Anja Lang
Ein Beitrag von Anja Lang, 25.09.2013

Allergien Welche Ma├čnahmen zahlen die Kassen?

Was die Kassen Allergiepatienten in punkto Tests, Medikamenten, alternative Heilmethoden und Co. zahlen und was nicht.
Allergien: Welche Ma├čnahmen zahlen die Kassen?

Allergietest: Als erster Schritt einer Therapie steht ein Allergietest

Allergien z├Ąhlen zu den h├Ąufigsten chronischen Krankheiten in Deutschland. Rund ein Drittel der Bev├Âlkerung hierzulande, das sind 25 Millionen Menschen, leiden daran und die Tendenz ist steigend. Denn neben erblicher Veranlagung werden f├╝r das Entstehen von Allergien auch Umweltfaktoren und die Lebensweise verantwortlich gemacht.

Die gesetzlichen Krankenkassen sind grunds├Ątzlich dazu verpflichtet f├╝r s├Ąmtliche Gesundheitsleistungen aufzukommen, die im Sozialgesetzbuch V (SGB V) festgeschrieben sind. Das sind die sogenannten Pflichtleistungen, die f├╝r alle gesetzlichen Krankenkassen gleicherma├čen gelten.

Was ist eine Allergie?

Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem mit krankmachenden Abwehrma├čnahmen auf k├Ârperfremde Stoffe, die eigentlich harmlos und in der Umwelt weit verbreitet sind. Zu den h├Ąufigsten Allergien z├Ąhlen Reaktionen auf Bl├╝tenpollen, Hausstaubmilben, Tierhaare, Schimmelpilze und Nahrungsmittel.

Die Symptome die dabei auftreten sind sehr unterschiedlich und reichen von brennenden Augen mit Triefnase, ├╝ber Hautausschl├Ąge, Husten und Atemnot, bis hin zum anaphylaktischen Schock, einem akuten Kreislaufversagen, das t├Âdlich enden kann. Um Allergien erkennen und behandeln zu k├Ânnen, steht eine gro├če Bandbreite an Ma├čnahmen zur Verf├╝gung, doch nicht alle werden von den Kassen bezahlt.
Daneben haben die gesetzlichen Kassen aber auch noch gewisse Gestaltungs- und Ermessenspielr├Ąume, um so Mehrleistungen bzw. kulantere L├Âsungen anbieten k├Ânnen. Gerade was die Versorgung von Allergiepatienten angeht, tun das viele tats├Ąchlich auch, wie die Plattform MeinAllergiePortal in einer aktuellen Befragung von 14 gesetzlichen und privaten Krankenkassen herausfand.

Werden Allergietests immer von der Kasse ├╝bernommen?

Die g├Ąngigen Allergie-Testverfahren, wie Prick, Prick-to-Prick, Reibe- und Scratch-Test, IGE-Test-, Intrakutan-Test, Epikutan- und Provokations-Test werden von allen befragten Kassen, wie etwa der DAK, Techniker Krankenkasse, Barmer GEK und IKK gesund problemlos ├╝bernommen - immer vorausgesetzt, dass ein Arzt sie verordnet hat.

Allein die gesetzliche Krankenkasse BIG direkt lehnt eine Kosten├╝bernahme f├╝r den Prick-to-Prick-Test sowie den IGE-Test ab. Die Kosten f├╝r eine erforderliche Spezifische Immuntherapie (SIT) erstatten dagegen wieder alle befragten Krankenversicherer.

Welche Kosten werden bei Medikamenten gegen Allergien ├╝bernomen?

Verschreibungspflichtige Medikamente, wie etwa antiallergische Nasensprays und -Augentropfen oder auch Asthmamedikamente, erstatten s├Ąmtliche 14 Kassen. Antiallergische Salben f├╝r die Haut dagegen, wie sie z.B. Neurodermitis-Patienten ben├Âtigen, werden nur dann bezahlt, wenn es sich dabei um echte Arzneimittel handelt, so z.B. Kortison-Cremes.

Freiverk├Ąufliche Medikamente m├╝ssen Sie als Erwachsener grunds├Ątzlich selbst bezahlen. Kinder bis 12 Jahren und Jugendlichen mit Entwicklungsst├Ârungen bis 18 Jahren, bekommen aber auch freiverk├Ąufliche Medikamente erstattet. Voraussetzung ist allerdings immer eine Verordnung durch den Arzt.

Kosten├╝bernahme von Pollenschutzgittern, Encasings, etc.

Auch die Kosten f├╝r spezielle Hilfsmittel, wie Pollenschutzgitter, Allergiker-Bettw├Ąsche, Encasings oder auch Nasenduschen, werden von vielen Kassen ├╝bernommen. Vorausgesetzt Sie k├Ânnen eine ├Ąrztliche Verordnung daf├╝r vorlegen.

Ausdr├╝cklich leistungsbereit sind hier z.B. die DAK und die IKK classic. Die private Krankenkasse Gothaer dagegen lehnt eine Kosten├╝bernahme von Nasenduschen, Encasings und Neurodermitis-Overalls komplett ab.

Kosten├╝bernahme spezieller Therapien

Alternative Heilverfahren bei Allergien werden sehr unterschiedlich bezuschusst. Gute Chancen auf Kosten├╝bernahme bestehen z. B. bei Hom├Âopathie, Entspannungstherapie oder auch Phytotherapie. Auch bei einer Eigenbluttherapie zeigten sich DAK, TKK und die Privatversicherer N├╝rnberger KV, Debeka und Allianz bereit Kosten zu ├╝bernehmen.

Kaum Chancen auf Kostenerstattung gibt es dagegen, z.B. f├╝r Farb-, Aroma- oder Bachbl├╝tentherapie sowie Elektroakupunktur. Hier lehnten nahezu alle befragten Krankenkassen eine Kostenbeteiligung ab.
Tipp: Nicht auf eigene Faust Medikamente besorgen, sondern vorher immer ein Rezept holen, sonst leisten die Kassen nicht. Hom├Âopathische und anthroposophische Arzneimittel ├╝bernehmen inzwischen auch immer mehr gesetzliche Krankenkassen im Rahmen von speziellen Satzungsregelungen. So erstattet z.B. die IKK Classic hierf├╝r Kosten in H├Âhe von 50 Euro pro Versicherter und Jahr. Bei der Techniker Krankenkasse sind es sogar 100 Euro.

Liebe Leserinnen und Leser,

Anja Lang mein Name ist Anja Lang. Ich bin Expertin f├╝r Mobilit├Ąt, Gesundheit und Vorsorge auf Ihrem Family-Portal. Hier beantworte ich s├Ąmtliche Fragen rund um die Themen Zuzahlung, Gesundheitsvorsorge, aber auch Autokosten.

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