Anja Lang
Ein Beitrag von Anja Lang, 13.04.2014

Krankenkasse Osteopathie: Wer √ľbernimmt die Kosten?

Immer mehr Krankenkassen beteiligen sich an den Kosten f√ľr Osteopathie. Welche Kosten die Krankenkasse √ľbernimmt und wie viel Familien sparen.
Krankenkasse Osteopathie: Wer √ľbernimmt die Kosten?

Osteopathie: Was zahlt die Krankenkasse?

√úber f√ľnf Millionen Deutsche suchen, laut Verband der Osteopathen Deutschlands (VOD), Jahr f√ľr Jahr Rat bei einem Osteopathen. Wenn R√ľcken- und Gelenkschmerzen plagen, nach einem Schleudertraume, bei Migr√§ne, aber auch bei der Behandlung von Schrei-Babies und hyperaktiven Kindern, soll die sanfte Therapie wahre Wunder wirken.

So funktioniert Osteopathie:

Die Lehre von der Osteopathie wurde vor √ľber 130 Jahren in den USA von dem amerikanischen Arzt Andrew Taylor Still entwickelt und basiert auf der Annahme, dass alle Gewebe des K√∂rpers frei beweglich sein m√ľssen. Kommt es etwa durch einen Unfall, Stress oder auch Traumata zu Bewegungseinschr√§nkungen oder gar Blockaden des Gewebes, geht die Osteopathie davon aus, dass dadurch die Funktionen im K√∂rper so stark beeintr√§chtigen, dass Symptome, wie Schmerzen, Verspannungen, Schwindel, uvm. auftreten, die aber grunds√§tzlich geheilt werden k√∂nnen. S√§mtliche Funktionsst√∂rungen des K√∂rpers ersp√ľrt und behandelt der Osteopath ausschlie√ülich mit seinen H√§nden und aktiviert dadurch die Selbstheilungskr√§fte des K√∂rpers. Man spricht bei der Osteopathie deshalb auch von der Manuellen Medizin (von lat. manus = Hand).

Was ist Osteopathie?

Was kostet Osteopathie?

Osteopathie geh√∂rt nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkasse. Je nach Tarif, √ľbernehmen viele private Krankenkassen oder auch Krankenzusatzversicherungen die Kosten. Ansonsten muss eine osteopathische Therapie grunds√§tzlich aus eigener Tasche bezahlt werden. Eigenst√§ndig osteopathisch behandeln d√ľrfen nur √Ąrzte und Heilpraktiker. Physiotherapeuten mit osteopathischer Zusatzausbildung d√ľrfen nur auf Anweisung eines Arztes oder Heilpraktikers t√§tig werden. Eine Sitzung mit Anamnese, Untersuchung und Behandlung kostet, je nach Qualifikation, Umfang und Dauer zwischen 60 und 150 Euro. √Ąrzte und Heilpraktiker rechnen dabei nach ihren jeweiligen berufsst√§ndischen Geb√ľhrenordnungen ab.

So viel zahlt die Krankenkasse bei Osteopathie

Seit Anfang 2012 beteiligen sich aber auch immer mehr gesetzliche Krankenkassen an den Kosten der osteopathischen Behandlung. Das d√ľrfen sie im Rahmen von freiwilligen Zusatzleistungen tun, um sich dadurch f√ľr ihre Versicherten noch attraktiver machen. Bundesweit bieten derzeit bereits √ľber 60 Krankenkassen Osteopathie als freiwillige Zusatzleistung an. Eine Liste der Krankenkassen, die sich an den Kosten f√ľr Osteopathie beteiligen, finden Sie zum Beispiel auf dem Infoportal Osteokompass oder auch auf den Seiten des Bundesverbands Osteopathie e.V..

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Osteopathie - Wann wird von der Krankenkasse erstattet?

Insgesamt m√ľssen zwei Voraussetzungen erf√ľllt sein, damit die Krankenasse die Kosten √ľbernimmt: Erstens muss ein Arzt die die osteopathische Behandlung verordnen. Sie brauchen also ein √§rztliches Rezept. Zweitens muss die Therapie von einem Behandler durchgef√ľhrt werden, der eine qualit√§tsgesicherte Ausbildung nachweisen kann. Akzeptiert werden Osteopathen, die entweder Mitglied eines Verbandes der Osteopathen sind oder eine Ausbildung absolviert hat, die zum Beitritt in diesen Verb√§nden berechtigt. Die Abrechnung erfolgt dann, wie bei Privatpatienten. Das hei√üt, Sie strecken die Kosten f√ľr die Behandlung vor und reichen im Anschluss die Rechnung, zusammen mit der der √§rztlichen Verordnung, bei Ihrer Krankenkasse zur Erstattung ein.

