Annette Jäger
Ein Beitrag von Annette Jäger, 29.11.2016

Versicherungsschutz Brauchen Babys Versicherungen?

Kinder brauchen Liebe – und ein bisschen Versicherungsschutz, am besten ab dem ersten Lebenstag. Auf diese Policen kommt es an:
Versicherungsschutz Brauchen Babys Versicherungen?

Eine Kinderinvaliditätsversicherung ist bereits ab dem ersten Lebenstag ein sinnvoller Schutz

Eine Kinderinvaliditätsversicherung ist ab dem ersten Lebenstag sinnvoll. Verunglückt das Kind und wird invalide, sind die Eltern ein Leben lang finanziell gefordert. Die Police leistet nicht nur bei Unfällen wie eine Kinderunfallversicherung, sondern eben auch bei Invalidität durch Krankheit.

Die meisten Kinderinvaliditätsversicherungen gewähren eine lebenslange Rentenzahlung, oft ist zusätzlich eine einmalige Summe als Soforthilfe vorgesehen. Nur wenige Angebote gibt es, die nur eine einmalige Kapitalzahlung im Leistungsfall anbieten. Wenn Sie diese Option bevorzugen, sollten Sie darauf achten, dass die Versicherungssumme auch wirklich hoch genug ist, um notfalls ein ganzes Leben lang damit zu bestreiten.

Weil die Kinderinvaliditätsversicherung beide Risiken absichert - Invalidität durch Unfall und Krankheit - ist sie auch deutlich teurer als reine Unfallversicherung: Pro Monat müssen Sie mit mindestens 30 Euro Beitrag rechnen, wenn Sie eine lebenslange monatlichen Rente von 1.000 Euro absichern wollen.

Kinderinvaliditätsversicherung: Viele Krankheiten ausgeschlossen

So sinnvoll die Absicherung ist - es ist leider nicht ganz einfach, Policen mit idealen Versicherungsbedingungen zu finden. Sehr viele Invaliditätsfälle sind von den Leistungen ausgeschlossen, dazu gehören Psychosen, Neurosen oder Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen, oft auch epileptische Anfälle, Vergiftungen durch Lebensmittel, Extremsportarten und Gesundheitsschäden durch Operationen.

Mein Tipp: Auf diese Leistungen kommt es an:
1. Maximal 50 Prozent Invalidität sollten ausreichend sein, um Versicherungsleistungen zu erhalten.
2. Positiv ist, wenn der Anbieter das Kind ab dem Tag der Geburt versichert. Denn viele Beeinträchtigungen werden gerade im ersten Lebensjahr offensichtlich.
3. Gute Kinderinvaliditätsversicherungen laufen erst mit dem 18. Lebensjahr aus.
Eine Kinderunfallversicherung ist der Invaliditätsabsicherung weit unterlegen, denn sie sichert nur das Risiko Invalidität infolge eines Unfalls ab – also nur einen Teilausschnitt. Weil sie aber bereits ab zehn Euro im Monat zu haben ist, setzen viele Eltern auf diese Variante.

Eine Kinderunfallversicherung leistet dann, wenn die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit des Kindes dauerhaft beeinträchtigt ist. Eine Beeinträchtigung gilt dann als dauerhaft, wenn die Unfallfolgen voraussichtlich für länger als drei Jahre bestehen bleiben. Versichert sind Unfälle, die sich im Verkehr, im Haushalt und Garten, bei Spiel und Sport ereignen.

Im Schadensfall richtet sich die Höhe der Auszahlung nach dem Grad der Invalidität. Dieser ist in einer sogenannten Gliedertaxe festgelegt. Je nach Ausmaß der Beeinträchtigung werden also nur Teile der Versicherungssumme ausbezahlt.

Kinderunfallversicherung: Progression ist wichtig

Eines ist bei Abschluss einer Kinderunfallversicherung essentiell: eine ausreichend hohe Versicherungssumme zu wählen. Das Geld muss notfalls ein Leben lang ausreichen! Die Versicherungssumme setzt sich bei der Kinderunfallversicherung aus einer Grundsumme und einer sogenannten Progression - die Sie unbedingt dazuwählen sollten - zusammen. Die Progression bewirkt, das die Versicherungsleistung bei höheren Invaliditätsgraden progressiv ansteigt, also überproportional.

