Von Christian Haas, 13.05.2013

Italienische Adria Großes Comeback von Rimini und Co.

Einfach nur relaxen – wo kann man es besser umsetzen als an den Sränden der italienischen Adria. Für Familien locken noch schmucke Städtchen und nette Hotels.
Italienische Adria Großes Comeback von Rimini und Co.

Der Arco di Augusto in Rimini

Reiseziele erleiden mitunter dasselbe Schicksal wie Miniröcke oder Schlaghosen: Eine Weile sind sie der absolute Renner, dann kommen sie aus der Mode, um dann einige Jahre oder Jahrzehnte später ihre Auferstehung zu feiern.

So erging es auch der italienischen Adriaküste, zumindest was ihre auswärtigen Besucher betrifft, insbesondere die deutschsprachigen. Selbst wenn die Aspekte langer Sandstrand, quirliges Tag- und Nachtleben und hohe touristische Infrastruktur weiterhin Bedeutung haben: Der oft als Teutonengrill geschmähte Küstenabschnitt zwischen Triest und Ancona hat eine Wandlung erfahren. Denn wer bei Jesolo, Riccione oder Bibione lediglich an endlose Sandstrände und akkurate Liegestuhlreihen denkt, hat zwar nicht ganz Unrecht, aber eben nicht das komplette Bild vor Augen.

Insbesondere die historischen Städte, Abteien und Seebäder machen deutlich, dass es ein Leben jenseits des Strandes gibt. Immer mehr Urlauber werden auf die kulturellen und landschaftlichen Aspekte der Region aufmerksam. Chioggia, Ravenna, Urbino oder Treviso, die Stadt der Modemarken, können in puncto Besucherzahlen Venedig zwar lange nicht das Wasser reichen, aber touristischen Aufschwung erleben diese Orte allemal. Und so lassen sich zwei wichtige Bedürfnisse zahlreicher Familien vereinen: Strandspaß inklusive Flipperhalle und Pizza satt und Kulturerlebnisse oberster Güte.

Die Anreise

Mal abgesehen von der autofreien Lagunenstadt Venedig, in denen alles zu Fuß oder mit Booten bzw. Gondeln erreicht werden kann, ist die italienische Nordadriaküste dank ihres großteils flachen Küstenverlaufs und guter verkehrstechnischer Erschlossenheit ein Traum für Autofahrer. Vergleichsweise rasch von Deutschland zu erreichen, überwiegend flache Strecken ohne Bergpassagen, gute Straßenverbindungen, genügend Mietwagen-Verleihstationen, nationaler Führerschein ausreichend – einziger Wermutstropfen stellen die Mautgebühren für die Autobahn dar. Die spart man sich, wenn man mit dem Zug anreist (der Nachtzug nach Venedig ist preislich sehr attraktiv, vor allem für Familien, da diese kaum Gebühren zahlen). Oder mit dem Flieger. Venedig, Rimini, Ancona, Triest und Forli bei Ravenna werden mittlerweile auch von Billig-Airlines angeflogen.

Die Unterkünfte

In der Oberen Adria gibt es eine Vielzahl an Campingplätzen, Bungalows, Ferienappartements und Familienhotels. Die Schwierigkeit dürfte weniger sein, die passende Unterkunft in puncto Größe, Ausstattung und Preis zu finden als in puncto ruhigere Lage. Wer mittendrin im Gewimmel absteigen will – oder auch bei vollen Campingplätzen keine Beklemmungen bekommt, sondern das Positive abgewinnen kann – kann aus dem Vollen schöpfen. Wer empfindlich auf Menschenmassen und Gewusel reagiert, sollte sein Domizil im Hinterland suchen. Oder zumindest den Juli und August an der Küste meiden.

Die Betreuung

Viele deutsche Besucher – das bedeutet auch viele Italiener, die Deutsch sprechen. Zumindest in den Hotels und Restaurants findet man immer jemanden mit deutschen Sprachkenntnissen, auch bei der Kinderbetreuung. Auf Campingplätzen regeln die Bespaßung die Kinder zwischen Spielplatz, Pool und Meer ohnehin oft selbst. Da ist dann die beste Betreuung ohnehin die, dass Kiosk, Spielautomatenraum und Volleyballplatz möglichst lange geöffnet haben. Und das haben sie in der Regel mindestens bis 21 Uhr.

