Anja Lang
Ein Beitrag von Anja Lang, 25.01.2012 (Aktualisiert 17.07.2013)

Alternative Antriebe Gas geben ohne Benzin

Der Besuch an der Zapfsäule hinterlässt empfindliche Lücken im Familiengeldbeutel. Wieviel man mit Autogas und Erdgas gegenüber Benzin sparen kann.
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Gas - das künftige Antriebskonzept?

Ottomotoren können – nach einer Anpassung – statt mit Benzin grundsätzlich auch mit Erdgas und Autogas fahren. Sie verbrennen sauberer als ihr mineralischer Bruder und kosten, dank dem bis 2018 reduzierten Mineralölsteuersatz, deutlich weniger an der Zapfsäule. Das spart Geld beim Tanken.

Allerdings kommen bei der Anschaffung bzw. Umrüstung wieder Kosten dazu: Um mit Erdgas oder Autogas fahren zu können, muss der Motor entsprechend vorgerüstet sein. Das kostet Aufpreis. Je nach Modell müssen dafür etwa zwischen 1.500 und 4.000 Euro mehr hingelegt werden.

Was kostet das Nachrüsten eines Fahrzeugs?

Gebrauchtfahrzeuge mit Otto-Motor können auch entsprechend nachgerüstet werden. Dazu wird ein zweiter Tank, meist in der Reserverad-Mulde, angebracht. Das Auto fährt dann bivalent – kann also wahlweise mit Benzin oder Gas betrieben werden. Die Kosten dafür sind für eine Umrüstung auf Autogas relativ erschwinglich und liegen im günstigsten Fall bei weniger als 2.000 Euro.

Der nachträgliche Einbau eines Erdgastanks ist dagegen teuerer. Hier müssen – je nach Modell – zwischen 3.000 Euro und 5.500 Euro hingeblättert werden. Das liegt an der unterschiedlichen Zusammensetzung und dem Verhalten der beiden Gase. Erdgas und Autogas unterscheiden sich in diversen Punkten. Die Technik in Erdgas- und Autogas-Fahrzeugen ist deshalb auch eine andere.

Gut zu wissen: Unterschied zwischen Erdgas und Autogas

Erdgas gehört wie Erdöl und Kohle zu den brennbaren organischen Rohstoffen. Es besteht zum überwiegenden Teil aus Methan. Die gebräuchlichste Form ist CNG (Compressed Natural Gas), das unter enorm hohem Druck gelagert wird: 200 bar – das sind etwa hundertmal soviel, wie in einem Autoreifen. Leitungen und Tanks für Erdgas müssen daher besonders stabil sein: Das führt logischerweise zu höheren Umrüstkosten. Zudem benötigt der größere und schwerere Tank mehr Kofferraumvolumen. Übrigens: Gasfahrzeuge sind genauso sicher wie Benziner oder Diesel. Dies haben ADAC–Crash- und Brandtests ergeben.


Autogas ist ein verflüssigtes Gemisch aus Propan und Butan und benötigt deutlich weniger Druck, nämlich nur etwa acht bar – viermal soviel, wie in einem Autoreifen. Camper kennen es vom Kochen mit dem Camping-Kocher. Beim CO2-Ausstoß spart Autogas gegenüber Benzin etwa zehn Prozent ein. Erdgas schafft sogar doppelt soviel, nämlich etwa 20 Prozent. Damit ist Erdgas umweltfreundlicher als Autogas.

Insgesamt rund 6.000 Tankstellen bieten bundesweit Autogas an. Erdgas kann man dagegen nur an etwas 900 Tankstellen zapfen. Nichts also für Fahrer in Gebieten mit schlechter Erdgasversorgung.
 

Womit lässt sich am meisten sparen?

