Anja Lang
Ein Beitrag von Anja Lang, 25.06.2015

Grillunfall So verhalten Sie sich im Ernstfall richtig

Wenn es zum Grillunfall kommt, sind oft schwere Verbrennungen die Folge. Die wichtigsten Erste-Hilfe-Tipps für den Ernstfall.
Grillunfall So verhalten Sie sich im Ernstfall richtig

Wer einen Grill anzündet, sollte nur feste Grillanzünder verwenden oder Brennpasten - kein Benzin oder Spiritus

Was gibt es Schöneres, als an lauen Sommerabenden gemütlich zu grillen. Über 80 Prozent der Deutschen lieben es Würstchen und Co. über offener Flamme zu rösten und diese dann in geselliger Runde zu genießen. Doch was idyllisch anfängt, kann schrecklich enden: Rund 4.000 Grillunfälle zählt die Deutsche Gesellschaft für Verbrennungsmedizin Jahr für Jahr in Deutschland. Häufigste Ursache dafür sind flüssige Brandbeschleuniger, wie Benzin und Spiritus, die zum schnelleren Anheizen, einfach auf die heißen Kohlen gegossen werden. Dabei können schlagartig meterhohe Stichflammen entstehen, die nicht nur die Person am Grill schwer verletzen, sondern auch auf vorbeikommende Partygäste und in der Nähe spielende Kinder übergreifen können.
Erste-Hilfe-Tipp Grillunfall 1: Sofort Notarzt alarmieren

Gerade bei Stichflammen oder auch Explosionen sind, laut Deutschem Feuerwehrverband (DFV), schwere und großflächige Verbrennungen die Folge. Sie können lebensbedrohlich sein. Eine zusätzliche Gefahr sind ebenfalls plötzlich entstehende heiße Gase. Werden sie eingeatmet, kann es zu massiven Verbrennungen der Atemwege kommen. Beim sogenannten Inhalationstrauma, können, laut DFV, die Schleimhäute so rasch anschwellen, dass Erstickung droht. Deshalb sollten Sie hier sofort den Notruf 112 wählen, damit ein Notarzt möglichst schnell lebensrettende Maßnahmen einleiten kann.

Erste-Hilfe-Tipp Grillunfall 2: Verletzte aus vom Brandherd schaffen

Betroffene Personen sollten sich schnell aus dem Gefahrenbereich bringen und den Brandherd mit Sand oder Wasser zu löschen. Dabei passiert es häufig, dass brennende Personen in Panik wegrennen, weil sie reflexartig vor dem Feuer "davonlaufen" möchten. Hier appelliert der DFV, die weglaufenden Personen unbedingt aufzuhalten und dazu notfalls sogar Stürze zu provozieren. Denn durch den Luftzug beim Laufen werden zusätzliche Flammen entfacht, die wiederum noch schwerere Verbrennungen nach sich ziehen.

Erste-Hilfe-Tipp Grillunfall 3: Nie mit Synthetikfasern "löschen"

Je größer die Hitze ist und umso länger sie auf den Körper einwirkt, desto schlimmer sind die Schäden an der Haut. Brände am Körper müssen deshalb so schnell wie möglich gelöscht werden. Brennende Kleidung können Sie z.B. mit Wasser löschen. Dabei ist erstmal egal, wie sauber das Wasser ist. Nehmen Sie einfach, was schnell verfügbar ist, das kann z.B. auch Wasser aus der Regentonne oder dem Kinderpool sein. Sie können die Flammen auch mit einer Wolldecke ersticken. Dabei dürfen sie, laut DFV, allerdings niemals Decken mit Synthetikfasern zu verwenden. Sie machen alles nur noch schlimmer, da die Fasern in die Haut einbrennen können. Sollte Sie einen Feuerlöscher zur Hand sein, können Sie auch diesen einsetzen. Der DFV empfiehlt dabei, vom Kopf abwärts mit kurzen Löschstößen nach unten zu zielen und niemals ins Gesicht spritzen. Notfalls können Sie die brennende Person auch vorsichtig am Boden wälzen. Hier besteht allerdings die Gefahr, dass Kleidung auf die Haut gedrückt wird und dort festbrennt. Deshalb sind andere Löschmöglichkeiten dieser Methode immer vorzuziehen. Da verbrannte Kleidung Wärme speichert und so, laut DFV, die Haut noch weiter schädigt, ist es wichtig diese – solange sie nicht mit der Haut verklebt ist – rasch zu entfernen.

Erste-Hilfe-Tipp Grillunfall 4: Große Brandwunden nicht kühlen!

Die allseits bekannte Empfehlung zum Kühlen von Brandwunden, gilt übrigens nur zur Schmerzlinderung von kleinen Wunden, die kleiner als die Handinnenfläche sind, erklärt DRK-Bundesarzt Prof. Dr. Peter Sefrin. Großflächige Verletzungen sollten dagegen möglichst gar nicht mit Wasser gekühlt werden, da es dadurch zu gefährlichen Unterkühlungen kommen könne. Besser sei es, solche Wunden mit einem (Brandwunden)-Verbandtuch aus dem Verbandkasten des Autos abzudecken und den Verletzten mit der Rettungsdecke zuzudecken, um eine Auskühlung zu verhindern. Ganz wichtig: Niemals Hausmittel, wie Butter, Mehl oder Salben auf die Wunden auftragen. Sie machen alles nur noch schlimmer.

Erste-Hilfe-Tipp Grillunfall 5: Für Sicherheit sorgen

Damit der gemütliche Grillabend kein schlimmes Ende findet, können Sie selbst einiges tun: Verwenden Sie zum Anzünden der Kohle nur feste Grillanzünder oder Brennpasten. Hüten Sie sich davor flüssige Brandbeschleuniger, wie Benzin und Spiritus auf bereits heiße Kohlen zu schütten. Sorgen Sie dafür, dass der Grill sicher steht. Außerdem sollten Sie darauf achten, dass Kinder, tobende Hunde und auch alkoholisierte Personen immer genügend Abstand zum Grill haben. Empfehlenswert ist übrigens auch stets einen Eimer mit Löschwasser neben dem Grill stehen zu haben. Dann kann dem gemütlichen Barbecue eigentlich nichts mehr im Weg stehen.
Geldsparen-Tipp: Klassische Freizeitunfälle, wie etwa ein Grillunfall, Stürze beim Mountainbiken oder Klettern sowie Badeunfälle, Unfälle beim Surfen, Segeln oder Rafting, sind leider nicht über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert. Finanzielle Risiken, die durch krankheitsbedingte Ausfälle, Berufsunfähigkeit, Behinderung oder gar Tod entstehen, sollten Sie deshalb möglichst privat absichern.

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