Anja Lang
Ein Beitrag von Anja Lang, 26.09.2014

Zahnersatz Prothese oder Implantat?

Fehlen viele Zähne im Kiefer, lassen sich die Lücken am günstigsten mit einer normalen Prothese schließen. Entscheidende Vorteile bieten aber auch Implantate.
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Zahnersatz - immer häufiger eine Kostenfrage

Normale Prothesen sind am günstigsten


Herausnehmbare Prothesen sind die einfachste und günstigste Art, um Zahnlücken optisch zu schließen. Bei einer einfachen Teil-Prothese wird der Zahnersatz mit Metallklammern an den verbleibenden Zähnen befestigt. Anders als bei einer Brücke, müssen die tragenden Pfeilerzähne dazu nicht abgeschliffen werden. Dafür sind die Metallklammern aber deutlich sichtbar und optisch nicht gerade ansprechend. Sind nicht mehr ausreichend gesunde Zähne für eine Teil-Prothese im Kiefer vorhanden, kann eine Voll-Prothese die Zähne im Mund komplett ersetzen. Die künstlichen Zähne sind dabei auf einer zahnfleischfarbenen Kunststoffbasis befestigt, die durch die Saugkraft mehr oder weniger gut am Gaumen hält. Im Volksmund wird diese Form des Zahnersatzes auch „Gebiss“ genannt. Ein chirurgischer Eingriff, wie bei einem Implantat, ist bei beiden Verfahren nicht nötig.

Das kostet eine Prothese

Der größte Vorteil einer einfachen Prothese ist ihr Preis. Denn einfache Prothesen stellen die sogenannte Regelversorgung dar. So kostet eine Teil-Prothese mit Klammer etwa zwischen 600 und 900 Euro. Eine Voll-Prothese schlägt mit etwa 500 bis 850 Euro pro Kiefer zu Buche. Die Krankenkassen übernehmen von diesen Kosten nur rund 50 Prozent. Gut, wenn man dann eine Zusatzversicherung abgeschlossen hat.
Zahnbehandlung wie für Privatpatienten

Nachteile von Klammer-Prothesen


Herausnehmbaren Klammerprothesen bereiten häufig Probleme in der Mundhygiene, da sich Speisereste leicht festsetzen können. Auch werden die umklammerten Zähne durch das ständige Einsetzen und Herausnehmen in Mitleidenschaft gezogen. Aufgrund des erhöhten Kaudrucks, können sich die "Haltezähne" auch mit der Zeit lockern – schlimmstenfalls können sie sogar ausfallen. Fehlen die Pfeiler, müssen die nächst gelegenen Zähne bearbeitet werden und können ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen werden. Fehlt ein Endzahn kann die Prothese gar nicht mehr befestigt werden.

Nachteile einer Voll-Prothese


In der Regel bleibt dann nur noch alle bestehenden Zähne im Kiefer zu entfernen, um Platz für eine Vollprothese zu schaffen. Im Oberkiefer hält so eine Kunststoffprothese durch eine manchmal schwer erzielbare Saugkraft. Um beim Kauen nicht in peinliche Situationen zu geraten, können Haftcremes unterstützend eingesetzt werden. Eine Festigkeit, wie bei natürlichen Zähnen, wird aber nie wieder erreicht. Das schränkt zum einen den Speiseplan drastisch ein: Feste Lebensmittel, wie knusprige Braten, knackige Äpfel und ähnliches sind nicht mehr zu bewältigen. Zum anderen wird oft auch das Geschmacksempfinden eingeschränkt, da der Gaumen mit Kunststoff abgedeckt ist. Außerdem kann die Aussprache beeinträchtigt werden.

Hauptproblem aber, gerade auch bei der Vollprothese, ist der fehlende Druck auf den Kieferknochen, so dass die Knochensubstanz auf breiter Basis kontinuierlich schwindet. Folge ist ein optisch alt machender eingefallener Kiefer und damit verbunden alle Probleme, die durch eine nicht mehr passende Prothese entstehen.

Mit Implantaten wieder fest zubeißen


Keine Frage: Implantate sind deutlich teurer. Die höheren Kosten können sich auf Dauer aber durchaus bezahlt machen. Denn abgesehen vom natürlicheren Aussehen, sorgen Implantate dafür, dass der Kieferknochen erhalten bleibt. Bei Zahnersatz, ohne künstliche Wurzel, wie zum Beispiel auch einer Brücke, bildet sich unweigerlich an der zahnlosen Stelle der Knochen zurück und die nebenanstehenden Zähne rutschen langsam in die Lücke nach. Die Folge ist, dass die Prothese mit der Zeit nicht mehr optimal sitzt. Es können unangenehme Druckstellen entstehen. Nicht selten muss eine normale Prothese dann nachgearbeitet und unterfüttert werden. Natürlich entstehen hierbei wieder neue Kosten sowie unangenehme Sitzungen beim Zahnarzt.

Demgegenüber können Implantate bei guter Pflege ein Leben lang halten. Die noch bestehenden natürlichen Zähne müssen nicht beschädigt werden, weil sie nicht als Pfeiler dienen müssen. Kosten für Nacharbeiten und neu anfallenden Zahnersatz fallen somit weg. Moderne Technik und verfeinerte Behandlungsmethoden machen es möglich, dass heutzutage nahezu jeder sich Implantate setzen lassen kann.

Das kostet ein Implantat

Die Kosten für Implantate sind vergleichsweise hoch. Für ein Einzelimplantat muss – je nach Aufwand, Modell und Lage im Kiefer– mit etwa 1.600 Euro bis 2.900 Euro gerechnet werden. Diese Kosten setzen sich zusammen aus dem Preis für das Implantat, den sonstigen Behandlungsmaterial, der Arbeit des Zahnarztes sowie den Kosten für das Labor. Bis auf einen geringen Kassenzuschuss, muss diese Versorgung allerdings komplett aus eigener Tasche bezahlt werden.
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