Ein Kilo Erdgas kostet zurzeit etwa einen Euro und entspricht etwa 1,5 Litern Benzin. Umgerechnet kostet somit ein Liter Erdgas 67,9 Cent. Ein Liter Superbenzin kostet aktuell rund 1,50 Cent. Verbraucht der bisherige Wagen auf 100 Kilometern sieben Liter Superbenzin, ergibt sich bei der Umstellung auf Erdgas eine Ersparnis von 574,70 Euro auf 10.000 Kilometern. Damit erreicht man eine Ersparnis von deutlich mehr als der Hälfte der Kraftstoffkosten. Die Umrüstung amortisiert sich damit im günstigsten Fall (3.000 Euro) nach etwa 50.000 bis 60.000 Kilometern.
 

Autogas ist an den Tankstellen aktuell für ca. 80 Cent pro Liter zu haben. Aufgrund der geringeren Dichte erhöht sich jedoch der Verbrauch gegenüber Benzin um ca. 25 Prozent. Verbraucht der bisherige Wagen also sieben Liter Superbenzin pro 100 Kilometer, sind es bei Autogas 8,75 Liter. Beim aktuellen Benzinpreis von rund 1,65 Cent, ergibt sich somit eine Ersparnis von 455 Euro pro 10.000 Kilometern und damit rund 55 Prozent weniger Kraftstoffkosten. Da aber die Umrüstung wesentlich günstiger ist, amortisiert sich die Investition im günstigsten Fall (2.000 Euro) bereits nach etwa 40.000 bis 50.000 Kilometern Fahrleistung.

Für wen lohnt sich der Umbau?

Ein Umbau lohnt sich also vor allem für Vielfahrer und Autos mit hohem Benzinverbrauch. Aber Achtung: Nach einer Nachrüstung durch Dritte erlischt die Werksgarantie. Darauf weist der Autoexperte Arnulf Thiemel vom ADAC hin. Deshalb sollte möglichst eine Garantieversicherung auf die Werkstattleistung abgeschlossen werden. Überhaupt sollte man sich insgesamt vorher gut überlegen, ob sich die Umrüstung tatsächlich lohnt. "Das Auto sollte noch relativ jung und in einem guten Zustand sein," rät Thiemel, "wir haben immer wieder Anfragen von Haltern mit Fahrzeugen, die bereits an die 100.000 Kilometer auf dem Buckel haben. Hier bleibt fraglich, ob die Investitionskosten jemals eingefahren werden können."

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kauft sich ein Fahrzeug, das werkseitig mit Gasantrieb ausgerüstet wurde. Hier dominieren eindeutig die Ergasfahrzeuge. Fast jeder Autohersteller in Deutschland hat inzwischen ein Fahrzeug mit Erdgasantrieb am Start.
Alles in allem sind Gasfahrzeuge also eine echte Alternative zu Dieseln und Benzinern. Neuwagenkäufer haben bei Erdgas-Fahrzeugen die größere Modellauswahl. Der etwas höhere Anschaffungspreis ist niedriger als eine Umrüstung und es besteht volle Werksgarantie. Zudem ist Erdgas umweltfreundlicher als Autogas. Allerdings ist das Tankstellennetz noch etwas dünn. Wer daran denkt, seinen Benziner nachträglich umrüsten zu lassen, für den lohnt sich eher Autogas. Die Kosten für den Umbau sind wesentlich günstiger. Positiv auch: Das Tankstellennetz für Autogas ist relativ dicht. Engpässe in der Kraftstoffversorgung dürfte es - auch im angrenzenden Ausland - selten geben. Nachteil: Autogas verhält sich bei der Verbrennung nicht ganz so umweltfreundlich wie Erdgas. Zudem liegt das Einsparpotential bei den Kraftstoffkosten etwas niedriger als bei Autogas.
 

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Leserkommentare

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11.10.2009 08:39 Uhr
Thomas: Vergleichsrechner
Die Preise für Sprit werden vor Urlaub oder Feiertagen sind meist stark erhöht; bei AutoGas ist mir das noch nicht aufgefallen. Für eine individuelle Kostengegenüberstellung von Benzin-Diesel-Autogas-Erdgas sind diverse Rechner Online verfügbar. Für privat und wenig Kilometer ist ein Gebrauchter Benziner die günstigste Wahl, abgesehen von Öffentl.-Nahverkehr und CarSharing.


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