Fritz Himmel
Ein Beitrag von Fritz Himmel, 03.02.2017

Versicherungen Wann sich eine Selbstbeteiligung lohnt

Bei vielen Versicherungen ist eine Selbstbeteiligung vorgesehen, um die Beiträge zu reduzieren. Auf welche Fallstricke Sie dabei achten sollten.
Versicherungen Wann sich eine Selbstbeteiligung lohnt

In der privaten Krankenversicherung lohnt sich eine Selbstbeteiligung zumeist für Selbständige und Freiberufler.

Bei einem Versicherungsvertrag regelt eine Selbstbeteiligung Ihren Eigenanteil, den Sie im Schadenfall selbst zu tragen haben. Bevor Sie sich für einen Vertrag mit Selbstbeteiligung entscheiden, sollten Sie sich über die Folgen im Klaren sein. Wenn Sie bereit sind, bei einem Schadensfall oder einer Krankheit einen Teil der Kosten selbst zu bezahlen, erhalten Sie für gewöhnlich einen Nachlass bei den Beiträgen.

Das bedeutet aber auch konkret: Bei einem solchen Vertrag sind Sie bis zur vereinbarten Höhe für die anfallenden Kosten auf jeden Fall selbst in der Pflicht. Der Versicherer springt erst ein, sobald diese Grenze überschritten wurde.

Ist eine Selbstbeteiligung bei der privaten Krankenversicherung sinnvoll?

Bei der privaten Krankenversicherung (PKV) ist ein bestimmter Selbstbehalt durchaus sinnvoll, um so den monatlichen Beitrag zu senken. Sie können – je nach Versicherung und den eigenen Wünschen – eine prozentuale, eine generelle oder eine behandlungsbezogene Selbstbeteiligung wählen.

Bei der generellen Selbstbeteiligung zahlen Sie beispielsweise im Krankenversicherungsfall pro Jahr eine vereinbarte Summe erst einmal selbst, bevor dann Ihre private Krankenversicherung einspringt.

Für wen kann sich eine Selbstbeteiligung bei der privaten Krankenversicherung lohnen?

In erster Linie können Selbständige und Freiberufler von einer Selbstbeteiligung profitieren und so ihren Monatsbeitrag deutlich entlasten. Allerdings nur, wenn sie sich gesund fühlen und nicht schwer erkrankt sind. Werden nämlich sehr hohe Selbstbehalt-Beträge vereinbart, kann sich das bei einer langwierigen Erkrankung negativ auswirken. Einen Selbstbehalt von 500 bis 800 Euro jährlich sollten Sie daher nicht überschreiten.

Für Angestellte ist die Selbstbeteiligung hingegen oftmals ein deutliches Minusgeschäft. Denn Sie müssen als Angestellter im Fall einer Erkrankung den Selbstbehalt komplett alleine tragen. Der Arbeitgeber profitiert hingegen, da dieser zum monatlichen Beitrag einen Anteil von 50 Prozent beisteuert und damit von der Beitragsersparnis durch die Selbstbeteiligung profitiert.
Mein Tipp: Angestellte sollten genau durchrechnen und abwägen, bevor sie sich auf eine Selbstbeteiligung einlassen. Für gesunde Selbstständige ist sie oft eine sinnvolle Wahl.

Wie sieht es mit der Selbstbeteiligung bei einer privaten Haftpflichtversicherung aus?

Bei der Haftpflichtversicherung liegt der Selbstbehalt meist zwischen 150 und 250 Euro. Die Selbstbeteiligung ist in der privaten Haftpflichtversicherung aber nicht sinnvoll, da die Schadenssummen in vielen Fällen nicht über die Selbstbeteiligung hinausgehen. Sie als Versicherungsnehmer zahlen dann doppelt – die Prämie und den Schaden.
Mein Tipp: Eher Finger weg von einer Selbstbeteiligung. Für eine Familie ist ein guter Basisversicherungsschutz bereits ab rund 60 Euro Jahresbeitrag zu haben. Günstige Haftpflichtversicherungen finden Sie in unserem unabhängigen Vergleich:

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Selbstbeteiligung bei einer Rechtschutzversicherung

Bei einer Rechtschutzversicherung sieht es anders aus. Hier lohnt sich meist die Selbstbeteiligung. Rechenbeispiele zeigen: Eine Familie bezahlt zum Beispiel für eine günstige Police mit einer Versicherungssumme von mindestens 350.000 Euro eine Versicherungsprämie in Höhe von rund 200 Euro im Jahr, wenn die Selbstbeteiligung bei maximal 300 Euro liegt. Ohne Selbstbeteiligung wären es schnell 50 Prozent mehr.

Oft gibt es in den unterschiedlichen Rechtsbereichen auch unterschiedliche Höhen bei der Selbstbeteiligung.
 

Zahlt sich die Selbstbeteiligung bei einer Kfz-Versicherung aus?

Bei einer Kfz-Versicherung zahlt fast jeder einen Selbstbehalt, wenn es um Teilkasko- oder Vollkasko-Verträge geht. Das lohnt sich jedoch durchaus für Ihre Autoversicherung. Denn der bezahlte Schaden ist oft deutlich höher als die Selbstbeteiligung.

Mein Tipp: Ich empfehle hier einen Selbstbehalt von 300 Euro in der Vollkasko- und 150 Euro in der Teilkaskoversicherung. Bei einem Tarif mit Selbstbehalt können Sie beispielsweise bei einem VW Golf bis zu 20 Prozent, bei einem 5er BMW rund 30 Prozent Beitragsersparnis rausholen. Je länger Sie schadenfrei bleiben, desto rentabler wird der Selbstbehalt.

Selbstbeteiligung bei einer Wohngebäudeversicherung

Das gleiche gilt bei der Gebäudeversicherung. Auch hier haben Sie die Möglichkeit, durch die Auswahl einer Selbstbeteiligung im Schadenfall gewöhnlich den Beitragssatz spürbar zu verringern. Da die meisten Versicherer derzeit rote Zahlen bei der Wohngebäudeversicherung schreiben, drängen viele bei Neuverträgen automatisch auf eine Selbstbeteiligung. Und nach schadenfreien Jahren sinkt auch die Selbstbeteiligung.
Mein Tipp: Nutzen Sie unsere Sparrechner, um günstige Verischerungen zu finden. Hier sehen Sie auch, ob und in welcher Höhe eine Selbstbeteiligung vorgesehen ist.
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