Fritz Himmel
Ein Beitrag von Fritz Himmel, 14.04.2015

Renten-Schock Das kommt auf die Deutschen zu

Das Niveau der gesetzlichen Alterssicherung wird weiter sinken. Wer im Alter nicht auf seinen bisherigen Lebensstandard verzichten will, sollte fr├╝h vorsorgen.
Renten-Schock Das kommt auf die Deutschen zu

Das Alter stoppen kann man nicht, aber Armut im Alter

Die Aussichten f├╝r k├╝nftige Empf├Ąnger der gesetzlichen Rente sind nicht rosig. Vor allem j├╝ngere Besch├Ąftigte sammeln durch einen meist sp├Ąteren Berufseinstieg und Phasen von Arbeitslosigkeit im Durchschnitt zusehends weniger Renten-Entgeltpunkte.

Zudem haben diese Punkte f├╝r viele Versicherte durch die Renten-Reformen der vergangenen Jahre auch noch an Wert verloren. Das Niveau der gesetzlichen Altersrente wird daher weiter absinken. Das ist das Ergebnis einer von der Hans-B├Âckler-Stiftung gef├Ârderten Studie.

Neu-Rentner erhalten weniger Altersgeld

Die Ver├Ąnderungen bei den Erwerbsbiographien und rechtlichen Anspr├╝chen haben sich in den vergangenen Jahren bereits deutlich auf die Altersbez├╝ge j├╝ngerer Ruhest├Ąndler ausgewirkt. Das zeigen die Resultate einer Forschungsarbeit von Falko Trischler und Ernst Kistler vom Internationalen Institut f├╝r Empirische Sozial├Âkonomie (Inifes).

So liegt seit der Jahrtausendwende der monatliche Rentenzahlbetrag, den Neu-Rentner erhalten, im Mittel deutlich unter der allgemeinen Durchschnittsrente aller im Ruhestand befindlichen Personen. Im Jahr 2009 kamen Neu-Rentner auf 686 Euro monatliches Altersgeld. Das waren rund 80 Euro weniger als beim Rentenbestand.

Berufseinstieg, Arbeitslosigkeit, Alters├╝bergang

Berufseinstieg: Eine nicht unerhebliche Rolle spielt hier die Verl├Ąngerung der Ausbildung. Von den 1940 bis 1944 Geborenen war rund ein Drittel bereits vor dem 18. Geburtstag versicherungspflichtig besch├Ąftigt. Bei den Jahrg├Ąngen 1970 bis 1974 galt das nur f├╝r jeden Zehnten. In der Vergangenheit konnte die l├Ąngere Ausbildung zwar meist durch h├Âhere Sozialbeitr├Ąge kompensiert werden.

Doch die beiden Wissenschaftler bezweifeln, ob das weiter gelingt. Denn beim Vergleich der Erwerbsverl├Ąufe von Besch├Ąftigten unterschiedlicher Altersgruppen sei "auch f├╝r die mittleren Erwerbsjahre zu beobachten, dass die j├╝ngeren Gruppen dann keineswegs mehr, sondern durchschnittlich weniger Rentenanspr├╝che erwerben und diese dar├╝ber hinaus immer ungleicher auf die Versicherten verteilt sind."

Arbeitslosigkeit: Die Probleme am Arbeitsmarkt schlagen sich seit den 1980er-Jahren bei den Entgeltpunkten nieder. Zeiten ohne Job summieren sich, j├╝ngere Jahrg├Ąnge trifft das h├Ąrter: Wer zwischen 1940 und 1944 geboren wurde, blickte mit 43 Jahren im Durchschnitt auf zwei Monate in Arbeitslosigkeit zur├╝ck, so die Studie. Die von 1960 bis 1964 Geborenen waren bis zu diesem Alter bereits durchschnittlich 19 Monate ohne Job.

