Anja Lang
Ein Beitrag von Anja Lang, 27.05.2014

Krankenkasse Brücke oder Implantat?

Lücken in der Zahnreihe können mit einer Brücke oder mit einem Implantat geschlossen werden. Welche Variante besser ist und wie viel die Krankenkasse bezahlt.
Krankenkasse Brücke oder Implantat?

Implantat oder Brücke - Womit lachen Sie am längsten? Krankenkassen-Check

Die klassische Methode Zahnlücken im Kiefer zu schließen, ist die Brücke. Es gibt viele unterschiedliche Arten von Brücken. Sie unterschieden sich in der Machart, den Materialien, der Verblendung und damit auch in den Kosten. Mit einer Brücke lassen sich ein bis mehrere Lücken schließen und das - je nach Ausführung – mit befriedigenden bis sehr guten Ergebnissen.

Brücke kostet Zahnsubstanz

Bei einer Brücke werden die beiden Zähne rechts und links neben der Lücke als Pfeiler für den Zahnersatz genutzt. Sie müssen kariesfrei und stabil sein, damit sie die Brücke auch tragen können. Um die Brückenenden später auf die Pfeiler fest zementieren zu können, müssen diese zuerst zu Stümpfen geschliffen werden. Dabei gehen rund 30 Prozent der ursprünglichen Zahnsubstanz verloren. Befindet sich auf einer Seite der Brücke kein Zahn mehr, müssen müssen zwei oder mehr Zähne auf einer Seite der Lücke als Brückenpfeiler dienen. Man spricht dann auch von einer Freiendlösung.

Pro und contra Brücke

Die Brücke ist ein sehr erprobtes Verfahren, bei dem sehr viele Erfahrungswerte vorliegen. Anders als bei einer herausnehmbaren Prothese, ist die Brücke fest im Gebiss verankert und ermöglichst so ein sicheres und uneingeschränktes Kauverhalten sowie eine ungestörte Aussprache. Um Entzündungen zu vermeiden, sollte sie regelmäßig und gründlich gereinigt werden. Zahnfarben verblendet sieht eine Brücke ästhetisch sehr echt aus. Zum Einsetzen von Zahnbrücken ist kein chirurgischer Eingriff nötig. Allerdings müssen bei einer Brücke gesunde Pfeilerzähne zu Stümpfen geschliffen werden. Da in der Lücke kein natürlicher Kaudruck auf den Kiefer mehr stattfindet, bildet sich dieser zurück. So kann es vorkommen, dass die Pfeilerzähne allmählich locker werden und danebenliegende Zähne als Pfeiler benutzt werden müssen. Eine Brücke hält in etwa zehn bis 15 Jahre.
Brücke: Das zahlt die Krankenkasse

Eine Brücke, über einen fehlenden Zahn, kostet in der Regelversorgung etwa 800 Euro. Regelversorgung meint ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich und ist die preiswerteste Ausführung, die sich allein nach dem Befund richtet. Bei einem fehlenden Zahn ist meist eine Nichtedelmetall-Lösung mit Minimalverblendung im sichtbaren Bereich. 50 Prozent dieser Regelversorgung übernimmt die Krankenkasse. Somit verbleiben bei der einfachsten Version noch rund 400 Euro, die der Patient selbst bezahlen muss. Wer allerdings eine hochwertigere Variante mit zahnfarbener Verblendung und edleren Werkstoffen wünscht, ist schon mit über 1.200 Euro und mehr dabei. Die Eigenleistung steigt dabei, nach Abzug des Kassenzuschusses, dann auf mindestens 800 Euro.

Ein Implantat ist teurer

Seit 2005 besteht nun die Möglichkeit diesen Festzuschuss für jede Art der Versorgung von den gesetzlichen Krankenkassen zu bekommen - auch für ein Implantat, was früher nicht möglich war. Ein Implantat ist deutlich teurer.  Für ein einzelnes Implantat muss – je nach Aufwand, Modell und Lage im Kiefer– mit etwa 1.800 Euro bis 3.000 Euro gerechnet werden. Diese Kosten setzen sich zusammen aus dem Preis für das Implantat, den sonstigen Behandlungsmaterial, der Arbeit des Zahnarztes sowie den Kosten für das Labor. Bis auf den realtiv geringen Festzuschuss der Krankenkasse muss diese Versorgung komplett aus eigener Tasche bezahlt werden. Denn ein Implantat ist eine private zahnärztliche Leistung und wird auch so abgerechnet.

Soviel müsssen Sie beim Implantat dazu zahlen:
Zieht man den Kassenzuschuss von rund 400 Euro - beim Verlust eines Zahnes - ab, bleiben bei einer hochwertigen Brücke noch Kosten von etwa 800 Euro übrig. Für ein Implantat muss mehr als doppelt so viel bezahlt werden, nämlich mindestens rund 1.800 Euro.
Alle Krankenkassen im Check

Krankenkassen mit Extra-Zahnleistungen

Im Rahmen von Zusatzleistungen bieten einige gesetzliche Krankenkassen ihren Mitgliedern mehr Leistungen im Zahnbereich, wie verbilligten Zahnersatz oder auch Zahnersatz komplett ohne Zuzahlung an. Nutzen Sie diese Möglichkeiten, um effektiv Geld zu sparen. Wenn Sie wissen möchten, welche Krankenkassen Ihnen diese Möglichkeiten bieten, können Sie dazu unseren neuen Geldsparen-GKV-Rechner benutzen und gleich zur Krankenkasse mit mehr Zahnleistungen wechseln.
Pro und contra Implantat

Abgesehen von den hohen Kosten, bietet ein Implantat fast nur Vorteile: Denn ein Implantat ist optisch und in seiner Funktion von natürlichen Zähnen nicht zu unterschieden. Allerdings ist das Verfahren relativ neu und aufwändig durchzuführen. Voraussetzung ist ausreichend viel Kieferknochensubstanz, da sonst ein langwieriger Knochenaufbau vorgenommen werden muss. Zum Einsetzen des Implantats ist eine Operation nötig. Nach der Einheilungszeit, kann man mit implantatgetragenen Zähnen allerdings ebenso kräftig zubeißen, wie mit echten Zähnen. Mehr als 90 Prozent der Implantate sind auch nach über zehn Jahren noch fest im Knochen verankert. Bei guter Mundhygiene geht man davon aus, dass Implantate sogar ein Leben lang halten können.

Gegenüber konventionellen Brücken müssen, die Nachbarzähne nicht zu Stümpfen geschliffen werden. Gesunde Zahnsubstanz geht damit nicht verloren. Und ganz wichtig: Das Implantat sorgt dafür, dass die Knochensubstanz im Kiefer erhalten bleibt. Da ein Implantat im Knochen fest verankert ist, kann es auch, wie natürliche Zahnwurzeln, die Kaukräfte gleichmäßig in den Kieferknochen leiten. Diese regelmäßigen Kauimpulse sind notwendig, damit die Knochensubstanz erhalten bleibt. Fehlt die Belastung, wie das zum Beispiel bei Brücken und Prothesen der Fall ist, bildet sich an der wurzellosen Stelle allmählich der Knochen zurück.
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