Anja Lang
Ein Beitrag von Anja Lang, 18.03.2011

Radioaktive Strahlung Krebsrisiko senken

Etwa 2.000 bis 6.000 aller Krebsf√§lle werden auf die nat√ľrliche Strahlung oder auf Folgen medizinischer Bestrahlung zur√ľckgef√ľhrt. Erfahren Sie hier, wo wir radioaktiver Strahlung ausgesetzt sind und wie man die allt√§gliche Strahlenbelastung gezielt reduzieren kann.
Radioaktivität Strahlung Krebs
3,9 Millisievert (mSv) betr√§gt die durchschnittliche Strahlenbelastung in Deutschland f√ľr jeden von uns im Jahr. Zwei Drittel davon entfallen auf die nat√ľrliche Strahlung, die aus dem Boden, der Luft und der Nahrung kommen. Etwa eine Drittel r√ľhrt von medizinischen Anwendungen, wie R√∂ntgenstrahlen und Computertomographien her.

Im Einzelfall kann die jeweilige Belastung aber weit höher ausfallen, je nachdem wie stark wir uns den jeweiligen Strahlungsquellen tatsächlich aussetzen.
 
Radioaktive Strahlen aus dem Boden

Alle B√∂den und Gesteine der Erdkruste geben Radioaktivit√§t ab. Je nach geologischer Zusammensetzung allerdings unterschiedlich stark. Der Mittelwert an terrestrischer Strahlung in Deutschland wird mit 0,41 mSv pro Jahr angegeben. In einigen von Granitstein gepr√§gten Gebieten, wie dem Erzgebirge, Schwarzwald und Th√ľringen sind die Werte aber sehr viel h√∂her. Hier wurden teilweise bis zu 15 mSv gemessen.

Einen Gro√üteil der terrestrischen Strahlung nehmen wir aber nicht im Freien, sondern in unseren Wohnungen auf. Zum einen liegt das daran, dass bestimmte Baumaterialien radioaktive Elemente enthalten, wie zum Beispiel Granit. Eine gro√üe Rolle spielt aber auch das radioaktive Edelgas Radon -222. Es ist sehr gut wasserl√∂slich und deshalb in B√∂den und im Grundwasser gespeichert. In H√§usern mit undichten und feuchten Kellern steigt der Radonanteil somit √ľber eingedrungene Feuchtigkeit, die verdampft, von unten nach oben in die Wohnr√§ume. Man sollte – auch aus diesem Grund – m√∂glichst immer auf einen trockenen Keller achten. Eine besonders niedrige Radonkonzentration findet man in H√§usern mit trockenem Keller in der obersten Etage.
 
Laut Strahlenschutzverordnung sollte ein normaler Bundesb√ľrger m√∂glichst nicht mehr als 1 mSv pro Jahr zus√§tzlich zu den Durchschnittswerten von rund 4 mSv pro Jahr aufnehmen. F√ľr Personen, die beruflich einer besonderen Strahlenbelastung ausgesetzt sind, wie Piloten und Kernkraftwerksmitarbeiter, gilt ein erweiterter Grenzwert von 20 mSv pro Jahr. Einen unteren Grenzwert, ab dem ein gesundheitliches Risiko ausgeschlossen werden kann, gibt es aber bis heute nicht.
Werte radioaktiver Belastung
 Strahlenquelle  Radioaktive Belastung
¬†Nat√ľrliche Strahlenbelastung ¬†2,4 mSv/Jahr
 1 Monat auf 3.000 Meter Höhe  0,02 mSv/Monat zusätzlich
 Flug in 10 - 12 km Höhe  2-9 MikroSv/Stunde
¬†Flug Frankfurt-Australien und zur√ľck ¬†0,2 mSv insgesamt
 Flugzeugpilot bei 480 Flugstd./Jahr  5 mSv/Jahr zusätzlich
 Rauchen 20 Zigaretten pro Tag  8,8 mSv/Jahr
 Röntgenaufnahme Zahn  0,02 mSv
 Röntgenaufnahme Brustwirbelsäule  5 mSv
 Computertomographie Lunge  10 mSv
 1 Kilogramm belastetes Wildfleisch  0,04 mSv
 500 Gramm belastete Pilze  0,02 Р0,04 mSv
Quellen: Universit√§t Bonn; Greenpeace, Umweltinstitut M√ľnchen; 1 Millisievert (mSv) = 1.000 Mikrosievert (MikroSV)

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» Autoren von geldsparen.de

Leserkommentare

 

14.10.2013 20:06 Uhr
Dr.Paul: Biologie ist nicht simple Physik!
zitat: "Etwa 2.000 bis 6.000 aller Krebsfälle werden auf die natürliche Strahlung oder auf Folgen medizinischer Bestrahlung zurückgeführt. " Das ist falsch! Aus dem sonst sehr schönen Beitrag geht eigentlich hervor, dass es KEINE strahlungsfreie Umgebung gibt. Die Zelle und der Mensch sind also damit vertraut seit Millionen Jahren. Wie beim Feuer, an dem man sich leicht verbrennen kann, wenn man zu nah dran geht, ist es also eine DOSISFRAGE, bei der sich die Wirkung geringer Dosierungen umkehrt, sie sind nützlich, nicht schädlich! Also bitte Entwarnung! Daten dafür gibt es wirklich ausreichend! mfG

05.06.2012 01:30 Uhr
tippox: Sehr nützlich
So ein Röntgenpass hab ich schon, und war sehr nützlich als ich meinen Radiologen wechseln wollte. Die Ärzte beim DZiW (http://www.dziw.at) wo ich jetzt meine Untersuchungen durchführe, haben vollen Zugriff auf meine bisherige Untersuchungen.


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