Anja Lang
Ein Beitrag von Anja Lang, 07.02.2011

Grippewelle Tipps gegen trockene Heizungsluft

Warme Heizungsluft enthĂ€lt nur wenig Feuchtigkeit. Trockene Luft ist aber nicht nur unangenehm, sie ist oftmals auch Ursache fĂŒr stĂ€ndig wiederkehrende Grippeerkrankungen und ErkĂ€ltungen. Was Sie dagegen tun können.
Heizung
Gerade in der kalten Jahreszeit halten sich die meisten von uns hauptsĂ€chlich in geschlossenen RĂ€umen auf und machen es sich, wann immer möglich, vor der bullernden Heizung oder dem Kamin gemĂŒtlich. Die WĂ€rme ist zwar wohltuend, die trockene Luft ist es aber keineswegs: Die Haut spannt, die Haare fliegen und vor allem die empfindlichen SchleimhĂ€ute der oberen Atemwege, wie Nase, Rachen und Bronchien trocknen aus. So können die FlimmerhĂ€rchen ihre natĂŒrliche Reinigungsfunktion nicht mehr richtig erfĂŒllen. Bakterien und Viren haben dann leichtes Spiel, vor allem auch, weil sie zusĂ€tzlich in der trockenen Luft leichter aufgewirbelt und damit auch leichter eingeatmet werden können.

40 bis 50 Prozent Luftfeuchtigkeit sollte die eingeatmete Luft optimalerweise enthalten. In ĂŒberheizten Wohnzimmern und BĂŒrorĂ€umen sinkt sie aber nicht selten auf unter 30 Prozent. Das muss aber nicht sein, denn es gibt eine Reihe an Möglichkeiten die Luftfeuchtigkeit effektiv zu erhöhen und seine SchleimhĂ€ute vor Austrocknung zu schĂŒtzen.

Die Feuchtigkeit in der Luft erhöhen

1. Richtig heizen

In vielen deutschen Wohnzimmern und BĂŒros ist es eigentlich zu warm. 22 bis 23 Grad sind keine Seltenheit. Vor allem bei ĂŒberwiegend sitzender TĂ€tigkeit empfinden viele Menschen sommerliche Temperaturen als angenehm. Dabei gelten Lufttemperaturen um die 18 Grad als optimal fĂŒr die Atemwege. Denn je weniger die winterliche Kaltluft erwĂ€rmt wird, desto mehr Feuchtigkeit enthĂ€lt sie noch. Deshalb sollte man möglichst den Heizungsregler nicht automatisch gleich auf Anschlag drehen, sondern mit Bedacht heizen und eher mal eine leichte Jacke oder ein Paar warme Socken ĂŒberziehen und sich ein wenig bewegen. Im Schlafzimmer darf es sogar noch etwas kĂŒhler sein. Hier gelten Temperaturen zwischen 16 und 18 Grad als Garanten fĂŒr guten Schlaf.

Ganz aufs Heizen sollte man aber auch nicht verzichten. Selbst in wenig benutzen RĂ€umen sollten die Temperaturen nicht dauerhaft unter 16 Grad Celsius fallen. Davor warnt auch Prof. Harald Morr, Vorsitzender der Deutschen Lungenstiftung und Direktor der Pneumologischen Klinik Waldhof Elgershausen in Greifenstein: „In ausgekĂŒhlten, schlecht belĂŒfteten Zimmern sammelt sich Feuchtigkeit, die zu Schimmelbildung fĂŒhren kann“. Schimmelsporen können das Asthma-Risiko um ein Vielfaches erhöhen, aber auch bei Gesunden erkĂ€ltungsĂ€hnliche Beschwerden verursachen, die SchleimhĂ€ute reizen und allergische Reaktionen auslösen.“

2. RegelmĂ€ĂŸig LĂŒften

Neben der richtigen Temperatur, trĂ€gt auch regelmĂ€ĂŸiges StoßlĂŒften zum gesunden Raumklima bei. Dazu sollten mehrmals tĂ€glich die Fenster oder TĂŒren fĂŒr fĂŒnf bis zehn Minuten komplett geöffnet werden – Kippen allein ist nicht ausreichend. So wird die verbrauchte Zimmerluft weitgehend durch frische Außenluft ersetzt. Das beugt Schimmelbildung vor und erhöht den Sauerstoff- und Feuchtigkeitsgehalt der Luft im Raum. Außerdem werden eventuell ausgehustete und ausgenieste Erreger wieder entfernt.

3. Luftbefeuchter und Co.

Auch mit Verdunstern und Luftbefeuchtern kann man trockener Raumluft entgegen wirken. Allerdings besteht hier die Gefahr, dass sich im stehenden Wasser der Befeuchter Keime bilden, die dann ebenfalls wieder zu Infektionen fĂŒhren können. Lungenexperte Morr rĂ€t deshalb von Luftbefeuchtern eher ab. Wer trotzdem nicht darauf verzichten möchte, sollte eher zu technischen GerĂ€ten greifen, die das Wasser auf ĂŒber 100 Grad erhitzen. Dabei werden vorhandene Keime weitestgehend abgetötet. Auch sollte man es mit dem Einsatz nicht ĂŒbertreiben, sonst kann der Schuß nach hinten losgehen. Bei mehr als 60 Prozent Luftfeuchtigkeit kann sich das ĂŒberflĂŒssige Wasser nĂ€mlich an den WĂ€nden absetzen und zur Bildung von Schimmelpilzen beitragen.

4. GrĂŒne Klimaanlage

Den Feuchtigkeitsgehalt der Luft kann man auch mit Hilfe von Zimmerpflanzen positiv beeinflussen. Besonders gut geeignet sind hierfĂŒr das Fensterblatt sowie das Zyper- und Papyrusgras. Beide Pflanzenarten können viel Wasser aufnehmen, das sie dann ĂŒber die BlattoberflĂ€che wieder verdunsten. ZusĂ€tzlich reinigen viele Pflanzen die Luft von Staub, aber auch von Giftstoffen. So filtern die Birkenfeige und die Zimmeraralie zum Beispiel innerhalb weniger Stunden bis zu 80 Prozent des Formaldehydgehalts aus der Luft. Bogenhanf bindet Zigarettenrauch und der beliebte Drachenbaum neutralisiert Benzol und Trichlorethylen.
 
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Seite 2: Die Feuchtigkeit der Schleimhäute direkt erhöhen

Leserkommentare

 

16.10.2012 15:05 Uhr
tenler:
Trockene Luft hat mit gesundheitlichen Problemen nichts zu tun. Diese Fehlinformation wird schon seit Jahrzehnten verbreitet. Das Problem für die Schleimhäute stellt die aufgewirbelte Luft dar, mit welcher die kleinen Staubpartikel in den Räumen verteilt werden. Durch die vorhandenen fehlkonstruierten Heizkörper (Konvektion) wird diese aufgewirbelt und verteilt. Die relative Feuchte kalter Winterluft beträgt oftmals weniger als 20%, indem man sich wohlfühlt. Solange keine vernünftige Strahlungsheizung eingebaut wird, kann man zur Linderung regelmäßig die Fenster öffnen bzw entsprechende Staubfilter in Betrieb nehmen.


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