Von Eva-Maria Krüger, 08.05.2015

Die fünf größten Fehler Trennung und Scheidung

Am Ende einer Ehe steht oft der Streit um das Geld. Wer nicht aufpasst, kann in dieser schwierigen Phase von Trennung und Scheidung gravierende Fehler machen.
Die fünf größten Fehler Trennung und Scheidung

Bei Trennung und Scheidung sollten Sie Ihre Rechtsschutz prüfen, ob sie die Kosten für den Anwalt zahlt

1. Wer darf in der Wohnung wohnen bleiben?

Egal ob das Ehepaar in einer Eigentums- oder Mietwohnung lebt: In der Zeit zwischen Trennung und Scheidung kann generell keiner vom anderen verlangen auszuziehen. Das gilt unabhängig davon, wem die Immobilie gehört bzw. wer den Mietvertrag unterschrieben hat. Wichtig ist daher, sich nicht zum Auszug drängen zu lassen.

Ist einer von beiden erst einmal ausgezogen, hat er oder sie in der Regel schlechte Karten, dies in der Phase der Trennung rückgängig zu machen. Erst im Rahmen der Scheidung wird endgültig über die Wohnung entschieden.

Können die Partner sich nach der Trennung nicht einigen, wer zumindest bis zur Scheidung im alten Zuhause bleiben soll, ist das ein Fall fürs Familiengericht. Per einstweiliger Anordnung können die Richter kurzfristig entscheiden. Dass ein Partner die Wohnung allein für sich und eventuell die Kinder beansprucht, ist laut § 1361 b BGB möglich, falls für ihn oder sie der Auszug eine "unbillige Härte" wäre. Das gilt zum Beispiel, wenn dieser Elternteil die Kinder betreut, die unter dem Streit der Eltern leiden.

2. Wer bekommt das Sofa, die Küchengeräte, das Auto?

Auch bei solchen Fragen spielen die Eigentumsverhältnisse eine untergeordnete Rolle. Entscheidend ist, welcher Ex-Partner stärker auf den Gegenstand angewiesen ist. Zieht nach der Trennung einer aus und nimmt unter Hinweis aufs Eigentum die Waschmaschine oder Kücheneinrichtung mit, kann das also ein Fehler sein. Das Familiengericht könnte die Entscheidung rückgängig machen.

Am besten ist, wenn das Ex-Paar eine gemeinsame Lösung findet. Bewährt hat sich eine Auflistung: Jeder notiert, welcher Gegenstand für ihn wichtig ist und welcher nicht – von der Kaffeemaschine bis zum Bild an der Wand. Verhandelt wird dann über die Sachen, an denen beide Bedarf anmelden.

3. Was passiert mit den gemeinsamen Versicherungen?

Ehe- und Lebenspartner haben Versicherungsverträge oft gemeinsam abgeschlossen. Oder ein Partner ist über die Police des anderen versichert. Aber spätestens mit der Rechtskraft der Scheidung, bei manchen Versicherungen schon nach der Trennung, endet die Mitversicherung.

Beispiel Hausratversicherung: Diese behält grundsätzlich derjenige, der als Versicherungsnehmer eingetragen ist. Das gilt selbst dann, wenn er nach der Trennung aus der bisherigen Wohnung auszieht. Will der andere Partner den Hausrat im alten Zuhause weiter versichern, muss er einen neuen Vertrag schließen. Dafür gilt in der Regel eine Frist von drei Monaten. Solange sind nach dem Auszug beide Wohnungen versichert. Auch wenn beide Ex-Partner im Vertrag stehen, muss generell binnen drei Monaten entschieden werden, welche Wohnung weiter versichert ist. Wichtig ist in jedem Fall, die Versicherung über die Trennung bzw. geplante Scheidung zu informieren und, falls nötig, die Versicherungssumme anzupassen.

Auch bei anderen gemeinsamen Policen, wie Privathaftpflicht, Wohngebäude oder auch Rechtsschutz, empfiehlt es sich den Versicherungsstatus gleich nach der Trennung zu klären. Auf der Suche nach einer neuen Versicherung helfen die Geldsparen.de-Vergleichsrechner.

4. Wer zahlt den Scheidungsanwalt?

Viele Versicherer bieten Rechtsschutz für Trennung und Scheidung sowie Unterhaltsstreit als Zusatzbausteine an. Auch die entsprechende Erweiterung einer Police ist oft möglich.

Zu empfehlen ist das vor allem vor der Familiengründung. Etwa jede dritte Ehe endet durch Scheidung. Die Anwalts- und Prozesskosten liegen, selbst in günstigen Fällen, selten unter 3.000 Euro. Auch Paare ohne Trauschein müssen mit Rechtsstreit rechnen. Dabei geht es oft um den Unterhaltsanspruch der Kinder oder auch der Mutter, die diese betreut.

Wichtig ist, frühzeitig an den Rechtsschutz für den Fall von Trennung und Scheidung zu denken: Die Wartezeit der Versicherer bei Ehesachen liegt meist bei drei Jahren, für Unterhaltsstreit bei einem Jahr.

5. Wie ist der Unterhalt geregelt?

Eine Rückforderung von zu viel gezahltem Unterhalt ist selten möglich. Umso wichtiger ist es, nach einer Trennung nicht voreilig mit dem Ex-Partner eine bestimmte Summe für den Kindes- oder auch Trennungsunterhalt zu vereinbaren. Die könnte zu hoch kalkuliert sein. Besser ist, sich hier anwaltlich beraten zu lassen bzw. die Unterhaltsfrage vor dem Familiengericht zu klären

Übrigens: Wer nach einer Trennung oder Scheidung zu Unterhalt verpflichtet ist, kann die Leistungshöhe oft legal senken. Das ist unter anderem durch zusätzliche Altersvorsorge möglich (z. B. Fonds, Riesterrente oder Kauf einer Immobilie). Bis zu vier Prozent des Bruttoeinkommens können als Altersvorsorge bei der Unterhaltsberechnung berücksichtigt werden.

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