Eine Progression ist in Prozentschritten zu wählen, 225 Prozent sollten bei Vollinvalidität mindestens gelten, meist werden 300 oder 350 Prozent angeboten. Zur Verdeutlichung: Bei einer Versicherungssumme von 200.000 Euro erhält man bei einer Progression von 225 Prozent und einem Invaliditätsgrad von 100 Prozent 450.000 Euro Versicherungsleistung. Bei einer Invalidität von 50 Prozent wären es bereits 150.000 Euro. Mit einer Progression kann man sich also doppelt absichern: Auch bei niedrigen Invaliditätsgraden gibt es schon gute Leistung und bei einer hohen Invalidität erst recht.  
Mein Tipp: Das sollten Sie beachten
1. Die Grundsumme (Invaliditätssumme) sollte nicht niedriger als 200.000 Euro sein.
2. Wählen Sie lieber eine höhere Invaliditätssumme in Kombination mit einer niedrigen Progression (225 Prozent), als umgekehrt. So sind niedrige Invaliditätsgrade (z.B. der Verlust eines Daumens – 20 Prozent Invalidität), die aber im Alltag extrem einschränkend sind, gut abzusichern.
3. Eine zusätzliche Todesfallsumme von 10.000 Euro ist zu empfehlen.
4. Die Police sollte auch bei Tauchunfällen, kosmetischen Operationen (mindestens 3.000 Euro), Schäden durch ausströmende Gase und Dämpfe, Dünste, Staubwolken, Säuren und ähnliches sowie Vergiftungen durch Nahrungsmittel leisten.

Unfallversicherung: Vergleichen und sparen

So finden Sie einen günstigen Tarif
 
Eine Krankenzusatzversicherung ist nicht zwingend nötig, aber ein angenehmes Extra. Mit der Police sichern Sie sich die freie Krankenhauswahl (die Behandlung in reinen Privatkliniken ist nicht vorgesehen), die Chefarztbehandlung und die Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer. Interessant ist vor allem die Option der freien Krankenhauswahl, weil Sie so auch eine weit entfernte Spezialklinik aufsuchen können, was im gesetzlichen Schutz nicht automatisch so vorgesehen ist.

Für Kinder lohnt sich ein früher Einstieg, weil die Policen für die ganz Kleinen sehr günstig sind. Das zahlt sich aus, wenn sie als Erwachsene die Versicherung weiterführen wollen. Wer nämlich mit einem geringen Betrag einsteigt, wird auch im Alter entsprechend weniger hochgestuft. Eine Krankenzusatzversicherung ist für Kinder für unter zehn Euro im Monat zu haben.

Wenn Sie mit Ihrem Nachwuchs ins Ausland reisen, gehört eine Auslandsreisekrankenversicherung ins Gepäck. Kinder können über eine Familienpolice mitversichert werden. Zwar leistet auch die gesetzliche Krankenversicherung im EU-Ausland, der Schutz ist jedoch lückenhaft. Vor allem werden die Kosten für einen Rücktransport ins Heimatland grundsätzlich nicht übernommen. In Übersee greift der Schutz der Gesetzlichen gar nicht mehr, hier müssen Eltern die Arztkosten komplett aus eigener Tasche begleichen.

Eine private Zusatzabsicherung garantiert den medizinisch notwendigen – manchmal auch den sinnvollen - RücktransportAuslandsreisekrankenversicherungen gibt es günstig für die gesamte Familie für rund 20 Euro im Jahr.

Wichtig ist, dass Sie auf umfangreiche Assistanceleistungen achten: Ein Übersetzungsdienst im Ausland ist hilfreich und beim Rücktransport in die Heimat sollte die Police auch Reisekosten für eine Begleitperson - Vater oder Mutter - übernehmen. Genauso wichtig ist, dass die Kinder begleitet werden, wenn die Eltern aus Krankheitsgründen in die Heimat zurückkehren müssen.

