Anja Lang
Ein Beitrag von Anja Lang, 29.01.2014

Arthrose Kasse zahlt neue Methode

Mehr als acht Millionen Deutsche leiden an Arthrose. Eine neue Behandlungsmethode macht es nun möglich, den verletzten Gelenkknorpel völlig zu heilen.
Arthrose Kasse zahlt neue Methode

Arthrose - schmerzhafte Volkskrankheit

Arthrose kann jeden treffen: Durch Unfälle, aber auch Fehlstellungen kann die schützende Knorpelschicht im Gelenk verletzt oder gar zerstört werden. Leider wächst ein kaputter Knorpel, anders als Haut, Haare oder Nägel, aber nicht wieder vollständig nach.

Arthrose entsteht schleichend

"Stattdessen bildet sich eine Art Narbengewebe, das in Zusammensetzung und Belastbarkeit der Qualität des Originals aber in keiner Weise mehr entspricht", erklärt Prof. Dr. Thomas Tischer, Sektionsleiter Sportorthopädie und Prävention an der orthopädischen Klinik und Poliklinik Rostock.

"So kommt es dann über die Jahre hinweg zwangsläufig zu einer immer stärkeren Abnutzung, bis schließlich auch der Knochen in Mitleidenschaft gezogen wird." Ist dies der Fall, spricht man von einer fortgeschrittenen Arthrose.

Um wieder eine schmerzfreie Beweglichkeit zu erlangen, hilft hier letztendlich oft nur noch, das kaputte Gelenk durch eine künstliche Prothese zu ersetzen.

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Heilung von Arthrose durch nachgezüchteten Knorpel

"Soweit sollte man es aber möglichst nicht kommen lassen", mahnt Tischer. Denn es gibt inzwischen eine vielversprechende Alternative: Die autologe Knorpelzelltransplantation. "Mit dieser Methode können entstandene Knorpeldefekte in vielen Fällen wieder komplett ausgeheilt werden", erklärt der Experte, "und das ohne Einsatz irgendwelcher Fremdkörper."

Dazu wird dem Arthrose-Patienten in einem ersten minimalinvasiven Eingriff ein kleines Stück gesunder Knorpel entnommen. Dieser wird anschließend zerkleinert und in einem speziellen Zellkulturlabor vermehrt. Etwa sechs Wochen dauert es, bis ausreichend Knorpelzellen gewachsen sind. Diese werden anschließend in einer zweiten Operation an die Stelle im Gelenk gebracht, an der der Knorpel beschädigt ist.

Verbindungsmoleküle sorgen dafür, dass die neu gezüchteten Zellen bei Kontakt mit dem Knochen dort anhaften. Nach etwa zehn bis zwölf Wochen ist der Defekt soweit ausgeheilt, dass der Patient sich wieder ohne Gehhilfen fortbewegen kann. "Das Loch ist jetzt zugewachsen. Das Gewebe muss aber noch reifen", erklärt Tischer. "Das dauert ungefähr ein Jahr. Dann hat der Knorpel seine gewohnte Struktur und Festigkeit zurück und der Patient kann sein Knie wieder ohne Einschränkungen bewegen."

Für Behandlung muss noch Knorpel vorhanden sein

Patienten für eine Knorpelzelltransplantation sollten möglichst nicht älter als etwa 50 bis 55 Jahre sein und kein Übergewicht haben. "Bei älteren Patienten mit 70 Jahren und mehr ist die Zellteilung nicht mehr so aktiv, damit dauert die Heilung zu lange", erklärt Tischer. Diese Patienten mit Arthrose seien oft mit einer Knieprothese besser bedient.

Auch darf noch keine ausgesprochene Arthrose vorliegen. "Wenn auf beiden Seiten des Gelenks kein Knorpel mehr vorhanden ist, macht die Methode der Knorpelzelltransplantation wenig Sinn", betont der Experte. "Die Knorpelzellen würden dann einfach zwischen den Knochen zerrieben werden." Selbstverständlich müssen auch sämtliche Vorerkrankungen und Fehlstellungen, die letztendlich zum Knorpeldefekt bzw. einer Arthrose geführt haben, rechtzeitig behoben werden.

Arthrose-Behandlung am Knie zahlen die Kassen

Die Knorpelzelltransplantation am Knie wird grundsätzlich von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Am Sprunggelenk, der Schulter und der Hüfte werden die Kosten für eine solche Arthrose-Behandlung in der Regel aber nicht übernommen. Die Behandlung am Knie wird bereits in vielen Kliniken in ganz Deutschland durchgeführt. Besonders erfahrene Spezialisten findet man an den zertifizierten Knorpelzentren.

Hier kann man auch - noch bis etwa Mitte diesen Jahres - an einer bundesweiten Forschungsstudie teilnehmen. "Geeignete Patienten werden dabei während der gesamten Behandlung zu Forschungszwecken befragt und ihre Daten anschließend aufbereitet und ausgewertet", erklärt Tischer. "Im Gegenzug erhalten die Patienten für jeden Besuch eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 50 Euro. Lukrativ für die Patienten ist aber vor allem die besonders intensive Betreuung und Nachsorge während der Studie, die in etlichen Punkten über die Leistungen des gesetzlichen Rahmens hinausgehen."
Wer Interesse zum Thema Arthrose und Knorpelzelltransplantation hat, kann sich hier über die Studie informieren: www.knorpelregeneration.eu

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Anja Lang mein Name ist Anja Lang. Ich bin Expertin für Mobilität, Gesundheit und Vorsorge auf Ihrem Family-Portal. Hier beantworte ich sämtliche Fragen rund um die Themen Zuzahlung, Gesundheitsvorsorge, aber auch Autokosten.

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Leserkommentare

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21.10.2015 08:06 Uhr
wolfgang kron: knorpelzüchtung
diese Methode wurde bei meiner Frau schon vor 15 Jahren erfolgreich in Eisenberg Thüringen angewandt. Was ist daran neu

11.10.2014 14:02 Uhr
hajü: Sprunggelenk
Sprunggelenk sind auch unangenehme Schmerzen. Durch eine plötzliche eintretende ungewollte Belastung während der Arbeit und Gewichtsverlagerung auf ein Gelenk. Problem: Berufsausübung in der Logistik mit Be- und Verladearbeiten mit Hubwagen ist dann nicht mehr möglich. Wer hat Erfahrungen.

11.05.2012 07:48 Uhr
Grünschnabel: Gelenkschmerzen????
90 Prozent aller Gelenkschmerzen und Muskelschmerzen sowie Morgensteifigkeit werden durch migrierende Bakterien aus Entzündungsherden im Körper verursacht. Hier sind Zähne, Nebenhöhlen, Stirnhöhlen und eitrige Mandeln zu erwähnen. Beseitigt man diese Herde, sind fast alle Probleme gelöst. Warum sollte im deutschen System ein Arzt Interesse am gesunden Patienten haben, wenn er nur für den kranken bezahlt wird.


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