Osteopathie - Starke Unterschiede bei der Krankenkasse

Da es sich bei der Kostenbeteiligung der Krankenkasse um eine freiwillige Zusatzleistung handelt, gibt es keine festen Kostenzuschuss, sondern die Erstattungsh√∂hen variieren von Krankenkasse zu Krankenkasse – und zwar teilweise erheblich: Viele Krankenkassen, wie etwa die Techniker Krankenkasse, die BKK Esanelle, die HEK oder auch die IKK Gesund plus, sind recht kulant und erstatten zwischen 80 und 90 Prozent der Kosten von bis zu sechs osteopathischen Behandlungen pro Jahr - wobei aber nicht mehr als 60 Euro pro Behandlung erstattet werden. Die Siemens BKK zahlt mit bis zu 30 Euro f√ľr sechs Sitzungen im Jahr, gerade mal die H√§lfte. Bei der S√ľdzucker BKK sind es noch maximal vier Behandlungen pro Jahr, die je mit bis 50 Euro bezuschusst werden. Die Esso BKK hat ihren Zuschuss auf 150 Euro pro Jahr begrenzt. Dagegen k√∂nnen bei der Securvita Krankenkasse versicherte bis zu zehn osteopathische Behandlungen in Anspruch nehmen, die mit maximal 60 Euro je Sitzung erstattet werden.
Beispielrechnung: Durchschnittliche Kassenerstattung bei Osteopathie
Durchschnittliche Gesamtkosten f√ľr 6 Behandlungen ( je 80 Euro)¬† Erstattung 80 % (max. 60 Euro pro Behandlung)¬† Durchschnittlich verbleibender Eigenanteil¬†
480 Euro 360 Euro 120 Euro
 

Krankenkasse: So sparen Familien

Wenn gleich mehrere Familienmitglieder sich osteopathisch behandeln lassen m√∂chten, k√∂nnen Familien mit der richtigen Krankenkasse viel Geld sparen. Wer sich jetzt √ľberlegt seine Krankenkasse zu wechseln, sollte aber immer auf alle Leistungen einer Krankenkasse schauen. Ein hoher Kassenzuschuss f√ľr Osteopathie, ist nur einer von vielen Punkten, der eine gute Krankenkasse ausmacht. Wenn Sie wirklich vergleichen m√∂chten k√∂nnen Sie dazu einfach unseren neuen Geldsparen-GKV-Rechner benutzen. Schon nach wenigen Klicks sehen Sie, welche Krankenkasse Ihnen was bietet und, ob es sich lohnt zu wechseln. Ein Wechsel ist √ľbrigens jederzeit ganz unkompliziert m√∂glich, wenn Sie bereits mindestens 18 Monate bei Ihrer Krankenkasse versichert sind. Jede Krankenkasse, die f√ľr Ihren Wohnort ge√∂ffnet ist, muss Sie aufnehmen, auch, wenn Sie chronisch krank sind oder viele Familienmitglieder kostenlos mitversichern m√ľssen.

Liebe Leserinnen und Leser,

Anja Lang mein Name ist Anja Lang. Ich bin Expertin f√ľr Mobilit√§t, Gesundheit und Vorsorge auf Ihrem Family-Portal. Hier beantworte ich s√§mtliche Fragen rund um die Themen Zuzahlung, Gesundheitsvorsorge, aber auch Autokosten.

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Leserkommentare

 

18.02.2017 23:22 Uhr
Martina: TK behauptet sie zahlt 40 Euro, real aber nur 26!!
Hallo, wir hatten in 2016 3 ostepathische Behandlungen für unsere Tochter, die sehr gut geholfen haben. Angeblich zahlt die TK 40 Euro. Real aber nur 26 (von einer Rechnung über 69 Euro). Auf der REchnung steht auch "Beratung" und "Untersuchung", diese wurden von der TK abgezogen! Braucht es also keinesfalls für eine erfolgreioche Behandlung!!! SEhr enttäuschend für eine ansonsten recht gute Kasse!!

06.10.2015 21:26 Uhr
Jim: TK erstattet NICHT gut
Sie haben die TK als Erstatterin von 6x60Ä/Jahr angegeben. Das stimmt nicht! Sie erstattet 3x40Ä/Jahr und steht somit fast allen anderen Versicherern nach.

11.11.2014 13:42 Uhr
S. L.: Und manche nix!!!
Seit Jahren DAK versichert. Zahlen nix, auch nicht für Kinder!

28.09.2014 17:21 Uhr
Schütte: Kassenleistung?
Ich benötige eine Ostheopathie Behandlung. Ich bin bei der Barmer Krankenkasse versichert. Wieviel übernimmt die Krankenkasse für mich? Ich benötige mehrere Sitzungen.


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