Anja Lang
Ein Beitrag von Anja Lang, 06.11.2012 (Aktualisiert 03.07.2013)

Darmkrebs Diese Vorsorgen zahlt die Kasse

Darmkrebs ist in Deutschland die zweith√§ufigste Krebskrankheit. √úber 70.000 Menschen erkranken j√§hrlich daran - etwa 30.000 sterben! Das m√ľsste nicht sein, denn Darmkrebs¬†ist¬†in neun von zehn F√§llen vermeidbar. Welche kostenlosen Vorsorgeprogramme die gesetzlichen Krankenkassen anbieten.
Darmkrebs:Diese Vorsorgen zahlt die Kasse

Mit dem richtigen Vorsorgeprogramm lässt sich Darmkrebs vermeiden

Bis sich aus harmlosen Darmpolypen eine b√∂sartige Geschwulst entwickelt, k√∂nnen viele Jahre vergehen. Jahre in denen man absolut beschwerdefrei lebt und nichts von der tickenden Zeitbombe im Unterleib sp√ľrt. Treten Beschwerden auf, hat sich in der Regel bereits ein Tumor gebildet. Darmkrebs ist damit keine Sache des Bauchgef√ľhls, sondern oftmals die Folge mangelnder Vorsorge. Die Wahrscheinlichkeit an Darmkrebs zu erkranken steigt ab dem 50. Lebensjahr deutlich an.

Die gesetzlichen Kassen bieten deshalb ab diesem Zeitpunkt im Rahmen der Fr√ľherkennung eine Reihe an kostenlosen Vorsorgema√ünahmen an:

  • Tastuntersuchung: Ab dem 50. Lebensjahr hat jeder gesetzlich Versicherte Anspruch auf eine manuelle Untersuchung des Mastdarms. Sie kann vom Hausarzt und bei Frauen auch vom Gyn√§kologen durchgef√ľhrt werden. Dabei f√ľhrt der Arzt einen handschuhgesch√ľtzten Finger in den After ein und tastet den Mastdarm auf auff√§llige Strukturen hin ab. Etwa zehn Prozent aller Darmkrebs-Erkrankungen lassen sich so entdecken, da viele Tumore in der N√§he des Darmausgangs sitzen.
     
  • H√§moculttest: Ebenfalls ab dem 50. bis zum 55. Lebensjahr sollte j√§hrlich ein Test auf verborgenes (occultes) Blut durchf√ľhrt werden. Tatsache ist, dass Polypen und Karzinome √∂fter bluten, als gesunde Darmschleimhaut. Durch einen H√§moculttest k√∂nnen auch kleinste Blutmengen, die f√ľr das blo√üe Auge nicht sichtbar sind, nachgewiesen werden. Auf einen Teststreifen werden dazu mehrere unterschiedliche Stuhlproben aufgebracht. Ist Blut enthalten, f√§rbt sich der Streifen ein. Dieser Test ist relativ einfach durchzuf√ľhren.

    Nachteilig ist, dass der Test nicht besonders aussagekr√§ftig ist: Dickdarmkrebs kann bluten, muss aber nicht. Ein negativer Blutnachweis schlie√üt eine Krebserkrankung somit nicht zweifelsfrei aus. Andersherum kann Blut im Stuhl auch andere Ursachen haben. So k√∂nnen bestimmte Nahrungsmittel (z.B. halbrohes Fleisch), H√§morrhoiden oder auch Medikamente zu einem falsch-positivem Testergebnis f√ľhren.
     
  • Darmspiegelung (Koloskopie): Eine sichere Diagnosem√∂glichkeit bietet die Darmspiegelung. Sie wird ab dem 55. Geburtstag als Kassenleistung angeboten und kann nur von dazu speziell ausgebildeten √Ąrzten durchgef√ľhrt werden. Dabei wird ein Koloskop – das ist ein beweglicher Schlauch, an dessen Spitze eine Kamera angebracht ist – in den After eingef√ľhrt. Zentimeter f√ľr Zentimeter wird anschlie√üend der Darm nach Schleimhautver√§nderungen, sogenannten Polypen, abgesucht. Sie gelten als Vorstufe zum Krebs. Man wei√ü, dass sich aus Ihnen sp√§ter Karzinome entwickeln k√∂nnen. Wird ein Polyp entdeckt, kann dieser sofort mithilfe von Zusatzinstrumenten entfernt werden.