Der Preis

Italien steckt in der Wirtschaftskrise. Das bekommen Urlauber auf verschiedene Arten zu spüren. So kann vielleicht manch Einheimischer seine schlechte Grundstimmung nur schwer verbergen. Ein positiver Aspekt ist, dass Touristen in Restaurants, Shops oder bei der Unterkunft verstärkt in den Genuss günstigerer Preise und attraktiver Rabatte kommen. Sinkende Nachfrage und steigender Druck, überhaupt etwas einzunehmen, sorgen mitunter für vergleichsweise günstigere Preise. Doch ganz pauschal kann man nicht von einer Vergünstigung reden. Das wiederum hängt auch mit der Krise zusammen: Viele Italiener sparen sich die teure Reise ins Ausland und verbringen die Ferien lieber in der Heimat. Insbesondere rund um Ferragosto, den 15. August, ist ganz Italien in Urlaubsstimmung und dann wiederum sind Spitzenpreise die Regel.


Drei Ferienorte im Kurztest

Rimini

Familien-Angebote:
Italia in miniatura, Fiabilandia-Park, Beach Village mit Wasserrutschen, Delphinshow und Erlebnisbäder in Riccione

Strände:
20 km Sandstrand

Hotelempfehlungen:
3 Sterne „Liverpool Rivazzurra“; Nicht nur der hoteleigene Strand ist gratis zu benutzen, sondern auch mehrere Stunden tägliche (Kinder-)Animation;
4 Sterne „Adlon“; nicht so luxuriös wie der deutsche Namenswetter, aber tolles Familien-Komforthotel am Strand von Riccione;

Fazit:
War Rimini noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein verträumter Badeort, so hat es sich seitdem zum größten Touristenzentrum an der Adria entwickelt. Hotelburgen, schrille Discos, lärmumtoste Straßencafés und Pizzerias locken die Touristen ebenso wie Sonne, Strand und Meer. Im nahen Riccione warten zudem jede Menge Spaßattraktionen.
Lido di Jesolo

Familien-Angebote:
Aqualandia, Gummihüpfburgen, Gokart-Bahn, Sea Life, Tropicarium Park, 9 km lange Strandpromenade

Strände:
kilometerlanger Sandstrand mit blauer Flagge

Hotelempfehlungen:
3-Sterne „Bristol“; Blaupause für ein typisches Jesolo-Hotel: direkt am Sandstrand, mit Pools, Kinderanimation und alles zu erschwinglichen Preisen;
4-Sterne „Gallia“; sehr elegantes Haus mit schattigem Piniengarten im ohnehin ruhigeren Osten des Ortes;

Fazit:
Der schmale Festlandstreifen östlich von Venedig (Ausflugstipp!) ist einer der bekanntesten Lidi Italiens – und mit rund 400 Hotels und Spaßangeboten aller Art ein Badeort der Superlative. Andererseits sind die Erzählungen übervoller Strände auch Vergangenheit – die Zahl der Urlauber ist auf ein verträgliches Maß gesunken.
Grado

Familien-Angebote:
Wasserski, Windsurfen, Minigolf, Bootsausflüge zu den Lagunen und zur Isola di Barbana

Strände:
zahlreiche Sandstrände, u.a. die zentrumsnahe Costa Azzurra, alle mit blauer Flagge

Hotelempfehlungen:

3-Sterne „Marea“; kleines nettes Hotel am Uferdamm mit kleinen netten Balkonen;
4-Sterne „Zuberti“; viele Spiele, Toberäume, Bio-Essen, helle Architektur – das Hotel erfüllt alles, was Kinder (und Eltern) sich wünschen; www.hotelzuberti.it

Fazit:
Das Lagunenstädtchen mit seinen verwinkelten, mittelalterlichen Kern voller guter Fischrestaurants liegt beinahe wie eine Insel am Ende einer langgestreckten Landzunge. Die drei Haupttrümpfe von Grado lauten: herrliche Sandstrände, bezaubernde k.-u.-k.-Villen und ein beliebter Yachthafen.

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Christian Haas mein Name ist Christian Haas. Ich bin diplomierter Geograph und schreibe auf geldsparen.de über die Themen Reise und Mobilität. Von meiner mehr als zehnjährigen Erfahrung in der Welt des Reisens profitieren auch Sie.

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