Eine Krankenkasse muss nichts f√ľrs Leben sein. Im Gegenteil: Ein Wechsel kann Geld sparen und mehr Leistung bringen. Das m√ľssen Sie wissen:
Krankenkasse Zusatzbeitrag Prämie Gesundheit kosten

Bessere Kassenleistungen im Bereich Alternativmedizin - mit einem Wechsel der Krankenkasse ist dies zuweilen möglich.

Fr√ľher war es egal, bei welcher Krankenkasse man versichert war - alle haben das gleiche geboten. Heute ist das anders. Die Beitr√§ge variieren, die Leistungen erst recht. Es ist Ihr Vorteil - machen Sie sich den Wettbewerb unter den Kassen zunutze.

Zusatzbeitrag kann Hunderte Euro ausmachen

Seit 2015 verlangt jede Kasse einen eigenen Zusatzbeitrag, den Sie als Versicherter aus eigener Tasche bezahlen m√ľssen. Im Durchschnitt liegt er bei 1,1 Prozent vom Bruttobeitrag, einige Kassen verlangen weniger, andere mehr. Zwischen einer g√ľnstigen Kasse, die 0,3 Prozent verlangt (z. B. AOK Sachsen-Th√ľringen), und einer teuren, die 1,5 Prozent berechnet (z. B. DAK), liegt bei einem Bruotteinkommen von 3.000 Euro ein Unterschied von 432 Euro im Jahr.

Kassenwechsel ist problemlos

Allein dieses Beitragsdifferenz kann ein Grund f√ľr einen Wechsel sein. Das geht problemlos: Erhebt die Kasse erstmals einen Zusatzbeitrag oder erh√∂ht diesen, entsteht f√ľr den Versicherten ein Sonderk√ľndigungsrecht. In diesem Fall m√ľssen Sie nicht die 18-monatige Mindestmitgliedschaft erf√ľllen, die sonst Voraussetzung f√ľr einen Kassenwechsel ist.

Es gilt eine K√ľndigungsfrist von zwei Monaten zum Monatsende. Wenn Sie also am 29. M√§rz k√ľndigen, k√∂nnen Sie ab 1. Juni Mitglied bei der neuen Kasse werden. Die K√ľndigung sollte per Einschreiben erfolgen. Die Kasse muss innerhalb von 14 Tagen eine Best√§tigung schicken, dass sie die K√ľndigung erhalten hat. Diese legen Sie der neuen Krankenkasse vor.

Die gesetzlichen Krankenkassen m√ľssen jeden aufnehmen, auch wenn der Versicherte bereits Vorerkrankungen hat. Sie m√ľssen also keine Angst haben, pl√∂tzlich ohne Versicherungsschutz da zu stehen.

Extraleistungen ins Visier nehmen

Bevor Sie einfach zur g√ľnstigsten Kasse wechseln, sollten Sie aber noch andere Kriterien √ľberpr√ľfen. Die Kassen bieten zwar zu √ľber 90 Prozent dieselben Leistungen an bei der medizinischen Versorgung. Aber zu einem geringen Anteil k√∂nnen Sie attraktive Zusatzleistungen bieten, mit denen Sie nochmal Geld sparen k√∂nnen, beispielweise, wenn Reiseimpfungen bezahlt werden oder es mehr Zusch√ľsse zu Zahnersatz gibt.

Andere Zusatzleistungen k√∂nnen Ihnen auch eine bessere medizinische Versorgung gew√§hrleisten. Etwa, wenn zus√§tzliche Vorsorgeuntersuchungen angeboten werden f√ľr Kinder und Jugendliche oder in der Schwangerschaft. Manche Kassen bezuschussen auch alternative Heilmethoden mehr als andere oder haben ein gr√∂√üeres Serviceangebot parat. Es lohnt sich, die Leistungen zu vergleichen und auf den individuellen Gesundheitszustand abzustimmen. Unser Krankenkassen-Vergleich unterst√ľtzt Sie bei der Recherche.

Kassenwechsel: Das sind die Nachteile

Grunds√§tzlich sollten Versicherten keine Nachteile dadurch enstehten, dass sie die Kasse wechseln. Trotzdem lohnt es sich, bei einer laufenden Behandlung - etwa einer kieferorthop√§dischen Behandlung, einer Psychotherapie oder einer Zahnbehandlung - bei der neuen Kasse genau nachzufragen, ob die Kosten weiterhin problemlos √ľbernommen werden. Die neue Kasse hat n√§mlich die M√∂glichkeit, eine von der vorherigen Krankenkasse getroffene Entscheidung zu √ľberpr√ľfen und eine davon abweichende Entscheidung treffen. In der Praxis geschieht dies aber kaum, Leistungsentscheidungen werden meist anerkannt. L√§uft alles weiter wie gewohnt, ist es nicht falsch, sich dies von der neuen Krankenkasse schriftlich best√§tigen zu lassen.

Tipp: An manche Leistungen seiner Krankenkasse hat man sich vielleicht gew√∂hnt, ohne zu wissen, dass es eine freiwillige Zusatzleistung der Kasse ist. Es ist durchaus m√∂glich, dass die neue Kasse diese Leistung nicht mehr anbietet. Pr√ľfen Sie also vor einem Wechsel, ob Leistungen, die Ihnen besonders wichtig sind, dem gesetzlichen Leistungskatalog unterliegen oder freiwillige Zusatzleistungen sind.
 
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Annette Jäger mein Name ist Annette Jäger. Ich schreibe √ľber Gesundheit, Versicherungen und Soziales auf Ihrem Family-Portal geldsparen.de. Ich habe Neuere Geschichte studiert und bin seit 1993 als Journalistin t√§tig.

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