    Die Untersuchung wird ambulant durchgef√ľhrt. In sehr seltenen F√§llen kann es zu Komplikationen kommen, z.B. indem die Darmwand verletzt oder durchstochen wird. Patienten empfinden den Eingriff h√§ufig als wenig angenehm, teilweise als sogar als schmerzhaft. Auf Wunsch besteht deshalb die M√∂glichkeit einer Kurznarkose oder der Gabe eines Beruhigungsmittels. Bringt der Eingriff keinen positiven Befund, ist erst wieder nach zehn Jahren eine weitere Darmspiegelung n√∂tig.

    Wer keine Koloskopie vornehmen lassen m√∂chte, kann weiterhin alle zwei Jahre den H√§moculttest durchf√ľhren und zus√§tzlich eine Tastuntersuchung vornehmen lassen.
     
  • Virtuelle Koloskopie (keine Kassenleistung): Eine M√∂glichkeit den Darm ohne Eingriff abzubilden, bietet die virtuelle Koloskopie. Dabei wird erst ein Kontrastmittel geschluckt und anschlie√üend der Darm per Computertomografie (CT) oder Magenetresonanztomografie (MRT) in Schichtaufnahmen dargestellt. F√ľr den Patienten ist dieses Verfahren weniger unangenehm, da kein Eingriff vorgenommen werden muss. Nachteil ist, dass kleinere und flache Polypen √ľbersehen werden k√∂nnen. Werden verd√§chtige Strukturen entdeckt, muss anschlie√üend trotzdem wieder eine konventionelle Darmspiegelung durchgef√ľhrt werden. Die virtuelle Koloskopie ist keine Kassenleistung. Sie muss selbst bezahlt werden und kostet etwa 800 Euro. Private Kassen leisten mitunter auf Anfrage.

Liebe Leserinnen und Leser,

Anja Lang mein Name ist Anja Lang. Ich bin Expertin f√ľr Mobilit√§t, Gesundheit und Vorsorge auf Ihrem Family-Portal. Hier beantworte ich s√§mtliche Fragen rund um die Themen Zuzahlung, Gesundheitsvorsorge, aber auch Autokosten.

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Leserkommentare

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26.02.2011 20:18 Uhr
Mannebach: Füllt das Portmonnaie von Ärzten und Pharmaindustrie!
Als jemand, der die Krebsmühle schon vor 20 Jahren erleben musste u. sie dank alternativer Heilkunst auch überlebt hat, kann über diese typischen Ratschläge nur lachen. Wenn ich mich darauf verlassen hätte, könnte ich schon mehr als 10 Jahre nicht mehr lachen! Statt dessen habe ich seitdem schon keinen mehr gesehen u. es wird schwer für diese Spezies, mir noch einen Euro zu entlocken! Wer zu faul dazu ist, sich selbst ver- nünftig weiterzubilden, wird mit der Abgabe der Eigenverantwortung auf die Dauer noch ganz schön zu leiden haben - erst recht, wer glaubt mit der gängigen Ernährungsweise diesem Schicksal zu entrinnen. Auch wer wie Ihre Zunicker glaubt, mit Ihren Vorschlägen auf der sicheren Seite zu sein, wird eines Tages feststellen müssen, dass man sich seiner Verantwortung für sich selbst nicht auf diese Weise entledigen kann, doch dann ist es für eine Umkehr viel zu spät, weil diese Heilweise eine noch frühere Erkennt- nis u. eine völlig andere Lebensweise erfordert u. sehr langsam vonstatten geht. Die "schnelle" Heilung auf Dauer gibt es nicht.

27.08.2009 22:37 Uhr
Ulrich Wildt:
Prägnant dargestellt, sehr gut, danke.

22.08.2009 19:07 Uhr
Julianna Daubmeier: Koloskopie
Ihre Artikel finde ich immer sehr informativ u. gut verständlich.Freue mich immer auf etwas Neues. Denn ich bin eine Kräuter-Hexe u. glaube sonst nicht alles.

16.08.2009 12:46 Uhr
Rüdiger Hölzen:
Sehr hilfreich, danke!


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