Anja Lang
Ein Beitrag von Anja Lang, 28.11.2011

Darmkrebs Videokapsel jetzt Kassenleistung

Darmkrebs zählt zu den häufigsten Krebsarten überhaupt. Jedes Jahr erkranken in Deutschland mehr als 70.000 Menschen daran. Rund 26.000 sterben. Eine Darmspiegelung ist noch immer die verlässlichste Methode zur Früherkennung. Doch inzwischen wird auch die sogenannte Kapselendoskopie – eine völlig schmerzfeie Diagnosetechnik – von den Krankenkassen bezahlt. Wie sie funktioniert und in welchen Fällen sie besonders sinnvoll ist.
Darmkrebs Videokapsel Behandlung Arzt
Sie wiegt nur wenige Gramm, hat die Größe einer dicken Vitaminpille und liefert gestochen scharfe Bilder vom Inneren des Darms. Die Rede ist von der Pillcam Colon, einer Videokapsel, die bei der sogenannten Kapselendoskopie eingesetzt wird. Die Methode ist nicht neu und wird schon seit 2001 praktiziert, aber erst seit kurzem wird sie in Deutschland auch von den Krankenkassen bezahlt.

Wie läuft eine Kapselendoskopie ab?

Die Kapselendoskopie ist ein ambulantes Verfahren. Nach einer Darmreinigung durch ein abführendes Mittel am Vortag, muss der Patient nüchtern in der Praxis erscheinen. Dort bekommt er die winzige Videokapsel, die mit Batterien, ein bis zwei Kameras, einer Lichtquelle und einem Sender ausgestattet ist, mit einem Glas Wasser zu schlucken. Gleichzeitig wird ein Rekorder am Gürtel angebracht, der die Daten aufzeichnet. Der Patient kann die Praxis nun wieder verlassen und sich frei bewegen, auch arbeiten, wenn er möchte.

Hat die Kapsel den Magen passiert, wandert sie mit der Flüssigkeit durch den gesamten Darm. Dort macht die Kamera über sechs Stunden lang zwei Bilder pro Sekunde, die vom Rekorder aufgezeichnet werden. Insgesamt werden dabei über 50.000 Fotos geliefert. Danach verlässt die Kapsel den Körper wieder auf natürlichem Wege. Sie wird nur einmal verwendet und hat danach ausgedient. Der Patient bringt den Rekorder anschließend wieder in die Praxis zurück, wo die Daten dann vom Arzt gesichtet und ausgewertet werden.

Kosten der Kapselendoskopie

Eine Kapselendoskopie ist relativ teuer und kostet rund 1.300 Euro. Allein die Kapsel schlägt schon mit 600 Euro zu Buche. Bislang wurden diese Kosten nur von den privaten Kassen übernommen. Gesetzlich Versicherte mussten diese Behandlung in der Regel selbst bezahlen. Das hat sich nun geändert.

Wann die Kasse leistet

Diagnostiziert der Arzt „unklare Blutungen im Magen-Darm-Trakt“, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen diese innovative Diagnosemethode jetzt in der Regel ohne weiteren Antrag. Das gilt bislang allerdings nur für die Abklärung von Beschwerden im Dünndarmbereich. Denn gerade der bis zu sieben Meter lange Dünndarm ließ sich bislang nur schwer untersuchen. Nur der Anfang und das Ende konnten über den Magen bzw. den Dickdarm, im Rahmen einer Spiegelung, mit einer Sonde eingesehen werden. Zu eng sind die Windungen und zu lang ist der Dünndarm insgesamt. So blieb als Diagnoseverfahren per Kasse nur noch das Röntgen bzw. die Computertomographie, die beide nur ungenaue Auskünfte lieferten.
 

Liebe Leserinnen und Leser,

Anja Lang mein Name ist Anja Lang. Ich bin Expertin für Mobilität, Gesundheit und Vorsorge auf Ihrem Family-Portal. Hier beantworte ich sämtliche Fragen rund um die Themen Zuzahlung, Gesundheitsvorsorge, aber auch Autokosten.

Suchen Sie ein bestimmtes Thema?

Artikel Suchen

Oder schreiben Sie mir einfach, wenn Sie eine Frage haben.

Mail

Ich freue mich auf eine Mail von Ihnen

» Autoren von geldsparen.de

Darmkrebs Seite 1/2 »

Seite 1: Videokapsel jetzt Kassenleistung
Seite 2: Kapsel gegen Sonde

Leserkommentare

 

16.12.2011 00:10 Uhr
Gast123: Darmspiegelung
@ Henning: Sediert spürt man zwar nicht, aber nicht jeder verträgt das, mein Körper kommt mit der Sedierung nur schlecht zurecht. Davon abgesehen, selbst wenn man sediert ist, muss man den Drm ja vorher frei kriegen und diese 4 Liter von dem Abführzeug, das man da saufen muss, ich krieg schon bei der kleinsten Menge das Würgen, die 4 liter sind ein Kampf, die Abstände zwischen den untersuchungen sind lang genug, dass sich in der Zeit ein nicht mehr heilbarer Krebs entwickelt, viele Darmkrebsarten wachsen verteufelt schnell...wenn ich sowieso Krebs kriege, dann brauch ich mich vorher nicht auch noch durch die Untersuchung quälen. Ich weiß, dass man das abführzeug auch spritzen kann, aber das zahlen die Kassen nicht.

06.12.2011 12:40 Uhr
Henning: Darmspiegelung
ich verstehe nicht, warum immer noch von der geringen Akzeptanz bei der Koloskopie gesprochen wird. Sie wird mittlerweile schmerzfrei durchgeführt, mittels einer kurzen Sedierung. Ich habe bislang keine Probleme oder Ängste gehabt, ich lasse mich auf Empfehlung meines Arztes regelmäßig in der Vorsorge koloskopieren.

04.12.2011 10:27 Uhr
Kritiker: Kapsel gegen Sonde
Wenn man schon weiß, dass die konventionelle Koloskopie so wenig angenommen wird, warum bezahlen nicht auch die gesetzlichen Krankenkassen ohne Wenn und Aber auch bei Dickdarmuntersuchungen die Kapselendoskopie? Es geht immer nur ums Geld, gerade auch im Geundheitswesen und dies wird sich gerade auch unter der FDP-Führung in diesem Ressort nicht ändern! Unter der FDP haben Privatversicherte und IGEL-Leistungen Vorrang.


Kommentar schreiben

Name*

Email*

Überschrift*

Kommentar

Ziffernfolge
hier eingeben:
neu laden


*Pflichtfelder

 

Foto: Colourbox.de ID:3066

Der Geldsparen-Newsletter

Schon abonniert?

Unser Newsletter versorgt Sie regelmäßig mit aktuellen Themen zu:

Geld
Geld
  Gesundheit
Vorsorge
Wohnen
Wohnen
  Beruf
Beruf/Ausbildung
Internet & Telefon
Internet & Telefon
  Unterwegs
Unterwegs

Anrede

Vorname

Nachname

eMail*

Newsletter (wöchentlich)

Spartipp des Tages (täglich)

Ich erkläre mich mit der Nutzung meiner Daten
    laut Nutzungsbedingungen einverstanden.

 

*Pflichtfelder

 
Bereich: Vorsorge Pagename: darmkrebs-videokapsel-jetzt-kassenleistung(3066)