgestellt, egal ob gesetzlich oder privat versichert. Sie sind nur bis sieben Tage nach Ausstellung g├╝ltig, danach verfallen sie.

Eine Besonderheit – das T-Rezept

Seit Februar 2009 d├╝rfen thalidomid- oder lenalidomidhaltige Arzneimittel in der Apotheke nur noch mit einem sogenannten T-Rezept abgegeben werden. Der Wirkstoff Thalidomid erlangte in den Sechzigerjahren traurige Bekanntheit, als er in Form des Schlafmittels Contergan in vielen F├Ąllen zu massiven Missbildungen bei Neugeborenen f├╝hrte.

Das T-Rezept besteht aus einem zweiteiligen amtlichen Vordruck und wird ausschlie├člich durch das Bundesinstitut f├╝r Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) an ├ärzte abgegeben, die besondere Kenntnisse im Umgang mit diesen Arzneimitteln vorweisen k├Ânnen. Das T-Rezept ist ab Ausstellungsdatum maximal sechs Tage g├╝ltig.
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» Autoren von geldsparen.de

Leserkommentare

 

06.12.2016 01:16 Uhr
Rosalinde: Erstattung von Kassen
Das ganze ist unvollständig. Es fehlt nämlich die Situation, dass gesetzliche Kassen sehr wohl Naturheilmitteil erstatten bis zu einem Betrag je nach Kasse, die Frage ist bei mir, was ist hier der Unterschied zwischen blauem und grünem Rezept.


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