Eltern brauchen eine Risikolebensversicherung

Familien benötigen eine Risikolebensversicherung, sie ist ein Muss für alle, die im Todesfall Hinterbliebene zu versorgen haben. Stirbt ein Elternteil, ist das ein erheblicher finanzieller Einschnitt, denn ein Einkommen fällt weg. Die Risikolebensversicherung leistet in diesem Fall eine Kapitalzahlung. Beide Elternteile benötigen eine Police, auch dann, wenn einer von beiden das Haupteinkommen verdient. Denn fällt der Elternteil, der die Kinder betreut, aus, ist eine Haushaltshilfe, ein Au-Pair oder ein Kindermädchen zu finanzieren - auch das kostet Geld.

Risikolebensversicherung: Nicht sparen bei der Versicherungssumme

Wichtig ist die Versicherungssumme. Wie hoch sie sein muss, hängt von vielen Faktoren ab: Sind die Kinder noch ganz klein und muss man sie vielleicht noch 15 oder 20 Jahre lang finanzieren? Oder sind sie schon Teenager und stehen in wenigen Jahren sowieso auf eigenen Beinen? Ist eine Immobilie abzubezahlen? Gibt es Vermögen, auf das man im Ernstfall zurückgreifen könnte? Die Witwen- und Waisenrente kann man bei der Berechnung mit einkalkulieren.

100.000 Euro Versicherungssumme sind sicherlich zu wenig, 500.000 Euro sind realistisch! Die Versicherungssumme muss sich nachträglich ohne erneute Gesundheitsprüfung nach oben anpassen lassen, wenn sich die Lebensumstände ändern und ein höherer Finanzbedarf entsteht.
Mein Tipp: Bei der Risikolebensversicherung können Sie ruhig auf einen günstigen Anbieter setzen, denn es gibt keine großen Unterschiede bei den Bedingungen. Versichert ist immer dasselbe Risiko: der Tod.

Private Haftpflichtversicherung: Leistungsumfang prüfen

Eine private Haftpflichtversicherung sollte bereits bestehen, auch ohne Kinder. Paare, die eine gemeinsame Police nutzen, müssen gar nichts tun, weil neugeborene Kinder automatisch im Versicherungsschutz integriert sind. Wer allerdings als Single ein Kind bekommt, muss seinen Versicherugnsschutz auf eine Familien-Haftpflichtversicherung umstellen.

Gut ist, wenn die Police Leistungen für Kinder unter sieben Jahre garantiert – das ist bei neueren Haftpflichtversicherungen automatisch der Fall. Denn Kinder bis sieben Jahren sind laut Gesetz für Schäden, die sie verursachen, nicht haftbar zu machen. Im Straßenverkehr gilt sogar eine Altersgrenze von zehn Jahren. Als Eltern muss man dann auch nicht für die Schäden aufkommen, die Kinder anrichten. Man kann sich aber moralisch dazu verpflichtet fühlen. In diesen Fällen kommt der Zusatzschutz in der Haftpflichtversicherung zum Zuge.

Meist sind die Schäden in der Summe auf 3.000 oder 5.000 Euro begrenzt. Das reicht auch aus. Einen Aufpreis sollte man für dieses Extra nicht bezahlen. Dann lieber auf eine Police setzen, die diese Leistung ohne Aufpreis absichert.
Mein Tipp: Mit den Sparrechnern von Geldsparen.de können Sie ganz einfach Tarife vergleichen und eine günstige Familien-Haftpflichtversicherung, eine Risikolebens- und eine Unfallversicherung für Ihr Kind finden.

Liebe Leserinnen und Leser,

Annette Jäger mein Name ist Annette Jäger. Ich schreibe über Gesundheit, Versicherungen und Soziales auf Ihrem Family-Portal geldsparen.de. Ich habe Neuere Geschichte studiert und bin seit 1993 als Journalistin tätig.

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