Alters├╝bergang: Die Schlussphase des Arbeitslebens hat "durch die Rentenreformen der vergangenen Jahre eine besondere Bedeutung bekommen", sagt Falko Trischler. Seit Einf├╝hrung der Abschl├Ąge - einen Ausgleich f├╝r vorzeitigen Rentenbeginn - werden oft die Anspr├╝che derer reduziert, die schon bis dahin weniger Punkte hatten. 17 Prozent der Versicherten sind in den Jahren vor der Rente ├╝berwiegend arbeitslos. Nicht einmal einem Drittel der ├╝ber 25 Jahre versicherungspflichtig Besch├Ąftigten gelingt ein glatter ├ťbergang in den Ruhestand.
Zwar glaubt kaum noch jemand an eine sichere und ausreichende Rente. Doch wie schlimm es finanziell im Alter wirklich werden kann, machen sich die meisten nicht klar. Ern├╝chternde Fakten kamen hierzu auch von einer Studie des Deutschen Instituts f├╝r Wirtschaftsforschung (DIW), welche die Renten der Bev├Âlkerung in Ostdeutschland untersucht hatte.

Bei den j├╝ngeren Jahrg├Ąngen d├╝rften demnach die Renten dort sogar unter das Niveau der Grundsicherung sinken! Als Ursachen nennt das DIW die hohe Langzeitarbeitslosigkeit und den zunehmenden Trend zu Minijobs. "Um eine Rente ├╝ber Sozialhilfeniveau zu bekommen, muss man heute 28 Jahre gearbeitet und Beitr├Ąge in H├Âhe des Durchschnittsverdienstes gezahlt haben", sagt Achim Backendorf, Leiter der Abteilung Sozialpolitik beim Sozialverband VdK Deutschland.
Geldsparen-Tipp: Wer im Alter nicht auf seinen bisherigen Lebensstandard verzichten will oder nur geringe Abstriche machen m├Âchte, sollte daher bereits relativ fr├╝h eine sinnvolle Altersvorsorge aufbauen. Dies ist ├╝ber eine betrieblich sowie staatlich gef├Ârderte und/oder private Anlageform m├Âglich.
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Fritz Himmel mein Name ist Fritz Himmel. Bei geldsparen.de k├╝mmere ich mich um alles, was Telekommunikation, Altersvorsorge und Versicherungen betrifft. Zudem schreibe ich regelm├Ą├čig f├╝r Tageszeitungen.

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Leserkommentare

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27.01.2014 18:19 Uhr
Mattern: Auskömmliche ...
Alterssicherung gibt es nur bei Politikern und im Öffentlichen Dienst. Diese Kaste sichert nur ihre eigenen Privilegien. Der Rest der Beschäftigten genießt keinen Vertrauensschutz.

25.09.2012 08:37 Uhr
Einer der Lertzten seiner Art:
Erst wird von den Staat beherrschenden Parteien jahrelang die Rentenkasse, mit versicherungsfremden Leistungen ausgeplündert, z.b Deutsche Einheit, Fremdrenten,Mutterschaftsgeld,MultiKultiwahn usw .usw.(meistens für Fremde) so das schon seit bestehen der Rentenkasse ca 1Billion an versicherungsfremden Leistungen aus dieser abgezogen. Die Renten sähen sonst ganz anders aus. Vertraut noch jemand diesen Staat ??

24.09.2012 17:33 Uhr
Sperber: Sozial? eher wohl nicht!
Die Gründe sind meines Erachtens sehr einfach: Politiker handeln meist nicht sozial, sondern wahlorientiert und ältere Leute stellen nicht die Majorität der Wähler. Genommen wird den Hilflosen, gegeben wird den Fordernden - das ist das Einfachste und wird deshalb praktiziert.

21.12.2011 19:58 Uhr
Frank: Es wird immer weniger
Bin jetzt seit einem Jahr Erwerbsminderungsrentner auf Dauer. Vor ein paar Jahren wäre meine EU-Rente höher ausgefallen (über Grundsicherung), so bin ich jetzt unter Grundsicherung. Lieber arbeite ich noch auf 400-Euro-Basis dazu, bevor ich noch mal auf so ein Amt muss, Hartz 4 hat mir gereicht.


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