Fritz Himmel
Ein Beitrag von Fritz Himmel, 15.02.2016

Selbstbeteiligung Sinnvoll bei Versicherungen sparen

In vielen Versicherungspolicen ist eine Selbstbeteiligung eingebaut, um die Beiträge zu reduzieren. Auf welche Fallstricke Sie achten sollten.
Selbstbeteiligung: Sinnvoll bei Versicheru

Nicht immer lohnt sich eine Selbstbeteiligung

Bevor Sie sich für einen solchen Versicherungsvertrag mit Selbstbeteiligung entscheiden, sollten Sie sich über die Folgen im Klaren sein. Wenn Sie bereit sind, bei einem Schadensfall oder einer Krankheit einen Teil der Kosten selbst zu tragen, erhalten Sie für gewöhnlich einen Nachlass bei der Beitragszahlung.

Das bedeutet aber auch: Bei einem solchen Vertrag müssen Sie bis zur vereinbarten Höhe die anfallenden Kosten selbst tragen. Der Versicherer springt ein, sobald diese Grenze überschritten wurde.

Ist eine Selbstbeteiligung bei der privaten Krankenversicherung sinnvoll?

Bei der privaten Krankenversicherung (PKV) können Sie einen Selbstbehalt vereinbaren, um so den monatlichen Beitrag zu senken. Sie können – je nach Versicherung und den eigenen Wünschen – eine prozentuale, eine generelle oder eine behandlungsbezogene Selbstbeteiligung wählen.

Bei der generellen Selbstbeteiligung zahlen Sie beispielsweise im Krankenversicherungsfall pro Jahr eine vereinbarte Summe erst einmal selbst, bevor dann Ihre private Krankenversicherung einspringt.

Für wen kann sich die Selbstbeteiligung bei der PKV lohnen?

In erster Linie können Selbständige und Freiberufler vom Selbstbehalt profitieren. Allerdings nur, wenn sie sich gesund fühlen und nicht schwer erkrankt sind. Werden jedoch sehr hohe Selbstbehalt-Beträge vereinbart, kann sich das bei einer langwierigen Erkrankung negativ auswirken. Ein Selbstbehalt von 500 bis 800 Euro jährlich sollte daher nicht überschritten werden.

Für Angestellte ist die Selbstbeteiligung hingegen oftmals ein deutliches Minusgeschäft. Denn Sie müssen als Angestellter im Fall einer Erkrankung den Selbstbehalt komplett alleine tragen. Der Arbeitgeber profitiert hingegen, da dieser zum monatlichen Beitrag einen Anteil von 50 Prozent beisteuert und damit von der Beitragsersparnis durch die Selbstbeteiligung profitiert.
Mein Tipp: Angestellte sollten hier genau durchrechnen und abwägen, bevor sie sich darauf einlassen.

Wie sieht es mit der Selbstbeteiligung bei einer privaten Haftpflichtversicherung aus?

Bei der Haftpflichtversicherung liegt der Selbstbehalt meist zwischen 150 und 250 Euro. Die Selbstbeteiligung macht in der Privathaftpflicht aber keinen Sinn, da die Schadenssummen in vielen Fällen nicht über die Selbstbeteiligung hinausgehen. Sie als Versicherungsnehmer zahlen dann doppelt – die Prämie und den Schaden.
Mein Tipp: Eher Finger weg von einer Selbstbeteiligung. Für eine Familie ist ein guter Basisversicherungsschutz schon ab rund 60 Euro Jahresbeitrag zu haben. Günstige Haftpflichtversicherungen finden Sie in unserem unabhängigen Vergleich.

Selbstbeteiligung bei einer Rechtschutzversicherung

Bei einer Rechtschutzversicherung sieht es anders aus. Hier lohnt sich meist die Selbstbeteiligung. Ein Rechenbeispiel zeigt: Eine Familie bezahlt zum Beispiel für eine günstige Police mit einer Versicherungssumme von mindestens 350.000 Euro eine Versicherungsprämie in Höhe von rund 200 Euro im Jahr, wenn die Selbstbeteiligung bei maximal 300 Euro liegt. Ohne Selbstbeteiligung wären es schnell 50 Prozent mehr.
 
Mein Tipp: Hier lohnt es sich immer, die Tarife von Rechtsschutzversicherungen genau zu checken.

Zahlt sich die Selbstbeteiligung bei einer Kfz-Versicherung aus?

Bei einer Kfz-Versicherung zahlt fast jeder einen Selbstbehalt, wenn es um Teilkasko oder Vollkasko-Verträge geht. Das kann sich jedoch durchaus für Ihre Autoversicherung lohnen. Denn der bezahlte Schaden ist oft höher, als die Beitragsersparnis. Bei einem Tarif mit Selbstbehalt können Sie bis zu 30 Prozent Beitragsersparnis rausholen. Je länger Sie schadenfrei bleiben, desto rentabler wird der Selbstbehalt.

Selbstbeteiligung bei einer Wohngebäudeversicherung

Das gleiche gilt bei der Gebäudeversicherung. Auch hier können Sie durch die Auswahl einer Selbstbeteiligung im Schadenfall gewöhnlich den Beitragssatz spürbar verringern. Da die meisten Versicherer derzeit rote Zahlen bei der Wohngebäudeversicherung schreiben, drängen viele bei Neuverträgen automatisch auf eine Selbstbeteiligung. Und nach schadenfreien Jahren sinkt auch die Selbstbeteiligung.
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